- 08.04.2014, 17:48:35
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Buchpräsentation "Exil in Afrika"
Nationalfonds stellt Band 3 der Buchreihe "Erinnerungen" vor
Utl.: Nationalfonds stellt Band 3 der Buchreihe "Erinnerungen" vor =
Wien (OTS) - Am 10. April 2014 um 18:30 Uhr präsentiert der
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des
Nationalsozialismus in der Österreichischen Nationalbibliothek im
Palais Mollard, Herrengasse 9, 1010 Wien, den dritten Band der
Buchreihe "Erinnerungen. Lebensgeschichten von Opfern des
Nationalsozialismus" zum Schwerpunkt "Exil in Afrika". Dabei werden
Audio-, Video- und Textpassagen von lebensgeschichtlichen Interviews
mit österreichischen NS-Verfolgten vorgestellt, die auf ihrer Flucht
vor dem nationalsozialistischen Regime in afrikanische Länder
gelangten. Durch den Abend führt die Historikerin und ORF-Moderatorin
Claudia Unterweger, die im Anschluss an die Präsentation mit dem
Filmemacher Tom Matzek (ORF) und dem Historiker Albert Lichtblau
(Universität Salzburg) über "Exil in Afrika" diskutieren wird. Für
die musikalische Umrahmung sorgt Jali Keba Cissokho mit Koramusik.
Band 3 ist der erste von insgesamt vier geplanten Bänden der vom
Nationalfonds seit dem Jahr 2011 herausgegebenen Buchreihe
"Erinnerungen", die sich mit dem Leben im Exil außerhalb Europas
beschäftigen. Der Band dokumentiert auf 240 Seiten insgesamt neun
Lebensgeschichten, die so verschieden sind wie die Menschen, die
damals aus Österreich flüchten mussten. Die Texte sind reichlich mit
historischen sowie aktuellen Fotos und dokumentarischem Material aus
Privatarchiven illustriert. Univ.-Prof. Dr. Albert Lichtblau, der
selbst zahlreiche Interviews mit Holocaust-Überlebenden geführt hat -
unter anderem auch in Afrika -, erläutert in seinem Gastbeitrag die
Besonderheiten der Flucht ins koloniale und postkoloniale Afrika
südlich der Sahara. Er geht dabei auf den historischen Hintergrund
sowie auf die der ersten Emigration oft folgende lebenslange weitere
Migration ein und befasst sich auch mit dem Sonderfall der
Internierung auf Mauritius.
"Von den fast 30.000 Menschen, die seit 1996 durch den
Nationalfonds als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt wurden,
leben die meisten außerhalb Österreichs, verstreut in über 75 Ländern
der Welt - 85 von ihnen leben in Afrika", erklärt die
Generalsekretärin des Nationalfonds, Mag.a Hannah Lessing. "Die
Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die in diesem Band zu uns sprechen,
sind es, die uns Geschichte nahebringen, sie im wahrsten Sinne des
Wortes fühlbar machen", so die Herausgeberin und stellvertretende
Generalsekretärin des Nationalfonds, Dr.in Renate Meissner.
Seit dem Gedenkjahr 2008 anlässlich des 70. Jahrestages des
"Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich werden auf der
Website des Nationalfonds autobiografische Texte von
AntragstellerInnen des Nationalfonds veröffentlicht. Mittlerweile
sind über 100 Lebensgeschichten in deutscher und englischer Sprache
online nachzulesen.
Die Buchreihe "Erinnerungen" richtet sich an alle Interessierten,
vor allem aber an SchülerInnen und Studierende in Österreich. Von den
beiden bisher erschienenen Bänden wurden bereits über 25.000
Exemplare an österreichische Schulen für den Unterrichtsgebrauch
verteilt. Die Bücher können zum Selbstkostenpreis von fünf Euro beim
Nationalfonds bezogen werden.
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