• 23.03.2014, 09:00:31
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Brustkrebsvorsorge: Ärzte wollen Zuweisungsmöglichkeit

Ärztekammer: Programm überarbeiten - niemanden ausgrenzen

Utl.: Ärztekammer: Programm überarbeiten - niemanden ausgrenzen =

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) tritt für eine
Erweiterung des Mammascreenings um die Zuweisungsmöglichkeit durch
niedergelassene Ärzte ein. Damit sollten die erheblichen Schwächen
des Programms beseitigt werden, betonte ÖÄK-Präsident Artur
Wechselberger am Sonntag in einer Aussendung. "Gesundheitsbewusste,
selbstbestimmte Frauen haben so die Möglichkeit, ihre
Entscheidungsautonomie wahrzunehmen und sich nach
vertrauensärztlicher Beratung untersuchen zu lassen", unterstrich
Wechselberger. Die staatliche Initiative des Brustkrebsscreenings
wäre somit eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Praxis.
Wechselberger: "Es wäre schade, wenn eine an sich gute Idee in den
Verdacht gerät, die Kosten für Krebsprävention möglichst niedrig zu
halten, indem große Teile der Bevölkerung zu wenig motiviert oder gar
ausgeschlossen werden."

So wie es derzeit ausschaue, reagiere nur ein sehr geringer
Prozentsatz auf die schriftlichen Einladungen, ergänzte der Obmann
der Bundesfachgruppe Frauenheilkunde und Gynäkologie in der ÖÄK,
Thomas Fiedler. "Das Programm sollte an sich jene Frauen erreichen,
die noch nie bei einer Mammografie waren. Stattdessen reagieren
überwiegend die Frauen, die schon einmal eine Mammografie hatten. Das
Programm hat damit seine Zielsetzung verfehlt, hier muss nachjustiert
werden". Das Mammascreening grenze jene Frauen aus, die nicht in das
Altersschema passen würden. "Möglicherweise haben aber genau diese
Frauen einen guten Grund, um eine Mammografie machen zu lassen, etwa
Brustkrebsfälle in der Familie. Diese Patientinnen dürften nicht
ausgegrenzt werden", so Fiedler. Er befürwortete in diesem
Zusammenhang eine stärkere Einbindung der betroffenen Fachgruppen -
Gynäkologen, Radiologen, Allgemeinmediziner - und unterstützte
Wechselbergers Forderung nach der Erweiterung des Programms um die
Zuweisungsmöglichkeit.

Vorbild Tirol

"Die Frauen, die wollen, dürfen nicht, und die Frauen, die dürfen,
wollen nicht", fasste Franz Frühwald, Obmann der Bundesfachgruppe
Radiologie, das Dilemma zusammen. Die Beteiligungsraten der ersten
Monate belegten, dass die Frauen in Österreich durch
Einladungsschreiben zum Screening nur wenig motivierbar wären. Die
Beteiligung werde erst dann wieder normale Ausmaße erreichen, wenn
die bisher zuweisenden Frauen- und Hausärzte als Motivatoren der
Frauen wieder eingebunden wären und Frauen in das BKFP überweisen
könnten, so Frühwald. Gerade das erfolgreiche Tiroler Pilotprojekt
hätte doch bewiesen, dass die besten Beteiligungsraten mit
Einladungsschreiben plus ärztlichen Überweisungen erreicht würden.
Völlig unverständlich, dass diese evidenten Ergebnisse von der
Sozialversicherung ignoriert werden, erklärte Frühwald.

Die Wortmeldungen von Patientenanwalt Gerald Bachinger zum Fehlstart
der Brustkrebsvorsorge seien unsachlich und unreflektiert. Als
"destruktive" Schuldzuweisungen würden sie jedem modernen
Fehlermanagement widersprechen. Die drei Ärztevertreter riefen die
Patientenanwaltschaft abschließend dazu auf, gemeinsam an einer
umgehenden Verbesserung des Mammascreenings mitzuarbeiten und
konstruktive Ideen einzubringen. (slv/ms)

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