- 08.05.2014, 10:43:51
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IKG: Der 8. Mai ist ein Tag der Freude aber auch des Mahnens
Wien (OTS) - Zum zweiten Mal findet heuer das "Fest der Freude" statt
und macht den Heldenplatz damit zu einem Ort der Freude und nicht
mehr, wie in den vergangenen Jahren, zu einem Ort der Trauer für
rechtsradikale Burschenschafter ob der Niederlage Deutschlands. Die
Freude über die Beseitigung eines verbrecherischen Regimes und die
Befreiung Österreichs soll aber auch Anlass sein, die richtigen
Lehren aus dem Geschehen für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen.
Hat man genug aus der Vergangenheit gelernt im heutigen Europa? Wohl
nur bedingt. Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen
Kultusgemeinde Wien, erinnert daran, dass faschistische Parteien im
Parlament des Nachbarlandes Ungarn und in Griechenland vertreten
sind. In Ungarn treibt eine staatlich geduldete Privatarmee, die
"Ungarische Garde", ihr Unwesen.
In vielen Ländern Europas, Österreich nicht ausgenommen, versuchen
populistische Parteien die schwierige wirtschaftliche Lage
auszunützen, um zu komplexen Problemen scheinbar triviale Antworten
zu geben und Sündenböcke zu suchen.
Das Vereinte Europa war als Friedenswerk gedacht. "Denken wir auch
100 Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges daran, dass die Europäische
Union alte nationale Gegensätze überwunden hat. Das darf nicht durch
nationalistische Propagandisten gefährdet werden", so Oskar Deutsch.
Politik und Zivilgesellschaft sind gefordert populistischer,
antisemitischer und rassistischer Hetze gegen Andersdenkende keinen
Fußbreit Boden zu überlassen und gegen Hetzer politisch, und wenn
nötig auch juristisch vorzugehen.
Oskar Deutsch
Israelitische Kultusgemeinde Wien
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