- 19.02.2014, 16:19:58
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Staatspreise für literarische Übersetzung und Übersetzungsprämien 2013
Wien (OTS) - Die Staatspreise für literarische Übersetzung sind die
höchste heimische Auszeichnung für Übersetzende und werden jedes Jahr
für die Übertragung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche sowie
österreichischer Literatur in eine Fremdsprache vergeben. Die Jury
entschied einstimmig, dass die Österreicherin Uta Szyszkowitz und der
türkische Übersetzer Ahmet Cemal für ihr translatorisches Gesamtwerk
den Staatspreis verdient haben.
Dr. Uta Szyszkowitz hat im Lauf ihrer über vierzigjährigen Tätigkeit
als Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen die gesamte
Bandbreite der literarischen Gattungen abgedeckt und für ihre
Leistungen bereits 1997 den Würdigungspreis für literarische
Übersetzung des Landes Niederösterreich sowie 2002 den
Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis für die Übersetzung des
Romans "Mach mir Angst" von Ferdjoukh Malika erhalten.
Die Jury würdigte die Fähigkeit und Bereitschaft der Übersetzerin,
sich in ein Werk hineinzuversetzen und ihm den Dienst zu erweisen,
den ein Buch verdient. Zu ihren bekanntesten Übersetzungen aus dem
Englischen zählen der Roman "Sommergefühle" von M. E. Kerr, das
Hörspiel "Headlong Hall" von James Saunders, die Komödie "Goldener
Herbst" von Jimmy Chin oder das Jugendbuch "Lauf mit dem Wind" von
Tom McCaughren, während sie aus dem Französischen u.a. Victor Hugo,
Michel de Ghelderode, Jean Genet, Gilbert Léautier oder Marc
Camoletti ins Deutsche übertragen hat.
Dr. Ahmet Cemal hat sich mit seinen vielfach gepriesenen
Übersetzungen von AutorInnen wie Bachmann, Broch, Canetti, Celan,
Kafka, Musil, Rilke, Sperber und Zweig als Vermittler der
österreichischen Literatur in der Türkei einen Namen gemacht. Für
seine Übertragung von Elias Canettis "Die Blendung" erhielt er 2009
eine Übersetzerprämie des BMUKK. 2010 wurde er mit dem "Goldenen
Verdienstzeichen der Republik Österreich" geehrt.
Besonders hervorgehoben wurde in Fachkreisen seine Arbeitsweise im
Umgang mit Realia am Beispiel seiner Übersetzung des Romans "Malina"
von Ingeborg Bachmann. Wie die Jury betonte, wird mit Ahmet Cemal
"nicht nur ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Übersetzer
ausgezeichnet, sondern auch ein Journalist und Schriftsteller und vor
allem ein Liebhaber der österreichischen Literatur".
Bundesminister Josef Ostermayer: "Die Entscheidung, die Staatspreise
für literarische Übersetzungen aus zwei EU-Sprachen ins Deutsche und
von österreichischer Literatur in eine bedeutende Sprache des
Mittelmeerraums zu vergeben, ist aus europäischer Sicht ebenso
erfreulich wie das große Interesse an österreichischer und
europäischer Kultur und Lebensart, wie es in den prämierten
Übersetzungen aus und in 20 Sprachen seinen Ausdruck findet. Damit
wird auch die engagierte und leidenschaftliche Arbeit der literarisch
Übersetzenden im Dienst der Gemeinschaft und Völkerverständigung
gewürdigt."
Insgesamt wurden von der unabhängigen Jury 47 Übersetzungen von
Einzelwerken der österreichischen und internationalen
belletristischen Literatur mit Prämien von 500 - 2.200 Euro,
insgesamt 76.500 Euro, ausgezeichnet. Die beiden Staatspreise, die
mit je 8.000 Euro dotiert sind, werden am 29. Juni 2014 im Rahmen
der "Translatio" in Klagenfurt überreicht.
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