• 24.03.2014, 10:41:04
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KMU ordnen ihre Finanzierung neu

Wien (OTS) - Die geänderten Umfeldbedingungen haben zu einer
grundlegenden Anpassung der Finanzierungsstruktur der KMU geführt.
Gerade in den Jahren seit 2008 wurde klar, dass Liquidität auch ihren
Wert hat. Diesbezüglich haben die KMU - wie ein Langfristvergleich
zeigt - reagiert.

Zunehmend gewinnt die langfristige Finanzierung an Bedeutung
gegenüber den kurzfristigen - in der Regel jährlich - revolvierend zu
prolongierenden (Kontokorrentkredit)-Linien. Bereits vor dieser
Veränderung war im Gesamtdurchschnitt die Fristenkongruenz
gewährleistet.

Die Erhöhung der Eigenkapitalquote im Ausmaß von 12 %-Punkten in
der letzten Dekade entspricht fast exakt der Reduzierung des
kurzfristigen Fremdkapitals. Anders formuliert: Langfristiges
Eigenkapital ersetzt kurzfristige Bankverbindlichkeiten und
Lieferantenverbindlichkeiten.

Erhöhung der Eigenkapitalquote

Im Zeitablauf kam es zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote
der kleinen und mittleren Unternehmen der marktorientierten
Wirtschaft . So lag die durchschnittliche Eigenkapitalquote der KMU
2011/12 bei 17 %, während sie 2011/12 bereits 29 % betrug. Diese
positive Entwicklung zeigt sich übrigens in allen Größenklassen,
wobei die Kleinstunternehmen (ausgehend vom geringsten Niveau im Jahr
2001/02) den höchsten Anstieg aufweisen konnten (+14 %-Punkte).
Der Anstieg des Eigenkapitalpolsters trägt zu einer verbesserten
Bonität und einer geringeren Krisenanfälligkeit der österreichischen
KMU bei.

Kontinuierlicher Abbau des kurzfristigen Fremdkapitals

Der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals am Gesamtkapital hat
sich von 2001/02 von 56 % auf 45 % im Jahr 2011/12 reduziert.
Hauptsächlich ist dieser Rückgang auf die Reduzierung der
kurzfristigen Bankverbindlichkeiten zurückzuführen; es sanken aber
auch die Lieferantenverbindlichkeiten deutlich.
"Die Verkürzung der Lieferantenkreditdauer ist Ausdruck einer
verbesserten Liquiditätssituation der Unternehmen", so Mag. Peter
Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria. "Die KMU kommen ihren
Verpflichtungen zunehmend bis zum (vereinbarten) Fälligkeitsdatum
nach".

Steigerung der liquiden Mittel

Eine weitere positive Veränderung zeigt sich bei einer Betrachtung
der liquiden Mittel (Kassenbestände, Bankguthaben, Schecks): Diese
haben sich seit 2001/02 erhöht. 2001/02 lag der Anteil der liquiden
Mittel der KMU am Gesamtvermögen bei durchschnittlich 6,6 %; 2011/12
bei 8,4 %.

Nach Unternehmensgröße differenziert zeigt sich in allen
Größenklassen ein Anstieg des Anteils der flüssigen Mittel.
"Auch die Steigerung der liquiden Mittel ist Ausdruck der
umsichtigeren und vorsichtigeren Finanzgebarung der KMU" so Peter
Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria.

Methodische Hinweise:

Die Analysen basieren auf Sonderauswertungen aus der
Bilanzdatenbank der KMU Forschung Austria. Für das Jahr 2011/12
wurden 70.468 Jahresabschlüsse von bilanzierenden KMU der
marktorientierten Wirtschaft analysiert, für 2006/07 81.361 und für
2001/02 62.267

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