1.000 zusätzliche syrische Flüchtlinge aufnehmen

Caritas Präsident Michael Landau: Die Flüchtlingskrise in Syrien spitzt sich immer weiter zu. Österreich muss jetzt handeln und mehr Menschen in Not eine sichere Heimat bieten.

Wien (OTS) - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer empfängt heute den jordanischen König Abdullah zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in Österreich. Bei dem Treffen steht auch das Thema Syrien auf der Agenda. Anlässlich dieses Besuches erinnert Caritas Präsident Michael Landau an das unbeschreibliche Leid und Elend der syrischen Flüchtlinge. "Jordanien ist kein großes Land - in etwa so groß wie Österreich. Doch Jordanien muss in diesen Zeiten Großes leisten. Mehr als 590.000 SyrerInnen suchten hier in den vergangenen drei Jahren Zuflucht", betont Landau, der sich vor wenigen Wochen selbst ein Bild der Flüchtlingssituation in Jordanien machen konnte.
Vor drei Jahren führten politische Unruhen zu einem blutigen Bürgerkrieg in Syrien. Bis heute sind über acht Millionen Menschen auf der Flucht, davon rund 5,5 Millionen Kinder. "Tausende Kinder sind verwundet oder müssen ohne Eltern auf der Flucht ums Überleben kämpfen. Viele sind von Hilfe abgeschnitten und müssen Hunger leiden", schildert Caritas Präsident Michael Landau die dramatische Lage. Drei von vier Flüchtlingskindern sind jünger als 12 Jahre. Mehr als 3.700 unbegleitete oder von ihren Eltern getrennte syrische Kinder halten sich zurzeit in Syrien und dem Nachbarstaat Jordanien auf. Ihre Eltern sind tot oder verhaftet bzw. haben die Kinder aus Angst vor der Gewalt alleine in die sichereren Nachbarländer geschickt. Viele der Flüchtlingskinder sind schwer unterernährt und leben in provisorischen Unterkünften. Besonders besorgniserregend:
Rund eine Million Kinder in belagerten Gebieten haben keinen Zugang zu Hilfsleistungen.
Der kleine Nachbarstaat Jordanien hat laut offiziellen Angaben 590.000 bereits syrische Flüchtlinge aufgenommen. Das heißt: In Jordanien ist damit bereits jeder zehnte Einwohner ein Flüchtling -eine enorme Herausforderung für den Staat.
"Kontingent verdoppeln"
"Die Situation der syrischen Flüchtlinge spitzt sich dramatisch zu. Wir sind dringend gefordert, den vielen Kindern und Frauen in Not jetzt zu helfen", appelliert der Caritas Präsident auch an die österreichische Bundesregierung: "Unsere PolitikerInnen haben sich bereit erklärt, 500 zusätzliche SyrerInnen in Österreich aufzunehmen. Das ist zu begrüßen. Aber um es kurz zu machen: 500 zusätzliche SyrerInnen sind weniger Menschen, als ein mittlerer Gemeindebau in Österreich Wohnungen zählt. Deutschland hat angekündigt, nicht nur 5.000 zusätzliche Syrer aufzunehmen, sondern das Kontingent zu verdoppeln. Als Caritas glauben wir: Österreich muss diesem Beispiel folgen. Auch wir sollten insgesamt 1.000 zusätzliche Menschen in Österreich aufnehmen. 1000 zusätzliche Syrer bringen die Republik nicht ins Wanken. 1000 zusätzliche Syrer bedeuten aber 1.000 zusätzlich gerettete Menschenleben."
So hilft die Caritas
Die Caritas Österreich hat seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011 insgesamt knapp 4 Mio. Euro für die Nothilfe für Syrien-Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Damit werden über 60.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen, Winterkleidung, medizinischer Hilfe sowie der Reparatur und Verbesserung ihrer notdürftigen Unterkünfte unterstützt.

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