• 02.04.2014, 08:03:13
  • /
  • OTS0005 OTW0005

Expertenforum: Ideale Symbiose für Wärme

Sonne und Beton machen Salzburger Kommunalbau zum "Energie-Selbstversorger"

Utl.: Sonne und Beton machen Salzburger Kommunalbau zum
"Energie-Selbstversorger" =

Wien (OTS) - Solarenergie, die in Form von elektrischem Strom oder
Wärme technisch genutzt wird, ist kaum mehr wegzudenken. Die
innovative Technologie der Bauteilaktivierung, welche die Ressource
Beton nützt, ergibt mit Solarenergie eine neue, besondere Symbiose
zur Wärmeversorgung kommunaler Bauten wie Schulen, Krankenhäuser oder
Veranstaltungs- zentren. "Betondecken oder Bodenplatten können
ähnlich wie Heizkörper eingesetzt werden", so DI Felix Friembichler,
Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie
(VÖZ) beim Experten-forum Energiespeicher Beton am 27. März 2014.
"Sämtliche Betonbau-teile fungieren als Akku. Sie speichern
Sonneneinstrahlung, Umgebungswärme sowie Wärme aus Bauteilaktivierung
und geben diese bei Bedarf langsam ab." Das Expertenforum fand im
kürzlich eröffneten Gemeindezentrum in Hallwang, Salzburg, statt.

Der kommunale Bau in der Heimatgemeinde von Gemeindebundpräsident
Professor Helmut Mödlhammer gilt als neuestes Vorzeigeprojekt für
visionäres Energiemanagement. "Trotz Temperaturen von minus 12 Grad
wurde keine einzige Kilowattstunde zur Heizung des Gebäudes
einge-setzt", zeigt sich Mödlhammer in seinen Erwartungen bestätigt.
Auch ein besonderes Wohlfühlklima wurde dem Gemeindezentrum
attestiert.

Salzburg im Spitzenfeld der Energieeffizienz

Salzburgs Landesrat Dr. Josef Schwaiger sieht Salzburg beim Anteil
erneuerbarer Energieträger im nationalen und internationalen
Spitzenfeld. "Salzburg deckt bereits 44 % aus erneuerbaren
Energiequellen ab", erklärte Schwaiger. "Vieles deutet auf eine
steigende Energieeffizienz hin. Trotz Wirtschaftswachstums ist der
Energieverbrauch seit 2005 nicht gestiegen." Für 2050 peilt Salzburg
an klimaneutral, energieautark und nachhaltig zu wirtschaften.

Betondecken als Kühl- oder Heizelemente

"Zur Kühlung von Büroräumlichkeiten werden bauteilaktivierte
Decken, in die wasserführende Rohre verlegt sind, besonders
wirtschaftlich eingesetzt", erklärte Dr. Peter Holzer, IPJ
Ingenieurbüro P. Jung, beim Expertenforum. "Das Besondere am Beton
ist sein enormes Speichervermögen, damit kann er kurzfristig als
Puffer funktion-ieren." Wetterbedingte Schwankungen der Außen- und
die nutzungs-bedingte Schwankungen der Innentemperaturen werden durch
Bauteile aus Beton ausgeglichen. Decken, Wände oder Fußböden dienen
als Energie-speicher und geben bei gleichmäßigem Temperaturverlauf
angenehme Strahlungswärme ab. Durch die gezielte Nutzung der
Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit von Beton kann eine
bauteilaktivierte Decke mit demselben System je nach Bedarf als Heiz-
oder Kühldecke einge-setzt werden. "So können wir zwei Fliegen mit
einer Klappe schlagen und Kosten minimieren", meinte Haustechniker DI
Wolfram Steiner.

Forschung für mehr Planungssicherheit

Neueste Forschungsergebnisse thermisch aktivierter Zwischendecken
präsentierte Ao.Univ. Prof. Klaus Krec, TU Wien. "Die Ergebnisse sind
vor allem für Auslegungsberechnungen in der Bauteilaktivierung von
Belang und erhöhen die Planungssicherheit", so Krec.

