• 16.04.2014, 10:30:17
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Umweltdachverband: Auf zum Endspurt für Natura 2000-Gebiet Isel!

- EU-Kommission fordert: Isel und Zubringerflüsse müssen bis September 2014 nachnominiert werden

Utl.: - EU-Kommission fordert: Isel und Zubringerflüsse müssen bis
September 2014 nachnominiert werden =

Wien (OTS) - UWD, Kuratorium Wald und Landschaftsschutzverein
Osttirol präsentieren Verordnungsentwurf für Natura 2000-Gebiet Isel
und Zubringer Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach

Mitte Jänner 2014 formulierte die EU-Kommission in einem Schreiben an
die Republik Österreich klare Forderungen in Sachen Nachmeldung von
Natura 2000-Gebieten: Österreich muss neue FFH-Gebiete in zwei
Tranchen 2014 und 2015 melden. Das bedeutet, dass es bei der
Nachnominierung von besonders wertvollen Arten und Lebensraumtypen
keine Spielräume mehr gibt. Die Isel, der letzte große frei fließende
Gletscherfluss der Ost-Alpen, muss bis September 2014 als Natura
2000-Gebiet ausgewiesen werden. "Der UWD, das Kuratorium Wald, der
Landschaftsschutzverein Osttirol und der OeAV drängen seit mehr als
10 Jahren auf die Nachnominierung dieses Naturjuwels, das
schützenswerte Vorkommen des Lebensraumtyps "Alpine Flüsse mit
Ufergehölzen der Deutschen Tamariske" beherbergt. Jetzt kann das Land
Tirol an einer Nachmeldung nicht mehr vorbeirudern. Außerdem sind
Kraftwerkspläne an der Isel sofort zu stoppen, um das künftige Natura
2000-Gebiet nicht zu gefährden", sagt Gerhard Heilingbrunner,
ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Nur Flächen des öffentlichen Wasserguts sollen Schutzgebiet
werden

Der UWD und das Kuratorium Wald haben einen Verordnungsentwurf für
das Natura 2000-Gebiet Isel und Zubringerbäche Tauern- und Kalserbach
sowie Schwarzach erarbeitet, das die Flussabschnitte der Isel in den
Bereichen Lienz bis Matrei i. O. sowie im Virgental bis zur Grenze
des Natura 2000-Gebiets "Hohe Tauern, Tirol" unter Schutz stellen
soll. Weiters umfasst das Gebiet den Tauernbach von der Einmündung in
die Isel bei Matrei i. O. den Kalserbach und die Schwarzach von der
Einmündung in die Isel bei Huben bis zu den Grenzen des Natura
2000-Gebiets "Hohe Tauern, Tirol".

Schutz für Deutsche Tamariske, Huchen, Koppe & Co.

Zweck der Ausweisung dieses Natura 2000-Gebietes ist es u. a., die
Lebensraumtypen "Alpine Flüsse mit Ufergehölzen der Deutschen
Tamariske", "Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation" und
"Auenwälder" zu erhalten. Insbesondere müssen dabei die ursprüngliche
Flussdynamik der Isel und ihrer Zubringer und der unverkennbare
Wildfluss- bzw. Wildbachcharakter bewahrt werden. Denn nur so kann es
gelingen, die Lebensräume der Deutschen Tamariske sowie wichtiger
Tierarten wie Huchen, Koppe oder Gelbbauchunke zu erhalten und die
Bestände im gesamten Flussgebietssystem bzw. Schutzgebiet zu sichern.

Imagegewinn für Osttirol

"Natura 2000 an der Isel sichert den Lebensraum europaweit bedrohter
Tier- und Pflanzenarten und garantiert weiterhin die Intaktheit
dieses Erlebnis- und Erholungsraumes und damit weitere regionale
Wertschöpfung. Der Landschaftsschutzverein Osttirol sieht in der
bevorstehenden Einbringung der Isel und ihrer Zubringer in das
europäische Naturerbe Natura 2000 eine besondere Auszeichnung für
diesen einmaligen Gletscherfluss und damit einen bedeutenden
Imagegewinn für Osttirol", konstatiert Wolfgang Retter, Obmann des
Landschaftsschutzvereins Osttirol und Naturschutzreferent der OeAV-S.
Lienz.

Dialog suchen: Natura 2000-Beirat gründen, Managementplan
gemeinsam erarbeiten

"Wir empfehlen zudem, dass die Naturschutzbehörde nach Inkrafttreten
der Verordnung einen Natura 2000-Beirat gründen soll, der aus
Interessenvertretern, VertreterInnen der Standortgemeinden, NGOs und
Betroffenen bestehen soll. Das soll garantieren, dass die betroffene
Öffentlichkeit aktiv in den Prozess Natura 2000 miteingebunden wird.
Außerdem soll ein Managementplan ausgearbeitet werden, der Maßnahmen
zum Schutz und Erhalt des Schutzgebiets "Gletscherfluss Isel und
Zubringer" beinhaltet und im Rahmen des Natura 2000-Beirats gemeinsam
zu erarbeiten ist. Abschließend appelliere ich an das Land Tirol, die
erforderlichen Schritte für die Nachnominierung der Isel unverzüglich
zu setzen und damit den solidarischen Beitrag Österreichs am
europäischen Naturerbe sicherzustellen", so Heilingbrunner.

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