KONSUMENT: Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge - wenig Verbesserung durch neue Regelungen

Kosten nach wie vor zu hoch, kaum Rendite für Anleger

Wien (OTS/VKI) - Seit August 2013 gelten für die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge (PZV) neue gesetzliche Bestimmungen. Der große Wurf sind sie nicht, zumal manche Neuerungen in der Praxis noch gar nicht angekommen sind. Das zeigt nun auch eine aktuelle Erhebung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Vor allem hinsichtlich der Kostentransparenz hat sich demnach trotz geänderter Vorgaben wenig getan. "Die Kosten sind bei den angebotenen Produkten nach wie vor zu hoch und führen dazu, dass kaum Rendite bei den Anlegern ankommt", informiert VKI-Finanzexperte Walter Hager. Dasselbe gelte auch für laufende Verträge. "Unterm Strich bleibt den Vorsorgern oft wenig übrig." Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.konsument.at sowie ab 27.02. in der Märzausgabe der Verbraucherzeitschrift KONSUMENT.

Neue Regelungen seit August 2013

Am 1. August 2013 wurde in der PZV u.a. ein zweistufiges Modell zur Veranlagung in Aktien eingeführt. Das Ziel der Neuerung war, den Spielraum für weniger riskante Anlageformen zu erweitern. Demnach muss bei Steuerpflichtigen, die am 31.12. des Vorjahres das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, der Aktienanteil nun zwischen 15 und 60 Prozent betragen. Bei über 50jährigen sind es zwischen 5 und 50 Prozent.

"Diese Änderung geht zwar prinzipiell in die richtige Richtung, sie geht aber nicht weit genug", kritisiert VKI-Experte Walter Hager. "Nicht nur der VKI, auch manche Anbieter hätten sich den Verzicht auf eine Mindestaktienanteil, also eine Aktienquote ab null Prozent gewünscht."

Neue Regelungen gibt es aber auch hinsichtlich Kostentransparenz und Informationspflichten: Anleger müssen nun vor Vertragsabschluss schriftlich über die in den Beiträgen potenziell enthaltenen Kosten informiert werden. Auch über die Veranlagungsstrategie, Chancen und Risiken sowie die garantierten Rentenzahlungen muss im Vorfeld aufgeklärt werden. Eine Transparenz, die in der Praxis allerdings oft nicht erreicht wird, wie die Erhebung zeigt.

Recherche zeigt: Nach wie vor zu wenig Transparenz

"Im Zuge unserer Recherchen haben wir bei insgesamt 12 Anbietern Angebote eingeholt - sowohl per Mail als auch in persönlichen, anonymen Beratungsgesprächen", berichtet VKI-Experte Hager. "Die Angebote waren fast ausnahmslos wenig aussagekräftig. Einmal fehlten Angaben zu den Kosten, ein anderes Mal fehlten genaue Angaben zu den Leistungen. In einer Polizze waren noch nicht einmal die Rentenwerte angegeben - obwohl diese bei der PZV das zentrale Kriterium darstellen."

Unverständlich sei zudem, warum ein Umstieg vom alten auf das neue Modell derzeit nur nach Ablauf der 10jährigen Mindestbindefrist möglich ist. Technisch wäre ein früherer Wechsel - laut Angaben der Anbieter - jedenfalls ohne Weiteres möglich. "Nicht zuletzt aus diesem Grund sind die 2013 umgesetzten Reparaturen an der PZV eher als halbherzig zu beurteilen", resümiert Walter Hager. "Sie machen das Konstrukt nicht wirklich attraktiver."

VKI-Aufruf an Konsumenten

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) will Verträge zur Prämiengeförderten Zukunftsvorsorge und aktuelle Umstiegsangebote weiter beobachten und bittet um Mithilfe. Konsumentinnen und Konsumenten, die zwischen 2003 und Anfang 2004 einen PZV-Vertrag abgeschlossen haben, werden eingeladen, ihre Erfahrung mitzuteilen. Der VKI bittet um die Übermittlung von Vertragskopien (mit Geschäftsbedingungen und Konditionen), Angaben zu bisher geleisteten Einzahlungen sowie Kopien der neuen Verträge bzw. aller Unterlagen, die der jeweilige Anbieter bereits für den Wechsel zugeschickt hat. Per Post an Redaktion KONSUMENT, Linke Wienzeile 18, 1060 Wien oder per E-Mail an leserbriefe@konsument.at, Kennwort "Zukunftsvorsorge". Die zugesandten Daten werden streng vertraulich behandelt.

SERVICE: Den aktuellen Bericht zur Prämiengeförderten Zukunftsvorsorge gibt es unter www.konsument.at sowie ab 27.02. in der Märzausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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