Gemeindezentrum Hallwang ist "Energie-Selbstversorger"

"Dieses Gebäude verursacht keine CO2-Emissionen, denn die gesamte
Energieversorgung erfolgt solar", erklärte der Salzburger
Haustechniker Harald Kuster, FIN - Future is now, Kuster
Energielösungen. So erfolgt die gesamte Stromversorgung über eine
Photovoltaik-Anlage. Die Energie für Warmwasser und Wärmeversorgung
stammt von der auf dem Dach installierten thermischen Solaranlage.
Die Bodenplatte und die Betondecke zwischen Hang- und Erdgeschoß
werden thermisch aktiviert und dienen als Heizelemente, indem das
Warmwasser durch die Teile gepumpt wird. Zusätzlich speichern
freiliegende Bauteile aus Beton die Wärme der einstrahlenden Sonne
und geben sie bei Bedarf wieder ab. "Wir können ein Resümee über den
kühleren Oktober ziehen. Das Gebäude konnte rein mit der in den
Bauteilen gespeicherten Wärme der Sonne temperiert werden und das
ohne Bauteilaktivierung. Die aus der Solaranlage gewonnene Energie
wird an das benachbarte Gasthaus weiterverkauft", so Kuster.

Vollsolare Beton-Heizung spart Geld

"Es sind 480m3 Beton im Gebäude vorhanden, die als Energiespeicher
genutzt werden können. Die Masse ist mehr als ausreichend, um das
Zentrum ganzjährig ohne Temperaturschwankungen zu temperieren",
erklärte Kuster. Da die Betonteile ohnehin im Gebäude vorhanden sind,
entstehen für die Errichtung des Wärmesystems im Vergleich zu einem
herkömmlichen System keine Mehrkosten. "Die Gemeinde erspart sich
durch die vollsolare Beheizung mit der Bauteilaktivierung jährlich
rund 6.000 Euro." Rund ein Drittel der produzierten Energie wird
nicht benötigt und verkauft. Da das System weitgehend wartungsfrei
läuft, wird es langfristig zu weiteren Einsparungen kommen.

Höchste Qualität durch beste Zusammenarbeit der Gewerke

"Die konstruktive, interdisziplinäre Zusammenarbeit aller
beteiligten Gewerke wirkt sich wesentlich auf die Qualität des
Gebäudes aus", weiß Friembichler. Für die Planung zeichnen die
Salzburger Architekten Resmann & Schindlmeier ZT GmbH verantwortlich.
"Das Gemeindezentrum befindet sich in Hanglage, mit einem
Untergeschoß teils unter der Erde, teils im Freien", so die
Architekten. "Beton wird den architektonischen Anforderungen des
Objekts am besten gerecht. Gleichzeitig konnten wir mit den
Betonteilen einfach und ohne Zusatzkosten mit Harald Kuster das
innovative System der Bauteilaktivierung anwenden", so Arch. DI
Robert Schindlmeier.

Gebäude zum Vorzeigen

"Beim Betriebsobjekt von ÖBAU Mössler in Villach wurden
Gebäudehülle und technische Systeme aufeinander abgestimmt", erklärte
Ing. Siegfried Sotular, Ingenieurbüro für Gebäudetechnik
energieeffizienz. Mit der Bauteilaktivierung, über die auch gekühlt
wird, entstand ein energieeffizientes Gebäude ohne nennenswerte
Mehrkosten, das mit dem Green Building Zertifikat ausgezeichnet
wurde. Am Standort von Trotec in OÖ ist das gesamte Gebäude
bauteilaktiviert. "Mit der aktivierten Industriefußbodenplatte können
wir den gesamten Gebäudebereich heizen und kühlen", freut sich Bmstr.
Gerald Schmidt, EcoProjekt, Wien. Beim Ausstellungsgebäude Tirol
Panorama - Museum am Bergisel entschied sich Architekt DI Philipp
Stoll mit seinem haustechnischen Team zur Beheizung bzw. Kühlung des
Gebäudes die Wand des Zylinders mit Betonteilaktivierung
auszustatten. "Die Bauteilaktivierung erzielt den Zusatzeffekt
thermisch bedingte Staubaufwirbelungen im sensiblen
Ausstellungsbereich zu unterbinden", so Stoll.

Weitere Infos unter www.zement.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BWO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel