Neues Volksblatt: "Der tiefe Fall" von Alexander Zambarloukos

Ausgabe vom 14. März 2014

Linz (OTS) - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Jetzt, da Uli Hoeneß, der scheinbar unantastbare, allmächtige, in jungen Jahren empor gestiegene und kurz vor der Rente umso tiefer gefallene Wirtschaftsmanager und Präsident des FC Bayern München, sein erstinstanzliches und noch nicht rechtskräftiges Urteil in Sachen Steuerhinterziehung serviert bekommen hat, laufen die (sozialen) Netzwerke und Medien heiß.
Jeder gibt seinen Senf ab - quasi zu den Würstchen, die der 62-jährige Self-Made-"Multi" im zweiten Geschäftszweig abseits des Fußballs, der für ihn die Welt bedeutet, fabriziert hat.
"Der Runde muss ins Eckige" titelte etwa die Berliner Zeitung in Anlehnung an den Schuldspruch, der für den leidenden Uli Gefängnis vorsieht. Wegen Steuerhinterziehung. Achtundzwanzig komma sechsundvierzig Millionen Euro - das ist für böse Zungen ein "Transfer-Hammer": "Hoeneß wechselt für 3,5 Jahre vom FC Bayern in die Justizvollzugsanstalt". Ja, danach sieht's im Moment aus, auch wenn seine Verteidiger in die Berufung gegangen sind.
Die Strafe ist hart, aber gerecht. Bei diesen Summen kannst du nicht auf Gnade hoffen, selbst wenn du letztlich mit offenen Karten spielst und Hoeneß heißt. Uli Hoeneß, den die einen als arroganten "Schnösel" bewerten, die anderen als "Gutmenschen", der immer ein offenes Ohr für Arme hat. Jetzt fällt er selbst in diese Kategorie.

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