Junge Wirtschaft zu AK: Kritik einseitig und kurzsichtig

Crowdfunding eröffnet Chancen für Wachstum, Beschäftigung und Innovation

Wien (OTS/PWK181) - "Die Kritik der Arbeiterkammer am Crowdfunding-Konzept ist kurzsichtig und einseitig. Crowdfunding ist ein internationaler Trend, der für einen ganzen Bereich von neuen Finanzierungs-, Förderungs- und Spendenformen, wie z.B. Crowd Lending, Donation Crowdfunding, Reward Crowdfunding und Equity Crowdfunding, steht. So werden auf diese Art in den USA von Innovationen, Sozialprojekten bis hin zu Bürokomplexen finanziert. "Dass es hier Rahmenbedingungen und Klarheit braucht ist, klar", kommentiert Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), die heutige Kritik der Arbeiterkammer. "Verschließt sich Österreich gegen diese Möglichkeit der ergänzenden Finanzierung, drohen Unternehmensabwanderungen. Oder anders formuliert: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben" so Rohrmair-Lewis weiter. Daher ist es unseriös, nur die Risiken von alternativen Finanzierungsformen zu sehen.

Jungunternehmer brauchen Fremdkapital
"Aufgrund der verschärften Eigenkapitalvorschriften für Banken kommen die heimischen Jungunternehmer schwerer an Fremdkapital. Daher braucht es Alternativen. Wie soll ein Gründer oder junger Unternehmer sonst seine Idee verwirklichen können und in der Folge Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung und Innnovation schaffen? Denn auf den Bäumen wachsen diese Dinge nicht. Gerade die Arbeiterkammer, die den Schutz von Arbeitsplätzen erfolgreich verfolgt, müsste hier mit an Bord sein. Es kann nicht im Interesse der AK sein, für den Verlust von Arbeitsplätzen aufgrund fehlender Unternehmensfinanzierung zu sein", erklärt Rohrmair-Lewis. Deshalb sei eine Erhöhung der Prospektpflicht unbedingt notwendig. Ein Prospekt verursacht momentan Kosten, die sich ein Jungunternehmer kaum leisten kann und in keiner Relation zur Investitionssumme stehen. Die Junge Wirtschaft hat im Rahmen einer Expertengruppe schon im Frühjahr 2013 konkrete Vorschläge für bessere Rahmenbedingungen bei Crowdfunding erarbeitet und präsentiert. Diese umfassen auch Informationspflichten gegenüber den Kleininvestoren.

Prospektpflichtgrenze erhöhen, Einlagenbegriff ändern
Der Vorschlag der JW sieht die Anhebung der Prospektpflicht von derzeit 250.000 Euro auf die von der EU ermöglichten 5 Millionen Euro vor. Darunter soll es je nach Projektvolumen stufenweise Informationspflichten geben. Das soll sicherstellen, dass Investoren über das Projekt ausreichend informiert werden. Außerdem ist eine Änderung des Einlagebegriffs im Bankwesengesetz notwendig. Jedes Unternehmen soll zum Zweck der Finanzierung realwirtschaftlicher Tätigkeiten, etwa dem Ankauf einer Maschine, Gelder sammeln dürfen. Der entgegengenommene Betrag darf dabei insgesamt 5 Millionen Euro nicht übersteigen. "Diese Änderungen ermöglichen jungen Unternehmen, Mittel für Investitionen zu erhalten und damit Wachstum, Innovation und Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig stellen sie notwendige Informationspflichten sicher", so der JW-Bundesvorsitzende. Gleichzeitig verweist Herbert Rohrmair-Lewis auf den 31. März. Bis zu diesem Tag soll, laut Regierungsprogramm, ein einheitlicher Rechtsrahmen für Crowdfunding und Bürgerbeteiligungsmodelle von der Bundesregierung erstellt werden. (PM)

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