- 08.04.2014, 10:08:42
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Verfahren gegen 4-fachen Anti-Tierschutz-Buttersäureattentäter eingestellt!
Psychiatrisches Gutachten ergab, dass er nicht in der Lage ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen - unterdessen ist der Täter untergetaucht
Utl.: Psychiatrisches Gutachten ergab, dass er nicht in der Lage
ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen - unterdessen ist der
Täter untergetaucht =
Wien (OTS) - Zoltan Alfred L. kam 2008 nach Österreich und wurde
Fiakerfahrer. Hier störte er sich an Homosexuellen, sowie an Sex-,
Tattoo-, Hanf- und Hanfzubehörshops, und begann sie sowie einige
Privatpersonen zwischen Juli 2008 und Mai 2009 systematisch zu
schädigen. Aktenkundig sind mindestens 53 Anschläge durch Einschlagen
oder Verätzen von Auslagenscheiben, Verkleben von Türschlössern,
Aufstechen von Autoreifen und Zerstören von Autolack. Der Schaden
soll insgesamt Euro 81.000 überstiegen haben. Ein psychiatrisches
Gutachten attestierte ihm, durch eine psychische Erkrankung und
wahnhafte Störung nicht für seine Taten verantwortlich zu sein. Alle
Verfahren wurden eingestellt. Keine Gefahr für die Gesellschaft,
vielleicht weil die Beschädigungen sowieso nur Außenseiter betrafen?
Im Jahr 2013 begann Zoltan Alfred L. dann damit, AktivistInnen des
VGT mit Buttersäure zu attackieren. Zunächst Anfang August und dann
erneut Ende August vor Kleider Bauer in der Mariahilferstraße,
anschließend anlässlich des Protests gegen eine Pelzmodenschau in
Berlin und gegen den Jägerball an der Wiener Hofburg. Diesmal hatte
der Attentäter neben seiner mit Buttersäure gefüllten Spritzpistole
auch einen Elektroschocker mit, den er gegen 2 Personen einsetzte.
Zahlreiche TierschützerInnen wurden dabei verletzt, insbesondere
durch Verätzungen in den Augen. Erneut wurde ein psychiatrisches
Gutachten in Auftrag gegeben, das nun vorliegt: "Aus psychiatrischer
Sicht ist davon auszugehen, dass Herr L. auch diesmal in der
subjektiven Gewissheit handelte, das Richtige zu tun. Die Tathandlung
erfolgte wahngeleitet, ohne Einsicht in das begangene Unrecht.
Hinweise auf erhöhte Gewaltbereitschaft, Affektdurchbrüchigkeit oder
Störungen der Impulskontrolle finden sich nicht." Erneut wurden alle
Verfahren gegen Zoltan Alfred L. eingestellt. Laut Polizeibericht ist
er nun untergetaucht, nirgends mehr wohnhaft und für die Behörde
nicht mehr erreichbar.
VGT-Obmann Martin Balluch, selbst vom Attentäter mit einem
Elektroschocker verletzt, kommentiert: "Vor 8 Jahren soll in eine
Filiale der Firma Kleider Bauer Buttersäure gespritzt worden sein.
Was war das damals für eine Aufregung, Tierschutz sei Terrorismus,
eine eigene SOKO wurde gegründet. 8 Jahre später geht das Verfahren
immer noch weiter, Ende Mai wird der Tierschutzprozess in erster
Instanz erneut beginnen. Dann kommen 4 Buttersäureattentate auf
TierschützerInnen, AktivistInnen werden verletzt, Personen mit einem
Elektroschocker traktiert. Plötzlich ist Buttersäure ganz harmlos,
die paar verätzten Augen, der kleine Schmerz durch einen Taser. Der
Attentäter sei sich des Unrechts seiner Handlungen nicht bewusst, er
habe keine Schuldfähigkeit. § 11 StGB sieht in diesem Fall vor, das
Verfahren einzustellen, was auch geschehen ist. Aber ein schaler
Nachgeschmack bleibt: deutlicher könnte nicht gemacht werden, dass
TierschützerInnen Menschen zweiter Klasse sind, hier mit zweierlei
Maß gemessen wird. Buttersäure gegen AktivistInnen ein
Kavaliersdelikt, Buttersäure gegen Tierpelz ein Kapitalverbrechen.
Der Attentäter ist frei und untergetaucht, die TierschützerInnen,
denen keine einzige Straftat nachgewiesen werden konnte, stehen nach
8 Jahren erneut vor Gericht, diesmal weil ihre legale Kampagne gegen
pelzführende Geschäfte eine schwere Nötigung gewesen sein soll."
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