• 17.03.2014, 12:28:24
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Bundeskanzler Faymann: Gehen wir gemeinsam den Weg der Demokratie

Internationale Konferenz zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg im Parlament in Wien

Utl.: Internationale Konferenz zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg
im Parlament in Wien =

Wien (OTS) - "Das Jahr 2014 ist ein besonderes Gedenkjahr, das viele
schmerzliche Erinnerungen wachruft. Wir gedenken des Ausbruchs des
Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, wir erinnern uns an den Bürgerkrieg
in Österreich vor 80 Jahren und an den Beginn des Zweiten Weltkriegs
vor 75 Jahren. Diese Anlässe geben uns die Chance, aus der Geschichte
zu lernen", sagte Bundeskanzler Werner Faymann bei der
internationalen Konferenz: "1914 - The Collapse of a Peace Order: Is
Democratic Peace an Alternative?" heute, Montag, im Parlament, bei
der auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer,
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Anne Brasseur, die
Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats,
Eingangsstatements hielten.

"Der furchtbare Erste Weltkrieg mit seinen rund 17 Millionen Toten
war nicht nur der erste Massenvernichtungskrieg der Weltgeschichte,
er war auch eine politische und gesellschaftliche Zäsur. Nach dem
Kriegsende haben die Friedensverträge von St. Germain und Versailles
die demokratischen Entwicklungen erschwert und den Boden für die
Militarisierung der Politik und für den Faschismus aufbereitet. Der
Weg zum Faschismus wurde aber auch durch die Weltwirtschaftskrise
1929 begünstigt. Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 in Deutschland
und der Ausschaltung des Parlaments in Österreich wurden autoritäre
Strukturen geschaffen. In Österreich kam es nach dem Bürgerkrieg 1934
zum Austrofaschismus und 1938 zum Anschluss an Nazi-Deutschland", so
der Kanzler weiter. Das Erinnern habe aber nur dann einen Sinn, wenn
es in einem "Niemals wieder" münde, machte Faymann klar

"Wenn wir heuer an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erinnern,
dann denken wir an die furchtbarsten Verbrechen der
Menschheitsgeschichte, an eine beispiellose Aufhetzung von Menschen
unterschiedlicher Herkunft, Religionszugehörigkeit und Nationalität
gegeneinander. Daher werden wir im kommenden Jahr 2015, wenn an den
70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht werden
wird, auch deutlich an die Antwort der zivilisierte Menschheit auf
die Gräuel erinnern, nämlich mit dem Bekenntnis zu einem gemeinsamen,
friedlichen Europa", betonte Faymann.

"Wir haben aus der Geschichte gelernt: Dass der Faschismus dann seine
Chance findet, wenn die Menschen in Not und Armut leben. Die
Wirtschaftskrise von 1929 hat zum Zusammenbruch vieler sozialer
Systeme, zur Massenverelendung und letztlich zur Ausschaltung der
Demokratie geführt. Daher muss es auch heute, gerade nach der Krise
von 2008 und 2009, die von vielen Experten als die schlimmste Krise
nach 1929 gesehen wurde, für uns von größter Bedeutung sein, Arbeit
zu schaffen, Armut zu bekämpfen und in die Zukunft unserer
Gesellschaften zu investieren. Wir müssen in Bildung, Wissenschaft,
Forschung, Innovation, Technologie, aber auch in Kunst und Kultur
investieren und für einen guten Zusammenhalt innerhalb unserer
Gesellschaften sorgen", so der Bundeskanzler.

Die zweite große Herausforderung sei gerade wenige Monate vor einer
Wahl zum Europäischen Parlament die Bekämpfung jener Strömungen, die
den europäischen Weg des Interessensausgleichs verlassen wollen. "Wir
müssen uns bewusst machen, dass die Demokratie nicht
selbstverständlich ist und dass wir sie immer wieder aufs Neue
sichern müssen. Wir müssen den Rechtsstaat schützen und die
Menschenrechte, die wir gemeinsam definiert haben, respektieren und
weiter entwickeln."

Bundeskanzler Faymann erinnerte abschließend daran, dass nachhaltiger
Wohlstand in Europa ohne Frieden und soziale Gerechtigkeit, ohne
Freiheit und Rechtstaatlichkeit nicht denkbar seien und sagte: "Gehen
wir den Weg des gemeinsamen Europas und gehen wir vor allem gemeinsam
den Weg der Demokratie."

Fotos von dieser Konferenz sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

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