• 31.03.2014, 17:06:28
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Gesundheitskonferenz: Ärztebashing des Patientenanwalts hilft nur wenig

Was es braucht, sind bessere Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte - Mangelnden Wertschätzung durch Politik und Sozialversicherung

Utl.: Was es braucht, sind bessere Arbeitsbedingungen für Ärztinnen
und Ärzte - Mangelnden Wertschätzung durch Politik und
Sozialversicherung =

Wien (OTS) - Scharfe Kritik richtet Ärztekammerpräsident Thomas
Szekeres an den jüngsten Aussagen des niederösterreichischen
Patientenanwalts Gerald Bachinger, der bei der Gesundheitskonferenz
evidenzbasierte, qualitätsgesicherte Behandlung einforderte und dabei
"in andauernder und undifferenzierter Weise die Ärzteschaft in
Misskredit bringt". ****

Die Ausbildung eines Arztes dauere mindestens neun Jahre, und alle
Ärztinnen und Ärzte hätten eine verpflichtende Fortbildung. "Allein
die Wiener Ärztekammer bietet pro Jahr in etwa 200
Fortbildungsveranstaltungen an. Die dabei vergebenen
Fortbildungspunkte sind nachzuweisen und werden kontrolliert", betont
Szekeres. Ihm sei keine Berufsgruppe mit nur annähernd so strengen
Verpflichtungen zur Fortbildung bekannt, wie die der Ärzteschaft.
"Hier von mangelnder Evidenz bei der Therapie unserer Patienten zu
sprechen, führt ungerechterweise nur zur Verunsicherung von Patienten
und zu Frustration bei den Ärztinnen und Ärzten, welche sich fast
ausnahmslos für ihre Patienten maximal einsetzen, in vielen Fällen
geradezu aufopfernd."

Trotzdem wünscht sich Szekeres eine kontinuierliche Verbesserung
der Ausbildung, wie zum Beispiel die Einführung von verpflichtendem
Unterricht in Lehrpraxen oder eine bessere Vorbereitung der
Allgemeinmediziner während ihrer Ausbildung auf den späteren Beruf.
"Leider sind hier die Verantwortlichen nicht sehr empfänglich für
sinnvolle Neuerungen", kritisiert Szekeres. Vielmehr würden Ärztinnen
und Ärzte, die täglich ihr Bestes geben, andauernd kritisiert.

Die Folge davon sei, dass sich auch aufgrund der mangelnden
Wertschätzung durch Politik und Sozialversicherung immer weniger
Ärztinnen und Ärzte um Tätigkeiten im Bereich der Sozialversicherung
bewerben. Allein im vergangenen Jahr hat es in Wien bei 48
Ausschreibungen für Kassenverträge für Allgemeinmedizin bei sieben
Stellen keinen einzigen Bewerber gegeben, bei zehn weiteren Stellen
gab es nur einen einzigen Bewerber.

Für Szekeres sind das eindeutige Hinweise darauf, wie notwendig es
ist, die Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte nachhaltig zu
verbessern. "Die Wartelisten für Anstellungen in den Spitälern sind
leer, und immer mehr Absolventen des Studiums ziehen es vor, ins
Ausland zu gehen. Sie erhalten dort eine bessere Ausbildung, eine
bessere Bezahlung und werden wertgeschätzt." Ärztebashing allein
helfe jedenfalls wenig, "es spitzt höchstens die Lage noch weiter
zu". (hpp)

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