• 16.02.2014, 10:28:12
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  • OTS0022 OTW0022

Offener Brief: MedUni Wien- und AKH Wien-Spitzen protestieren gegen "profil"-Berichterstattung

Führende Ärzte wehren sich gemeinsam gegen bewusst irreführende Darstellung und Verunsicherung der PatientInnen

Utl.: Führende Ärzte wehren sich gemeinsam gegen bewusst
irreführende Darstellung und Verunsicherung der PatientInnen =

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       --         Diese Meldung wurde korrigiert            --
       --      Neufassung in Meldung OTS0024 vom  16.02     --
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Wien (OTS) - Aufgrund des in der Ausgabe vom 17. Februar 2014
erscheinenden Artikels "Totaufnahme" wehren sich die Spitzen der
MedUni Wien und des AKH Wien in einem gemeinsamen offenen Brief an
"profil"-Herausgeber und Chefredakteur Christian Rainer sowie alle
Mitglieder der "profil"-Chefredaktion gegen die ihrer Ansicht nach
darin enthaltene, bewusst irreführende Darstellung und die damit
verbundene Verunsicherung von Patientinnen und Patienten.

Sehr geehrte Mitglieder der "profil"-Chefredaktion,

als Ärzte der MedUni Wien und des AKH Wien verwehren wir uns
entschieden gegen den in der heutigen Ausgabe erschienenen Artikel
"Totaufnahme" und die unserer Ansicht nach darin enthaltene
einseitige und unsachliche Darstellung, die jeglicher
journalistischen Sorgfaltspflicht fundamental widerspricht.

Ein kritischer Diskurs mit den Medien ist uns eine
Selbstverständlichkeit, aber in diesem Artikel werden vielfach Fakten
aus dem Zusammenhang gerissen oder bewusst einseitig interpretiert,
zutiefst subjektive Wahrnehmungen als objektive Fakten dargestellt
und Statistiken zu Fallzahlen in den Ambulanzen wider besseren
Wissens irreführend aufbereitet. Der Artikel erzeugt so ganz bewusst
den Eindruck, Patientinnen und Patienten des AKH Wien oder der Wiener
Gemeindespitäler kämen aufgrund von organisatorischen Missständen
oder systematischen Einsparungen zu Schaden. Unserem
Verantwortungsbewusstsein als Ärzten widerspricht es, dass das
Schicksal von Menschen, denen trotz bester spitzenmedizinischer
Versorgung aufgrund eines schicksalshaften Krankheitsverlaufes nicht
geholfen werden konnte für eine Boulevardberichterstattung
instrumentalisiert wird.

Insgesamt wird durch den Artikel gezielt eine scheinbare Kausalität
zwischen medizinischen Einzelfällen und organisatorischen Änderungen
konstruiert. Unter anderem ist aber der im Artikel explizit
hergestellte Zusammenhang zwischen angeblichen organisatorischen
Mängeln und einer neuen Betriebsvereinbarung der MedUni zum
Arbeitszeitgesetz falsch. Obwohl zwischen den Unterzeichnern dieses
Briefes teilweise unterschiedliche Sichtweisen zu Teilen der
Betriebsvereinbarung bestehen, ist es gemeinsame Meinung, dass der im
Artikel geschilderte Zustand des AKH nicht den Tatsachen entspricht.

Das AKH Wien mit seinen jährlich rund 100.000 stationären
Patientinnen und Patienten und 1,2 Mio. ambulanten Besuchen ist eine
wesentliche Säule der medizinischen Versorgung in diesem Land und
gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien eine Visitkarte für
den Wissenschaftsstandort Österreich. Gemeinsam mit unseren
engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es Anspruch und
Selbstverständnis von MedUni Wien und AKH Wien, täglich sowohl die
Versorgung von Patientinnen und Patienten als auch Forschung und
Lehre auf Spitzenniveau zu gewährleisten.

Wir treten daher der in dieser Form einzigartigen reißerischen
Berichterstattung und der damit verbundenen Rufschädigung des AKH
Wien entschieden entgegen - im Interesse unserer Kolleginnen und
Kollegen, aber auch zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten, die
durch die einseitige und tendenzielle Berichterstattung massiv
verunsichert werden.

Unterzeichner:

Reinhard Krepler, Ärztlicher Direktor des AKH Wien und Mitglied des
Lenkungsausschusses des Projekts Universitätsmedizin Wien 2020

Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien und
Mitglied des Lenkungsausschusses des Projekts Universitätsmedizin
Wien 2020

Eduard Auff, Leiter der Universitätsklinik für Neurologie und
Teilprojektleiter Medizinischer Masterplan des Projekts
Universitätsmedizin Wien 2020

Michael Gnant, stv. Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie und
Mitglied des Lenkungsausschusses des Projekts Universitätsmedizin
Wien 2020

Jörg Michael Hiesmayr, Leiter der Klinischen Abteilung für
Herz-Thorax-Gefäßchirurgische Anästhesie und Intensivmedizin und
Curriculumdirektor für Universitätslehrgänge

Günther Laufer, Leiter der klinischen Abteilung für Herzchirurgie an
der Universitätsklinik für Chirurgie

Klaus Markstaller, Leiter der Universitätsklinik für Anästhesie,
Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie

Gerald Maurer, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie der
Universitätsklinik für Innere Medizin II

Arnold Pollak, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendheilkunde

Shahrokh Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie

Josef Smolen, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der
Universitätsklinik für Innere Medizin III

Oswald Wagner, Leiter des Klinischen Instituts für Labormedizin und
Vorsitzender des Senats der MedUni Wien

Johannes Wancata, Leiter der Klinischen Abteilung für
Sozialpsychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie

Christoph Zielinski, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin
I und stellvertretender Ärztlicher Direktor des AKH Wien

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