• 08.04.2014, 11:27:58
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1.000 zusätzliche syrische Flüchtlinge aufnehmen

Caritas Präsident Michael Landau: Die Flüchtlingskrise in Syrien spitzt sich immer weiter zu. Österreich muss jetzt handeln und mehr Menschen in Not eine sichere Heimat bieten.

Utl.: Caritas Präsident Michael Landau: Die Flüchtlingskrise in
Syrien spitzt sich immer weiter zu. Österreich muss jetzt
handeln und mehr Menschen in Not eine sichere Heimat bieten. =

Wien (OTS) - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer empfängt heute den
jordanischen König Abdullah zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in
Österreich. Bei dem Treffen steht auch das Thema Syrien auf der
Agenda. Anlässlich dieses Besuches erinnert Caritas Präsident Michael
Landau an das unbeschreibliche Leid und Elend der syrischen
Flüchtlinge. "Jordanien ist kein großes Land - in etwa so groß wie
Österreich. Doch Jordanien muss in diesen Zeiten Großes leisten. Mehr
als 590.000 SyrerInnen suchten hier in den vergangenen drei Jahren
Zuflucht", betont Landau, der sich vor wenigen Wochen selbst ein Bild
der Flüchtlingssituation in Jordanien machen konnte.
Vor drei Jahren führten politische Unruhen zu einem blutigen
Bürgerkrieg in Syrien. Bis heute sind über acht Millionen Menschen
auf der Flucht, davon rund 5,5 Millionen Kinder. "Tausende Kinder
sind verwundet oder müssen ohne Eltern auf der Flucht ums Überleben
kämpfen. Viele sind von Hilfe abgeschnitten und müssen Hunger
leiden", schildert Caritas Präsident Michael Landau die dramatische
Lage. Drei von vier Flüchtlingskindern sind jünger als 12 Jahre. Mehr
als 3.700 unbegleitete oder von ihren Eltern getrennte syrische
Kinder halten sich zurzeit in Syrien und dem Nachbarstaat Jordanien
auf. Ihre Eltern sind tot oder verhaftet bzw. haben die Kinder aus
Angst vor der Gewalt alleine in die sichereren Nachbarländer
geschickt. Viele der Flüchtlingskinder sind schwer unterernährt und
leben in provisorischen Unterkünften. Besonders besorgniserregend:
Rund eine Million Kinder in belagerten Gebieten haben keinen Zugang
zu Hilfsleistungen.
Der kleine Nachbarstaat Jordanien hat laut offiziellen Angaben
590.000 bereits syrische Flüchtlinge aufgenommen. Das heißt: In
Jordanien ist damit bereits jeder zehnte Einwohner ein Flüchtling -
eine enorme Herausforderung für den Staat.
"Kontingent verdoppeln"
"Die Situation der syrischen Flüchtlinge spitzt sich dramatisch zu.
Wir sind dringend gefordert, den vielen Kindern und Frauen in Not
jetzt zu helfen", appelliert der Caritas Präsident auch an die
österreichische Bundesregierung: "Unsere PolitikerInnen haben sich
bereit erklärt, 500 zusätzliche SyrerInnen in Österreich aufzunehmen.
Das ist zu begrüßen. Aber um es kurz zu machen: 500 zusätzliche
SyrerInnen sind weniger Menschen, als ein mittlerer Gemeindebau in
Österreich Wohnungen zählt. Deutschland hat angekündigt, nicht nur
5.000 zusätzliche Syrer aufzunehmen, sondern das Kontingent zu
verdoppeln. Als Caritas glauben wir: Österreich muss diesem Beispiel
folgen. Auch wir sollten insgesamt 1.000 zusätzliche Menschen in
Österreich aufnehmen. 1000 zusätzliche Syrer bringen die Republik
nicht ins Wanken. 1000 zusätzliche Syrer bedeuten aber 1.000
zusätzlich gerettete Menschenleben."
So hilft die Caritas
Die Caritas Österreich hat seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011
insgesamt knapp 4 Mio. Euro für die Nothilfe für Syrien-Flüchtlinge
zur Verfügung gestellt. Damit werden über 60.000 Menschen mit
Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen, Winterkleidung,
medizinischer Hilfe sowie der Reparatur und Verbesserung ihrer
notdürftigen Unterkünfte unterstützt.

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