- 12.05.2014, 14:38:15
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Zehnte Verleihung des Klaus-Liebscher-Preises
Höchste OeNB-Auszeichnung geht an ökonomischen Nachwuchs für Arbeiten zur europäischen Integration
Utl.: Höchste OeNB-Auszeichnung geht an ökonomischen Nachwuchs für
Arbeiten zur europäischen Integration =
Wien (OTS) - Im Rahmen der 42. Volkswirtschaftlichen Tagung der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) überreichte OeNB-Präsident
Dkfm. Dr. Claus J. Raidl den heute zum zehnten Mal vergebenen
Klaus-Liebscher-Preis.
Aus vielen hochwertigen Einreichungen wurden dieses Jahr zwei
Studien von hoher wissenschaftlicher Qualität und
wirtschaftspolitischer Aktualität ausgewählt: "Systemic Sovereign
Risk: Macroeconomic Implications in the Euro Area" von Saleem Abubakr
Bahaj, Universität Cambridge und "Information Frictions and the Law
of One Price: "When the States and the Kingdom became United" von
Claudia Steinwender, einer an der London School of Economics tätigen
österreichischen Ökonomin.
Saleem A. Bahaj greift in seiner Arbeit "Systemic Sovereign Risk:
Macroeconomic Implications in the Euro Area" jene Frage auf, die am
Höhepunkt der europäischen Staatsschuldenkrise heftig und teilweise
emotional debattiert wurde: Ist der Anstieg der Refinanzierungskosten
eines Staates einfach ein vorauseilendes Signal des Kapitalmarktes,
das eine Verschlechterung der makroökonomischen Bedingungen dieses
Staates korrekt antizipiert? Oder ist es vielleicht umgekehrt so,
dass die Refinanzierungskosten aus Gründen steigen, die mit den
lokalen makroökonomischen Bedingungen gar nichts zu tun haben, aber
in der Folge die Verschlechterung dieser Bedingungen und der
öffentlichen Verschuldungssituation erst herbeiführen? Bahajs
Antwort: Etwa die Hälfte der Veränderungen der Refinanzierungskosten
eines Landes werden durch Faktoren erklärt, die mit der
makroökonomischen Entwicklung im Land selbst nicht direkt etwas zu
tun haben.
Claudia Steinwender greift in ihrer Arbeit eine alte Frage der
Außenhandelstheorie wieder auf, deren korrekte Beantwortung wichtige
Konsequenzen für die Bewertung des sozialen Nutzens neuer
Informationstechnologien hat: Führt die technologische Beschleunigung
von Informationsflüssen zur Verbesserung in der Qualität von
Preissignalen? Ihre Antwort gewinnt sie aus der statistischen
Auswertung eines historischen Ereignisses aus dem 19. Jahrhundert,
der Errichtung der transatlantischen Telegrafenverbindung. Anhand der
Analyse von Baumwollpreisen in New York und Liverpool vor und nach
der Errichtung dieser Verbindung kann Steinwender zeigen, dass es zu
einer Steigerung der Qualität von Preissignalen kam, die zu einer
bedeutenden Verbesserung der Situation von Konsumenten und
Produzenten führte.
Über den Klaus-Liebscher-Preis
Der Klaus-Liebscher-Preis wurde 2005 anlässlich des 65. Geburtstages
des damaligen OeNB-Gouverneurs Dr. Klaus Liebscher in Anerkennung
seiner Leistungen für Österreichs Teilnahme an der europäischen
Wirtschafts- und Währungsunion und für die europäische Integration
eingerichtet und wird seitdem jährlich vergeben. Es werden maximal
zwei Arbeiten mit jeweils EUR 10.000 ausgezeichnet, die von jungen
Ökonominnen und Ökonomen aus EU-Mitglieds- oder EU-Kandidatenländern
verfasst wurden und die sich in hervorragender wissenschaftlicher
Weise mit Themen der europäischen Integration und der Wirtschafts-
und Währungsunion auseinandersetzen. Der Klaus-Liebscher-Preis ist
die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die die Oesterreichische
Nationalbank zu vergeben hat.
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