• 08.05.2014, 12:05:28
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Klima- und Energiefonds startet Strategieprozess: "Energiezukunft innovativ und sozial gestalten"

Der Klima- und Energiefonds stellt sich einer Jahrhundertaufgabe:

Utl.: Der Klima- und Energiefonds stellt sich einer
Jahrhundertaufgabe: =

Wien (OTS) - der nachhaltigen, leistbaren, klimaneutralen und
wirtschaftsfähigen Gestaltung unseres Energie- und Mobilitätssystems.

Deutlich sichtbare Impulse - vor allem im Bereich der
Technologieentwicklung für die Industrie - hat der Fonds vor allem
mit seinem Energieforschungsprogramm gesetzt, in das bereits 220 Mio.
Euro Fördergeld geflossen sind und damit rund 640 Projekte initiiert
wurden. Um die Frage zu beantworten, wie die Energiezukunft
innovativ, nachhaltig und sozial gestaltet werden und somit
Energiearmut vorgebeugt werden kann, hat der Klima- und Energiefonds
nun einen breit angelegten Strategieprozess gestartet.

Innovationsministerin Doris Bures: "Die soziale, nachhaltige und
sichere Gestaltung unserer Energiezukunft ist eine zentrale
Herausforderung. Hier geht es darum, neue, leistbare und
energiesparende Technologien allen Menschen zugänglich zu machen,
letztlich also darum, wie man aus technologischen Neuerungen soziale
Innovationen macht."

Der Klima- und Energiefonds hat bereits einige Pilotprojekte gegen
Energiearmut gefördert. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Projekte
soll nun ein eigener Schwerpunkt für das Jahresprogramm 2015 sowie
die Folgeperioden entwickelt werden. Ziel ist es, innovative Projekte
zu initiieren, die den Nutzen moderner Technologien allen
Bevölkerungsschichten zugänglich machen.

Klima-und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel: "Im
Rahmen eines Workshops haben wir zunächst Stakeholder und Konsortien
miteinander vernetzt. Nur so können vollkommen neue, innovative
Pilotprojekte entwickelt und umgesetzt werden.

Ziele des Strategieprozesses:

1. Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte
Diese dienen als konkreter Input für das Jahresprogramm 2015

2. www.energiearmut.com - Plattform für Austausch, Vernetzung und
Projektentwicklung für all jene, denen die Themenbereiche
Energiearmut und soziale Gestaltung der Energiezukunft wichtig sind.

Strategieprozess "Energiezukunft innovativ und sozial" - Erste
Ergebnisse:

Im Rahmen eines Kick-off Workshops in Wien wurden Stakeholder aus
den unterschiedlichsten Bereichen (Ministerien, Sozialpartner,
Sozialeinrichtungen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, EVUs
etc.) dazu eingeladen, sich über ihre bisherigen Projekte
auszutauschen und gemeinsam eine Standortbestimmung zu vorzunehmen.
Dabei wurde festgestellt: Es gibt bereits gute Ideen, aber es fehlt
an Partnern, um diese langfristig und flächendeckend umzusetzen.
Darüber hinaus beschränken sich bisherige Projekte noch zu stark nur
auf die einkommensschwache Zielgruppe - das Thema "soziale
Energiewende" muss breiter gefasst werden, stelten die ExpertInnen
fest. Die Evaluation einzelner Projekte zeigt außerdem, dass bisher
umgesetzte Maßnahmen zum Teil noch nicht den erwünschten Erfolg
erzielen.

Zitate einiger TeilnehmerInnen:

"In den letzten sechs Jahren haben wir bereits einige
Forschungsprojekte, vor allem zum Thema Energiearmut, durchgesetzt.
Dabei haben wir viele Daten sammeln können; nun geht es darum diese
Ergebnisse weiter zu verbreiten und konkrete Umsetzungsprojekte zu
starten. Dafür brauchen wir Partner aus Politik und Wirtschaft und
freuen uns daher ganz besonders, dass der Klima- und Energiefonds nun
diese Initiative gestartet hat!"
(Dr. Anja Christanell, ÖIN - Österreichisches Institut für
nachhaltige Entwicklung)

"Die wichtigste Frage in dieser Diskussion ist: Wer sind die
Zielgruppen? Mit EU-SILC (Erhebung zu den Einkommens- und
Lebensbedingungen) gibt es zwar eine errechnete
Armutsgefährdungsschwelle, aber diese sagt nichts darüber aus, wie es
den Menschen tatsächlich geht, wie sie leben. Menschen, die Einkommen
über der Armutsgefährdungsschwelle haben, kann es aufgrund der
Lebensumstände (familiäre Situation, Verschuldung, Arbeitslosigkeit,
Behinderung, schlechte Wohnbedingungen etc.) schlechter gehen, als
Personen unter der Armutsgefährdungsschwelle. Sollen Zielgruppen
identifiziert werden, dann ist die Frage, wo und wie setzt man
Schwellen? Die Herausforderung besteht darin, Daten und Zielgruppen
so zu definieren, dass so viele Menschen wie möglich erreicht werden.
Ich hoffe, dass wir durch die Vernetzung unterschiedlicher
Institutionen diese Herausforderung meistern werden."
(Mag. Anna Riebenbauer, Sozialministerium)

"Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass viele Projekte daran
scheitern, dass die Botschaften nicht bei der Zielgruppe ankommen.
Nicht weil sie die Sprache nicht verstehen, sondern weil es
Verständnisprobleme (zB. aufgrund des Bildungsniveaus) gibt. Wichtig
für den Erfolg zukünftiger Projekte wird sein, einen besonders
niederschwelligen Zugang zur jeweiligen Zielgruppe zu finden."
(Angela Vaverka / Wien Energie)

www.klimafonds.gv.at und www.energiearmut.at

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