• 23.04.2014, 09:30:16
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Neuen Malaria-Medikamenten auf der Spur

Welt-Malariatag am 25. April 2014

Utl.: Welt-Malariatag am 25. April 2014 =

Wien (OTS) - Die überwiegende Mehrzahl der heutigen Malaria-Therapien
basiert auf dem Wirkstoff Artemisinin, einem Pflanzenstoff, der in
den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifußes vorkommt. Immer
mehr Malaria-Parasiten sind aber resistent gegen Artemisinin. In
einer Kooperation von Veterinärmedizinischer Universität Wien,
Medizinischer Universität Wien und der Universität Ouagadougou in
Burkina Faso ist man in den Labors des Instituts für Spezifische
Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien nun neuen
Malaria-Medikamenten auf der Spur.

Aline Lamien Meda aus Burkina Faso, die an der Vetmeduni Vienna im
Rahmen eines APPEAR-Projekts (Austrian Partnership Programme in
Higher Education and Research for Development) an der Entwicklung
eines Arzneibuchs traditioneller Malariamedikamente arbeitet,
untersucht gemeinsam mit Harald Nödl, Malaria-Experte der MedUni
Wien, rund 50 Pflanzen und Kräuter, die in der traditionellen
afrikanischen Medizin bei Malaria eingesetzt werden, auf ihre
Wirksamkeit und ihr mögliches Potenzial als Malaria-Medikament. Nödl:
"Es ist bei einigen dieser Kräuter bekannt, dass sie die Symptome der
Malaria bekämpfen, nicht aber, ob sie den Malaria-Parasiten
wirkungsvoll bekämpfen können."

Untersucht wird das im Labor an gezüchteten Malaria-Parasiten mittels
"Verdünnungsreihen" - und mit einer ELISA-Technologie, die vor über
zehn Jahren an der MedUni Wien entwickelt wurde und heute weltweit
zum Einsatz kommt. Es sei zu erwarten, so Nödl, dass nur eine
Handvoll der untersuchten Pflanzen für eine sinnvolle, kommerzielle
Verwendung in der Malaria-Therapie geeignet ist.

Spätestens in fünf Jahren wird es nötig sein, Medikamente zu haben,
die auf einem anderen Wirkstoff als Artemisinin basieren, betonen die
WissenschafterInnen anlässlich des Welt-Malariatags am kommenden
Freitag. "Die Resistenz der Parasiten gegen Artemisinin breitet sich
in Südostasien zusehends aus und einiges spricht dafür, dass sie auch
Südamerika schon erreicht hat, auch in Afrika könnte es in wenigen
Jahren soweit sein." Dann kann der übliche Wirkstoff gegen die
Malaria-Parasiten nichts mehr ausrichten.

2.000 Malaria-Opfer täglich

Täglich sterben etwa 2.000 Menschen an Malaria (insgesamt rund
655.000 pro Jahr), einer Krankheit, die vor allem mit Armut
assoziiert ist. Die meisten Opfer fordert die Seuche in Afrika und
hier insbesondere unter den Schwächsten, den Kindern. In den meisten
Fällen verläuft die Krankheit ohne Komplikationen, wenn sie
rechtzeitig erkannt und therapiert wird. In jenen Fällen, in denen es
zu Komplikationen kommt, ist die Sterblichkeit allerdings nach wie
vor extrem hoch. Malaria ist auch heute noch, insbesondere in Afrika,
Asien und Lateinamerika, eine der häufigsten Todesursachen von
Kindern unter fünf Jahren.

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