• 29.04.2014, 10:01:33
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Kinderstube für Perlfisch und Seelaube am Attersee errichtet

Bundesforste und Land Oberösterreich revitalisieren Attersee-Ufer - Natürliche Laich- und Aufwuchsgebiete wieder hergestellt - Perlfisch und Seelaube auf Hochzeitsmarsch

Utl.: Bundesforste und Land Oberösterreich revitalisieren
Attersee-Ufer - Natürliche Laich- und Aufwuchsgebiete wieder
hergestellt - Perlfisch und Seelaube auf Hochzeitsmarsch =

Wien/Purkersdorf (OTS) - Im Mai ist der Attersee Schauplatz eines
einzigartigen Naturschauspiels: Tausende Perlfische und Seelauben
begeben sich auf ihren "Hochzeitsmarsch" in die Ufer- und
Mündungsgebiete der Seezuflüsse, um ihre Eier abzulegen. Die
geschlüpften Jungfische wandern anschließend in die seichten
Uferzonen des Attersees und verbringen dort - geschützt vor Räubern
und mit reichlich Nahrung versorgt - ihre ersten Lebensmonate. Der
Perlfisch (Rutilus meidingeri) und die Seelaube (Alburnus mento)
stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Wesentliche Bestände
leben derzeit noch im Europaschutzgebiet Mondsee-Attersee. Gemeinsam
mit dem Land Oberösterreich revitalisieren die Österreichischen
Bundesforste (ÖBf) rechtzeitig vor der Laichsaison Uferabschnitte am
Attersee, um natürliche Flachwasserzonen als Rückzugsgebiete für den
Nachwuchs von Perlfischen und Seelauben wieder herzustellen. "Sowohl
der Attersee als auch der Mondsee weisen bereits einen sehr hohen
Verbauungsgrad auf. Wir wollen deshalb natürliche Uferflächen
wiederherstellen, um die Artenvielfalt in der Natur und den
Weiterbestand bereits gefährdeter Fischarten zu sichern", erklärt
Manfred Haimbuchner, Landesrat für Natur- und Landschaftsschutz in
Oberösterreich. Der Attersee ist einer von insgesamt 74 der größeren
Seen Österreichs, den die Bundesforste im Sinne der Nachhaltigkeit
betreuen und bewirtschaften. "Österreichs Gewässer bieten nicht nur
zahlreiche Möglichkeiten für Naherholung, Freizeit und Tourismus. Sie
sind auch sensible Ökosysteme und Lebensraum für zahlreiche Tiere und
Pflanzen", ergänzt ÖBf-Vorstand Georg Schöppl. "Diese wertvollen
Lebensräume wollen wir für zukünftige Generationen erhalten."

Laichplätze für Perlfisch und Seelaube

Um die Lebensbedingungen für den Nachwuchs von Perlfisch und
Seelaube im Attersee zu verbessern, werden auf ÖBf-Flächen im
Mündungsbereich des Alexenauerbaches in Weyregg, an den
ÖBf-Naturbadeplätzen in Nussdorf und in Litzlberg sowie an einem
privaten Badeplatz in Unterach Revitalisierungsmaßnahmen
durchgeführt. Bestehende Uferbefestigungen in Form von Stein- und
Betoneinbauten werden dabei zugunsten flacher, natürlicher Ufer mit
regionstypischem Kies und Schotter zurückgebaut. Die Absicherung der
Uferzonen wird naturnah durch die Verlegung sogenannter Raubäume, das
sind ins Wasser versenkte, astreiche Baumteile, sichergestellt.
Uferbegleitgehölz in Form von Baum-, Busch- und Strauchbeständen
festigt das Ufer mit seinen Wurzelsystemen und beschattet die
Flachwasserbereiche. Die Umbauarbeiten im Gewässer- und Uferbereich
werden von der ÖBf-Forsttechnik übernommen. Die ökologische
Bauaufsicht und das Projektmanagement vor Ort liegen beim Technischen
Büro für Gewässerökologie (blattfisch), das auch für die Betreuung
des Europaschutzgebietes verantwortlich zeichnet. Zwei Rückbauten -
am Alexenauerbach in Weyregg und am privaten Badeplatz in Unterach -
konnten bereits vor Beginn der diesjährigen Fisch-Laichsaison
abgeschlossen werden. Die Arbeiten an den Uferzonen in Nußdorf und
Litzlberg starten nach der Sommersaison im Herbst 2014. Das Projekt
wird aus Mitteln des Landes Oberösterreich und der Bundesforste
finanziert.

Hochzeitsmarsch am Attersee

Wenn sich im Mai das Wasser des Attersees und seiner Zuflüsse
langsam erwärmt, begeben sich Perlfische und Seelauben auf
Hochzeitsmarsch. Die männlichen Fische entwickeln dabei den typischen
Laich-Ausschlag, dem der Perlfisch auch seinen Namen verdankt. In
Scharen steigen sie die Attersee-Zuflüsse hinauf, um ihre Eier über
schottrig-kiesigen Bereichen abzulegen. Die Larven werden nach dem
Schlüpfen in den See abgetrieben und wachsen in geschützten und
nährstoffreichen Flachwasserbereichen zu Jungfischen heran. Die
Seelaube und der Perlfisch zählen zu den europaweit am stärksten
gefährdeten Fischarten. Im Mond- und Attersee sind derzeit noch die
vitalsten Bestände zu finden.

Europaschutzgebiet Mond- und Attersee

Der Mondsee und Attersee gehören zusammen mit den Unterläufen der
Fuschler Ache, der Zeller Ache, des Weißenbachs und der gesamten
Seeache (ein die beiden Seen verbindendes Fließgewässer) seit Jänner
2006 zu einem EU-weiten Netzwerk an Schutzgebieten. Diese in
Oberösterreich als Europaschutzgebiete ausgewiesenen Areale sollen
aktiv dem Rückgang der Vielfalt an Lebensräumen, Tier- und
Pflanzenarten entgegenwirken. Insgesamt erstreckt sich das
Schutzgebiet auf über 6.000 Hektar, ein Großteil davon liegt auf dem
Gebiet der Österreichischen Bundesforste.
Infos und Termine zum Laichzug der Perlfische und Seelauben am
Attersee im Mai unter www.blattfisch.at.

Pressefotos unter www.bundesforste.at

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