• 29.04.2014, 09:00:22
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Österreichs außenwirtschaftliche Beziehungen mit den Westbalkanländern

Wien (OTS/WIFO) - Der Außenhandel mit den Westbalkanländern hat
aufgrund der geographischen Nähe und der engen wirtschaftlichen
Verflechtungen einen hohen Stellenwert für Österreich. Die Bedeutung
der Länder für den Außenhandel ist in Österreich, mit Ausnahme der
Nachbarländer der Region, deutlich größer als in allen anderen
EU-Ländern: 2012 entfielen auf die sieben Länder der Region 1,8% der
österreichischen Gesamtexporte und 1,1% der Importe. Auch die hohen
Marktanteile im Warenexport und Österreichs Rolle als bedeutendster
Auslandsinvestor in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien
unterstreichen die herausragende Position Österreichs in dieser
Region.

Kroatien als jüngstes EU-Mitgliedsland sowie die anderen
potentiellen Beitrittskandidatenländer künftiger EU-Erweiterungen
sind neue und aufstrebende Märkte mit guten Absatz- und
Investitionschancen für österreichische Unternehmen. Bisher haben die
österreichischen Exporteure diese Marktchance gut genutzt. Die
Bevölkerungszahl der westlichen Balkanländer entspricht annähernd der
von Bulgarien und Rumänien, die Marktgröße des Westbalkans erreicht
rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der Länder der zweiten
EU-Osterweiterungsrunde 2007. Insbesondere in den Jahren vor der
Finanzmarkt- und europäischen Schuldenkrise belebte auch die rege
Nachfrage aus den Westbalkanländern die heimische Exportwirtschaft.
In der Periode 2006 bis 2008 wuchs die Warenausfuhr in die westlichen
Balkanländer mit durchschnittlich +11,7% p. a. deutlich stärker als
die österreichischen Gesamtexporte (+6,4% p. a.), aber weniger
dynamisch als die Warenausfuhr in die MOEL 5 (Polen, Slowakei,
Slowenien, Tschechien, Ungarn: +14,1% p. a.) sowie nach Bulgarien und
Rumänien (+18,1% p. a.). Die Region bietet somit weiteres
Wachstumspotential, auch im Zuge des Annäherungsprozesses an die EU.

Die Krise der letzten Jahre dämpfte auch die Dynamik der Export-
und Investitionstätigkeit in den Westbalkanländern deutlich. In den
Jahren 2006 bis 2012 konnten die österreichischen Exportunternehmen
die Warenausfuhr in die Region durchschnittlich um nur 0,3% p. a.
steigern, und auch der Anteil der Region am österreichischen
Gesamtexport ging krisenbedingt leicht zurück (2006: 2,1%, 2012:
1,8%). Deutlich stärker expandierten die Importe Österreichs aus den
Westbalkanländern (2006/2012 +7,4% p. a.), insbesondere jene aus
Kroatien und Bosnien-Herzegowina, die rund drei Viertel der
österreichischen Importe aus den Westbalkanländern ausmachen
(2010/2012 +15,7% p. a.). Trotz der dynamischen Importentwicklung
blieb der Saldo im Warenaußenhandel mit der Region zwischen 2006 und
2012 positiv und erreichte 2012 724 Mio. Euro.

Übersicht 1: Österreichs Außenhandel mit den Westbalkanländern - auf
der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/47220)

Eine Analyse der Marktanteile unterstreicht die starke Position
österreichischer Exporteure in den westlichen Balkanländern im
internationalen Vergleich: Den höchsten Marktanteil erreichte
Österreich im Jahr 2012 in Kroatien (9,6%) vor Bosnien-Herzegowina
(9,4%), Serbien (einschließlich Kosovo; 6,0%) und Montenegro (5,0%).
Auch die Direktinvestitionstätigkeit österreichischer Unternehmen ist
von einem hohen Engagement in der Region geprägt. Mit einem
Marktanteil an den gesamten Direktinvestitionen in der Region von
16,5% (2012) verfügt Österreich über eine starke Markstellung,
insbesondere in Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Aber auch in
Serbien (einschließlich Kosovo), Albanien sowie Mazedonien liegt der
Marktanteil Österreichs über der 10%-Marke. Eine wichtige Rolle in
der Entwicklung der österreichischen Direktinvestitionen in den
Westbalkanländern spielen die Beteiligungen des österreichischen
Finanzsektors (2011 rund 70% des Direktinvestitionsbestandes in der
Region). Trotz der krisenbedingten Schwächung der
Investitionstätigkeit blieb Österreich auch 2012 der wichtigste
Auslandsinvestor in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
3/2014 (http://monatsberichte.wifo.ac.at/47172)

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