EU Studie: Arbeitsausbeutung auch in Österreich ein Thema

Der Leitfaden "Bauen auf Nachhaltigkeit - faire Arbeitsbedingungen in der Bauwirtschaft" unterstützt bei der Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen am Bau.

Wien (OTS) - Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) hat in Österreich untersucht, welche Rolle Unternehmen bei der Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen auf Baustellen spielen und welche fördernden Maßnahmen sie setzen können. Der Leitfaden zeigt mögliche Anzeichen für unfaire Arbeitsbedingungen und potentielle Risikofaktoren auf, und erläutert geeignete Schritte zur Vorbeugung und Abhilfe im Falle von Missständen.

Dr.in Julia Planitzer, Leiterin der Studie am BIM, dazu: "In Österreich stellen lange Subunternehmerketten einen Nährboden für unfaire Arbeitsbedingungen und Verletzung von Arbeitsrechten. Eine wichtige Entwicklung wäre ein Umdenken in der öffentlichen Auftragsvergabe weg vom Billigstbieterprinzip hin zu einem Bestbieterprinzip." Auch die Gruppe der undokumentierten Arbeiterinnen und Arbeiter ist häufig von besonders schlechten Arbeitsbedingungen betroffen. Seit Kurzem bietet die Einrichtung "UNDOK - Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender" dieser Gruppe kostenlose Beratung an.

Der Leitfaden für Unternehmen ist eines der Ergebnisse eines EU-Projekts, das in insgesamt sieben EU-Ländern umgesetzt wurde. Forscherinnen und Forscher in Österreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Dänemark, Belgien und Großbritannien gingen in den letzten Monaten der Frage nach, wie es um die Einhaltung von Arbeitsrechten in Landwirtschaft, Tourismus und Baubranche steht. Diese Sektoren werden besonders häufig im gleichen Atemzug mit Lohndumping, schlechten Arbeitsbedingungen oder Arbeitsausbeutung genannt. Für die Untersuchung zu Corporate Social Responsibility (CSR), der über die rechtlichen Verpflichtungen hinausgehenden gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, wurden zahlreiche Interviews geführt; mit Firmen genauso wie mit Kontrollbehörden oder Betriebsräten.

Download des Unternehmensleitfadens

Der Unternehmensleitfaden "Bauen auf Nachhaltigkeit - Ein Leitfaden für faire Arbeitsbedingungen in der Bauwirtschaft", welcher am 6. März im Rahmen eines Business-Breakfast im Cafe Griensteidl vorgestellt wurde, ist auf der Webseite des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte
(http://bim.lbg.ac.at/de/menschenrechte-wirtschaft) zum Download
verfügbar.

Über das LBI für Menschenrechte

Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) ist ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und wird von Prof. Dr. Manfred Nowak und Prof. Dr. Hannes Tretter geleitet. Das interdisziplinäre Team des BIM arbeitet an der wissenschaftlichen Erforschung unterschiedlichster Aspekte der Menschenrechte und will durch politische Bildungsarbeit sowie praktisches Engagement zu einer verstärkten Umsetzung der Menschenrechte in der Politik sowie zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Idee der Menschenrechte beitragen.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt 22 Forschungseinrichtungen (LBI) mit rund 400 MitarbeiterInnen in den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die LBG steht mit ihrem Motto "Nahe am Menschen" für die Behandlung gesellschaftsrelevanter Forschungsfragen: Ausgewählte LBI-Forschungsprojekte können auf der Crowdfunding-Plattform www.inject-power.at mit individuellen Spendenbeträgen, die steuerlich absetzbar sind, finanziell unterstützt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Dr.in Julia Planitzer
Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte
Tel.: +43 1 4277 27446
julia.planitzer@univie.ac.at

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