- 24.04.2014, 13:19:58
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Das Architekturzentrum Wien gedenkt Architekt Hans Hollein
Wien (OTS) - "Hans Hollein ist seit sechzig Jahren der
einflussreichste und international wichtigste Architekt aus
Österreich. Kein anderer österreichischer Architekt hat wie er zur
internationalen Debatte und Entwicklung der Architektur beigetragen.
Er hat die Architektur als Gestaltungsanspruch für das gesamte Leben
neu positioniert, und damit wesentlich die gesellschaftliche
Bedeutung der Architektur insgesamt befördert."
Dietmar Steiner, Direktor Architekturzentrum Wien
Die internationale Architekturszene verliert mit dem Tod von Hans
Hollein (1934-2014) einen einzigartigen Universalkünstler und einen
Weltstar der Architektur. Die Karriere des
Clemens-Holzmeister-Schülers, der nach dem 1956 erworbenen Diplom der
Wiener Akademie der bildenden Künste in den USA studierte und seit
1964 ein Architekturbüro betrieb, begann 1965 mit der Gestaltung der
nur 16m2 großen Kerzenboutique "Retti" am Kohlmarkt in Wien-Innere
Stadt, für die er den mit 25.000 Dollar dotierten Reynolds-Preis
erhielt. Hollein baute später unter anderem in New York (Richard
Feigen Gallery, 1969), in Mönchengladbach (Städtisches Museum,
1970-1972), in Frankfurt (Museum für Moderne Kunst, 1991) und Berlin
(Österreichische Botschaft, 2001) sowie in Clermont-Ferrand
("Vulcania"-Museum, 2002). Das Haas-Haus auf dem Wiener Stephansplatz
ist Holleins bekanntestes Objekt in Wien. Auch die nicht realisierten
Projekte Holleins, wie sein für Guggenheim geplantes Museum im
Salzburger Mönchsberg, schafften es mitunter zu Weltruhm. Als erster
und bislang einziger Österreicher gewann er den Pritzker-Preis
(1985), außerdem unter vielen anderen Auszeichnungen den deutschen
Architekturpreis (1983), den österreichischen Staatspreis für
Architektur (ebenfalls 1983) und er erhielt das große
Bundesverdienstkreuz (1997).
Seinem eigenen Wahlspruch von 1967 - "Alles ist Architektur" -
folgend war Hollein nicht nur Kurator, Publizist, Designer und
Architekt, sondern auch Archivar und Historiker. Möbel und Türklinken
entwarf er ebenso wie Konzertflügel, er war als Ausstellungsgestalter
und Bühnenbildner tätig und stellte als Visionär und
Architekturtheoretiker Grundfragen von Raum und seiner Bebauung. Als
Vorsitzender des Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung,
Universitätsprofessor, Direktor der Architektur-Biennale Venedig
(1996), Österreich-Kommissär der Kunstbiennale Venedig (1978-90) und
Präsident des Österreichischen Kunstsenats hatte er weit über das
eigene Bauen hinaus auf die kulturellen Belange seiner Heimat
Einfluss.
Anfang April feierte das Az W noch Hans Holleins 80. Geburtstag,
mit Lobeshymnen von Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, von
Medientheoretiker und Künstler Peter Weibel sowie von Hannes Pflaum,
Präsident des Architekturzentrum Wien.
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