- 19.03.2014, 10:41:16
- /
- OTS0090 OTW0090
Mammografie: Ärztekammer weist Anschuldigungen von Bachinger zurück
Bedeutung des direkten Arztkontakts muss mehr Rechnung getragen werden
Utl.: Bedeutung des direkten Arztkontakts muss mehr Rechnung
getragen werden =
Wien (OTS) - Verärgert zeigt sich Ärztekammerpräsident Thomas
Szekeres über den Vorwurf des niederösterreichischen Patientenanwalts
Gerald Bachinger, der im heutigen Ö1-Morgenjournal den Ärzten die
Schuld an der geringen Inanspruchnahme des
Mammografie-Screening-Programms gegeben hat. Der "übliche Reflex
Bachingers, in der Ärzteschaft den alleinigen Feind zu sehen, statt
auch einmal die eigenen Positionen kritisch zu hinterfragen", bringe
zwar kurze mediale Aufmerksamkeit, nütze den betroffenen Frauen aber
"herzlich wenig", so Szekeres. ****
Tatsächlich seien die ersten Teilnahmezahlen trotz des relativ
kurzen Beobachtungszeitraums seit Einführung "eher ernüchternd". Für
Szekeres ist das ein Zeichen dafür, dass die gewählte Vorgangsweise,
Frauen per anonymem Brief ohne Absender zur Mammografie einzuladen,
möglicherweise überdacht werden muss: "Ganz offensichtlich macht es
einen Unterschied, ob Frauen von einer ihnen unbekannten Institution
wie dem Hauptverband ein Schreiben erhalten, oder ob der sie
behandelnde Vertrauensarzt im direkten Gespräch und nach eingehender
Aufklärung und Beratung zur Mammografie überweist."
Gleichzeitig räumt Szekeres ein, dass der ursprüngliche Ansatz,
Frauen, die bisher zu keiner Mammografie gegangen sind, nunmehr durch
eine direkte Einladung zur Untersuchung zu motivieren, prinzipiell
richtig ist. Intensive Aufklärungsarbeit mit vermehrter Einbindung
der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie gezielte Information seien
aber notwendig, um dieses auch Ziel zu erreichen - hier gehöre also
nachgebessert.
"Der Reflex, die Ärzte sind an allem schuld, hilft jedenfalls
nicht weiter", betont Szekeres. Die momentane Situation habe daher
auch nichts mit "ärztlichem Machtverlust" zu tun, wie Bachinger im
Morgenjournal insistierte, sondern sei vielmehr Ausdruck der
Bedeutung des direkten Patientenkontakts durch den behandelnden Arzt.
Dem müsse bei einer allfälligen Evaluierung des Screening-Programms
mehr Rechnung getragen werden. (hpp)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW






