- 08.05.2014, 11:44:34
- /
- OTS0126 OTW0126
MKV-Kukacka: Schweigemarsch "Stopp Christenverfolgung!" - Sechs Punkte für Religionsfreiheit und Menschenrechte
Wien (OTS) - Anlässlich des von der CSI, der Plattform "Solidarität
mit verfolgten Christen" und den katholisch korporierten Verbänden
veranstalteten Schweigemarsches legt der MKV ein 6-Punkte-Programm
für Religionsfreiheit und Menschenrechte vor.
"Wir sehen es als unseren besonderen Auftrag an, die Tatsache der
Verfolgung und Diskriminierung von Christen der Öffentlichkeit
bewusst zu machen und nachhaltig dafür einzutreten, dass die
Einhaltung der Menschenrechte und die Gewährung der vollen
Religionsfreiheit weltweit durchgesetzt wird.", stellte heute
MKV-Vorsitzender Mag. Helmut Kukacka fest.
1. Christen zwischen den Fronten: Europa muss sie schützen
Täglich erleben wir, wie extrem dramatisch die Situation im Nahen
Osten ist. Die Christen geraten hier zwischen die Fronten. Die
Flüchtlingsströme insbesondere aus Syrien und dem Irak sind enorm,
rund die Hälfte der Christen hat das Land bereits verlassen müssen.
Christen müssen aber künftig auch im Nahen Osten leben können und
eine Perspektive haben. Dort hat das Christentum seine Wiege, fanden
die ersten Konzilien statt und waren Christen, lange vor der Ankunft
des Islam im 7. Jahrhundert, in dieser Region präsent. Sie müssen
deshalb von Europa geschützt und unterstützt werden, und es müssen im
Rahmen der politischen Friedensbemühungen alle rechtlichen
Voraussetzungen geschaffen werden, dass sie auch in Zukunft in ihren
angestammten Regionen leben können.
Die internationale Politik hat den Einsatz für Religionsfreiheit
lange Zeit vernachlässigt. Zu Unrecht, geht es hier doch um einen
zentralen Bereich der Menschenrechte. Die Garantie, seinen Glauben
ungestört leben zu können, ist eine Grundvoraussetzung für ein Leben
in Freiheit. Wir fordern deshalb die internationale Gemeinschaft auf,
diesem Thema die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken: Europa muss
sie stärker schützen.
2. Papst Franziskus: Den Christen Freiheit zur
Religionsausübung geben
Papst Franziskus hat sich übrigens in seinem jüngst
veröffentlichten ersten apostolischen Schreiben mit dem Titel
"Evangelii Gaudium" (Freude des Evangeliums) auch zum Verhältnis von
Islam und Christentum geäußert und sich auch konkret zum Thema
Religionsfreiheit an die "Länder mit islamischer Tradition" gewandt:
"Bitte, ich ersuche diese Länder demütig darum, in Anbetracht der
Freiheit, welche die Angehörigen des Islam in den westlichen Ländern
genießen, den Christen Freiheit zu gewähren, damit sie ihren
Gottesdienst feiern und ihren Glauben leben können." (Evangelii
Gaudium, Pkt. 253)
Angesichts von Zwischenfällen durch einen gewalttätigen
Fundamentalismus müssen aber gehässige Verallgemeinerungen vermieden
werden, - so Papst Franziskus - "denn der wahre Islam und eine
angemessene Interpretation des Korans stehen jeder Gewalt entgegen".
(Zitat: Pkt. 253)
3. Erwartung an die österreichischen Muslime
Jedenfalls darf in diesem Zusammenhang auch eine Erwartung an die
in Österreich lebenden Muslime ausgesprochen werden: Sie haben in
unserem Land Religionsfreiheit kennengelernt. Gerade weil sie in
unserem Staat ihren Glauben frei leben können, haben sie die
Verantwortung auch in ihren Herkunftsländern von ihren Erfahrungen
bei uns zu berichten und auch dort umfassende Religionsfreiheit
einzufordern.
4. Regierung muss sich zum weltweiten Einsatz für
Religionsfreiheit bekennen
Wir erwarten auch, dass sich die Bundesregierung ausdrücklich zum
weltweiten Einsatz für Religionsfreiheit bekennt und ein besonderes
Augenmerk auf die Lage christlicher Minderheiten legt und dies zu
einem wichtigen Anliegen ihrer Regierungspolitik macht.
5. Diskriminierung von Christen gibt es auch in europäischen
Ländern
Aber Diskriminierung und Benachteiligung von Christen gibt es
zunehmend auch in europäischen Ländern: Auch bei uns werden die
christlichen Symbole aus dem öffentlichen Raum verdrängt, in manchen
Medien sanktionslos verhöhnt. In der Gesetzgebung werden christliche
Ehe- und Wertvorstellungen relativiert und das Leben von der
Empfängnis bis zum natürlichen Tod nicht immer ausreichend geschützt.
Sich diesen Entwicklungen entgegenzustellen, ist uns ein wichtiges
Anliegen.
6. Nur dort, wo der Einzelne seinen Glauben frei leben kann,
ist auch die Gesellschaft frei
Der Einsatz für Religionsfreiheit hat nämlich nicht nur eine
individuelle, sondern auch eine gesellschaftliche Bedeutung. Nur
dort, wo der Einzelne seinen Glauben frei leben kann, ist auch die
Gesellschaft frei. Religionsfreiheit bedeutet das Recht nicht nur
privat, sondern auch öffentlich seinen Glauben bekennen und sein
Leben - auch für andere sichtbar - auf Gott ausrichten zu dürfen.
Dies macht die Religionsfreiheit auch zu einem festen Bestandteil der
Menschenrechte. Und verlangt von uns sich für dieses Menschenrecht in
Arabien, in Europa und überall auf der Welt einzusetzen.
Mit dem Schweigemarsch am 09. Mai 2014 wollen wir für verfolgte
Christen unsere Stimme erheben und uns öffentlich zur
Religionsfreiheit und der Durchsetzung der Menschenrechte bekennen,
schloss Kukacka.
Wien - Fr, 9. Mai 2014:
CSI-Schweigemarsch mit Kardinal Schönborn und dem griech.-orth.
Metropoliten Arsenios
17:00 Uhr, Staatsoper: Schweigemarsch zum Stephansdom (mit anschl.
Wortgottesdienst)
anschließend PODIUMSDISKUSSION
ca. 19:00 Uhr Churhaus, Stephani-Saal, Stephansplatz 3:
"Islamistischer Terror: Tod den Christen und Verrat am Koran"
Moderation: Dr. Elmar Kuhn, Gen.-Sekr. von CSI-Österreich
Die Podiumsdiskutanten sind die beiden Nahostexperten Prof. S. Khalil
Samir SJ und Prof. M. Introvigne
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MKV






