• 17.04.2014, 12:08:48
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Budil: Grundbesitzer haben Verantwortung für vielseitige Waldleistungen

Waldmanagement ist Basis für Multifunktionalität des Waldes

Utl.: Waldmanagement ist Basis für Multifunktionalität des Waldes =

Wien (OTS) - Österreich zählt zu den waldreichsten Ländern Europas.
Beinahe die Hälfte unserer Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Der
Wald ist ein intaktes Ökosystem, in dem sich Menschen, Tiere und
Pflanzen gleichermaßen aufhalten und es gibt daher auch
Abstimmungsbedarf und Regeln. Der heimische Wald ist nicht nur
Arbeitsplatz, Rohstofflieferant und Lebensraum für Wildtiere und
Pflanzen, sondern leistet weit mehr. Er schützt vor Naturgefahren wie
beispielsweise Hochwasser und Muren und erbringt als Klimaregulator,
Wasserspeicher und grüne Lunge einen wertvollen Beitrag zu unserer
intakten Umwelt. Mit all diesen Wirkungen und Funktionen
berücksichtigt der Wald die ökologischen, ökonomischen und sozialen
Komponenten der Nachhaltigkeit.

Der Schutz aller Waldwirkungen ist im Forstgesetz klar
geregelt

Das österreichische Forstgesetz regelt klar, dass durch
nachhaltige Bewirtschaftung, Pflege und Schutz alle Wirkungen und
Funktionen des Waldes sicherzustellen sind. Damit haben die
Waldeigentümer eine hohe Verantwortung für den Lebens- und
Erholungsraum Wald. Für die im Gesetz verankerte nachhaltige
Waldbewirtschaftung sorgen in Österreich rund 145.000 Waldbesitzer.
80 Prozent der heimischen Wälder sind in Privateigentum. Dem Drang
nach Erholung und frischer Luft wird ebenfalls im Forstgesetz
entsprochen. Jeder hat nach § 33 des Forstgesetzes grundsätzlich das
Recht, den Wald für Erholungszwecke zu betreten und sich dort
aufzuhalten.

Leistungsfähigkeit des heimischen Waldes muss gesteigert
werden

Steigende gesellschaftliche Interessen am Wald bewirken jedoch
eine Zunahme des Bedarfes nach Freizeitangeboten wie Geocaching oder
Mountainbiken, die über das reine Betreten bereits weit hinausgehen.
Und auch die Schutzwirkung des Waldes vor Naturgefahren erlangt in
Zeiten des Klimawandels zunehmend Bedeutung. Umwelt-NGOs fordern mehr
Raum für Naturschutzmaßnahmen. Nicht zuletzt ist der Wald mit seiner
Rohstoff- und Wirtschaftsleistung eine wesentliche Einkommensquelle
und ein wichtiger Faktor für den Erhalt des ländlichen Raumes. Aus
all diesen Ansprüchen resultiert, dass die Leistungsfähigkeit des
Waldes in all seinen Funktionen höher beansprucht wird.

Waldeigentümer haben die Gesamtverantwortung

"Dem Waldeigentümer kommt in dieser Situation eine zentrale
Bedeutung zu. Er hat die Verantwortung für das komplexe Zusammenspiel
des Ökosystems Wald. Durch seine fachliche Kompetenz und Kenntnis der
Gegebenheiten verfügt er über einen umfangreichen Überblick. Damit
können Waldbesitzer verantwortungsbewusst und durch multifunktionales
Waldmanagement auf die verschiedensten Interessen reagieren und die
wichtigen Waldfunktionen nach dem Motto "Natur nützen, Natur
schützen" absichern. Das bedeutet zum Beispiel, dass Wildruhezonen
geschaffen werden müssen, um eine Beunruhigung des Wildes in
sensiblen Bereichen zu vermeiden oder forstliche Sperrgebiete zum
Schutz der Waldbesucher bei gefährlichen Waldarbeiten errichtet
werden müssen", zeigt Generalsekretär Budil anhand von zwei
praktischen Beispielen auf, das vom Waldeigentümer getroffene
Waldmaßnahmen im Sinne eines multifunktionalen Waldökosystems
stattfinden.

Der Wald und die Natur sind ein komplexes System

"Immer wieder kommt es aufgrund der vielseitigen Ansprüche an den
Wald zu Spannungsverhältnissen zwischen den verschiedenen
Interessengruppierungen. Dabei werden allerdings jeweils immer nur
bestimmte Ansprüche in den Mittelpunkt gerückt. Durch einseitige
Sichtweisen geraten andere genauso wichtigen Waldfunktionen und deren
Zusammenspiel häufig in den Hintergrund", schafft DI Bernhard Budil,
Generalsekretär der Land&Forst Betriebe Österreich, Bewusstsein
dafür, dass solche Sichtweisen aus dem Blickwinkel der jeweiligen
Interessenvertretung zwar legitim seien, dabei aber vollkommen
vergessen werde, dass die Natur und insbesondere der Wald ein
komplexes System sind.

Dialogbereitschaft, Respekt und Verständnis sind gefordert

"Die heimischen Waldbesitzer sind interessiert, Menschen näher an
und in die Natur zu führen. Allerdings wird von den Gästen des Waldes
ein respektvolles Verhalten im Wald und im Umgang mit Eigentum und
den damit verbundenen Rechten und Pflichten erwartet. Als Gast des
Waldes sollte jede und jeder dieser Gastfreundschaft wertschätzend
begegnen. Besucht man Freunde zuhause, hält man sich auch dort auf,
wo die Gastgeber den Platz dafür vorgesehen haben. Um den jeweiligen
individuellen und lokalen Interessen der Freizeitnutzer
entgegenzukommen, haben private Waldeigentümer bereits ein dichtes
Wegenetz für Freizeitaktivitäten, unter Berücksichtigung von zum
Beispiel wildökologischen Aspekten, erschlossen und gekennzeichnet.
Es braucht daher im Interesse des Waldes auch keine neuen
gesetzlichen Regelungen, sondern die Bereitschaft aller für ein
Miteinander im Sinne von Fair-Play. Denn die Interessen müssen auf
die lokale Situation abgestimmt sein. Die Verantwortung trägt
letztlich der Eigentümer dieser Flächen. Nur damit kann der heimische
Wald mit seiner Multifunktionalität langfristig erhalten, geschützt
und vielseitig genützt werden", fordert der Generalsekretär
abschließend zur Dialogbereitschaft und zum gegenseitigen Verständnis
auf.

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