• 10.04.2014, 09:25:17
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IKG vermisst eine "Grundreinigung" der FPÖ

Ein Mölzer macht noch keinen Frühling

Utl.: Ein Mölzer macht noch keinen Frühling =

Wien (OTS) - Mölzer ist "im Parteiinteresse" aus wahltaktischen
Gründen gegangen, die "Grundreinigung", also die überzeugende
Abgrenzung der FPÖ vom rechtsextremen Rand, ist jedoch ausgeblieben.
Sie ist auch deshalb nicht möglich, weil gerade dieser Rand,
repräsentiert durch die völkischen Burschenschaften, die obere
Funktionärsriege der FPÖ dominiert. Dieser Kaderschmiere, und
besonders Verbindungen wie "Olympia" oder "Teutonia", deren
Angehörige noch vor kurzer Zeit am Heldenplatz die Niederlage
Deutschlands im Jahr 1945 betrauerten, gehören etwa ein Drittel der
Abgeordneten des Nationalrates und etwa die Hälfte der Abgeordneten
des Wiener Landtages an. Mölzer selbst bezeichnete die
Burschenschaften als das "wichtigste Personalreservoir". Ihnen gelang
es zuletzt auch, das aus dem Parteiprogramm bereits entfernte
Bekenntnis zur "deutschen Volksgemeinschaft" wieder zu verankern.
Originalzitat Mölzers: "Die Strache-FPÖ verleugnet ihre Wurzeln
nicht. Das hat die Haider-FPÖ gemacht". Die im WKR- Wiener
Kooperationsring zusammengefassten Burschenschaften bilden gemeinsam
mit jenen der Bundesrepublik Deutschland die "Deutsche
Burschenschaft", wobei gerade jene aus Österreich am äußersten
rechten Flügel beheimatet sind. "Fremdrassige" Mitglieder, wie erst
unlängst ein aus China stammender Deutscher, sind unter Anwendung von
dem "Ariernachweis" ähnlichen Regelungen als Mitglieder unerwünscht.
Querverbindungen von offen neonazistischen Websites wie "Alpen-Donau"
zu diesem Milieu werden immer wieder in entsprechenden
Gerichtsverfahren offensichtlich.

Die Wahl des 3. Nationalratspräsidenten Graf (einem Mitglied der
jahrelang in der 2. Republik verbotenen Burschenschaft Olympia) wurde
seinerzeit von den anderen Parteien trotz Warnungen schweigend
hingenommen. Es liegt jetzt an der Parteienlandschaft und der
Zivilgesellschaft den "Cordon-sanitaire" um die FPÖ
aufrechtzuerhalten und zu verstärken. Hetze gegen Minderheiten,
Fremde und Asylsuchende darf in Österreich nicht salonfähig werden!

Oskar Deutsch
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

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