Umweltdachverband: Auf zum Endspurt für Natura 2000-Gebiet Isel!

- EU-Kommission fordert: Isel und Zubringerflüsse müssen bis September 2014 nachnominiert werden

Wien (OTS) - UWD, Kuratorium Wald und Landschaftsschutzverein Osttirol präsentieren Verordnungsentwurf für Natura 2000-Gebiet Isel und Zubringer Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach

Mitte Jänner 2014 formulierte die EU-Kommission in einem Schreiben an die Republik Österreich klare Forderungen in Sachen Nachmeldung von Natura 2000-Gebieten: Österreich muss neue FFH-Gebiete in zwei Tranchen 2014 und 2015 melden. Das bedeutet, dass es bei der Nachnominierung von besonders wertvollen Arten und Lebensraumtypen keine Spielräume mehr gibt. Die Isel, der letzte große frei fließende Gletscherfluss der Ost-Alpen, muss bis September 2014 als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen werden. "Der UWD, das Kuratorium Wald, der Landschaftsschutzverein Osttirol und der OeAV drängen seit mehr als 10 Jahren auf die Nachnominierung dieses Naturjuwels, das schützenswerte Vorkommen des Lebensraumtyps "Alpine Flüsse mit Ufergehölzen der Deutschen Tamariske" beherbergt. Jetzt kann das Land Tirol an einer Nachmeldung nicht mehr vorbeirudern. Außerdem sind Kraftwerkspläne an der Isel sofort zu stoppen, um das künftige Natura 2000-Gebiet nicht zu gefährden", sagt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Nur Flächen des öffentlichen Wasserguts sollen Schutzgebiet werden

Der UWD und das Kuratorium Wald haben einen Verordnungsentwurf für das Natura 2000-Gebiet Isel und Zubringerbäche Tauern- und Kalserbach sowie Schwarzach erarbeitet, das die Flussabschnitte der Isel in den Bereichen Lienz bis Matrei i. O. sowie im Virgental bis zur Grenze des Natura 2000-Gebiets "Hohe Tauern, Tirol" unter Schutz stellen soll. Weiters umfasst das Gebiet den Tauernbach von der Einmündung in die Isel bei Matrei i. O. den Kalserbach und die Schwarzach von der Einmündung in die Isel bei Huben bis zu den Grenzen des Natura 2000-Gebiets "Hohe Tauern, Tirol".

Schutz für Deutsche Tamariske, Huchen, Koppe & Co.

Zweck der Ausweisung dieses Natura 2000-Gebietes ist es u. a., die Lebensraumtypen "Alpine Flüsse mit Ufergehölzen der Deutschen Tamariske", "Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation" und "Auenwälder" zu erhalten. Insbesondere müssen dabei die ursprüngliche Flussdynamik der Isel und ihrer Zubringer und der unverkennbare Wildfluss- bzw. Wildbachcharakter bewahrt werden. Denn nur so kann es gelingen, die Lebensräume der Deutschen Tamariske sowie wichtiger Tierarten wie Huchen, Koppe oder Gelbbauchunke zu erhalten und die Bestände im gesamten Flussgebietssystem bzw. Schutzgebiet zu sichern.

Imagegewinn für Osttirol

"Natura 2000 an der Isel sichert den Lebensraum europaweit bedrohter Tier- und Pflanzenarten und garantiert weiterhin die Intaktheit dieses Erlebnis- und Erholungsraumes und damit weitere regionale Wertschöpfung. Der Landschaftsschutzverein Osttirol sieht in der bevorstehenden Einbringung der Isel und ihrer Zubringer in das europäische Naturerbe Natura 2000 eine besondere Auszeichnung für diesen einmaligen Gletscherfluss und damit einen bedeutenden Imagegewinn für Osttirol", konstatiert Wolfgang Retter, Obmann des Landschaftsschutzvereins Osttirol und Naturschutzreferent der OeAV-S. Lienz.

Dialog suchen: Natura 2000-Beirat gründen, Managementplan gemeinsam erarbeiten

"Wir empfehlen zudem, dass die Naturschutzbehörde nach Inkrafttreten der Verordnung einen Natura 2000-Beirat gründen soll, der aus Interessenvertretern, VertreterInnen der Standortgemeinden, NGOs und Betroffenen bestehen soll. Das soll garantieren, dass die betroffene Öffentlichkeit aktiv in den Prozess Natura 2000 miteingebunden wird. Außerdem soll ein Managementplan ausgearbeitet werden, der Maßnahmen zum Schutz und Erhalt des Schutzgebiets "Gletscherfluss Isel und Zubringer" beinhaltet und im Rahmen des Natura 2000-Beirats gemeinsam zu erarbeiten ist. Abschließend appelliere ich an das Land Tirol, die erforderlichen Schritte für die Nachnominierung der Isel unverzüglich zu setzen und damit den solidarischen Beitrag Österreichs am europäischen Naturerbe sicherzustellen", so Heilingbrunner.

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