- 14.02.2014, 10:12:30
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Bio aus Österreich auch international auf Erfolgskurs
Bio-Branche fordert: Heimische Bio-Erfolgsgeschichte durch positive Weichenstellung fortschreiben.
Utl.: Bio-Branche fordert: Heimische Bio-Erfolgsgeschichte durch
positive Weichenstellung fortschreiben. =
Nürnberg/Wien (OTS) - Noch bis Samstag präsentiert sich Österreich,
Europas Bio-Land Nummer eins, auf der BioFach, der Weltleitmesse für
Bio, in Nürnberg. Der weltweite Bio-Markt setzt seinen Wachstumskurs
ungebremst fort und erreicht mit einem Umsatz von, laut
Marktforschungsunternehmen Organic Monitor, rund 50 Milliarden Euro
einen neuen Rekordwert. Das Potenzial und die Attraktivität der
Bio-Branche wird auch von den heimischen Wirtschaftstreibenden hoch
bewertet: Die Bio-Messe in Deutschland zählt mit knapp 90 Ausstellern
zu den drei internationalen Messen mit der höchsten österreichischen
Beteiligung. Rudolf Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA: "Wir werden am
expandierenden europäischen Bio-Markt zu Recht um unsere
herausragende Stellung beneidet, eine Chance, die es zu nutzen gilt
und die in direktem Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der
Bio-Landwirtschaft in unserem Land zu sehen ist. Die im Raum stehende
geplante nationale Programmgestaltung droht die heimische
Bio-Erfolgsgeschichte jetzt zu beenden. Das Potenzial von Bio wird
offensichtlich nicht richtig erkannt. Die heimische Politik ist
gefordert, die bisherige positive Entwicklung nicht zu stoppen und
Österreichs Chancen nicht aufs Spiel zu setzen."
Wachsender Markt
Mit einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent ist Deutschland,
Österreichs wichtigster Handelspartner, der mit Abstand größte
Absatzmarkt für Bio-Produkte in Europa. 7,55 Milliarden Euro gaben
unsere Nachbarn 2013 für Bio-Lebensmittel aus, das ist ein Umsatzplus
von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie Frankreich und weitere
EU-Länder kann auch Deutschland den steigenden Bedarf an
Bio-Produkten aus der eigenen Produktion bei weitem nicht decken.
Vierbauch: "Ich halte es für einen Fehler, das Wachstum der
Bio-Landwirtschaft mit dem Argument des fehlenden Marktes
auszubremsen". Österreich ist in der konventionellen
Lebensmittelproduktion extrem exportorientiert. Das Volumen hierbei
beträgt über 9 Milliarden Euro. Der österreichische Anteil an der
gesamteuropäischen Lebensmittelproduktion liegt bei etwa 2-3 Prozent.
Vierbauch: "Wir sehen, dass es sowohl in Österreich als auch direkt
vor unserer Haustür einen enormen Markt für Bio gibt. Entgegen der
Meinung einiger heimischer Agrarpolitiker sind die Zeichen, dass Bio
aus Österreich ein Exportschlager sein kann, ganz klar. Die
Exportorientierung Österreichs kann nicht nur auf den konventionellen
Bereich der landwirtschaftlichen Produktion beschränkt sein. Das ist
volkswirtschaftlicher Unsinn."
Weichenstellung mit weitreichenden Folgen
Derzeit findet in Österreich auf agrarpolitischer Ebene die
Weichenstellung für die Gestaltung der "Ländlichen Entwicklung"
statt. Das Kernstück dieses Maßnahmenpaketes ist das Umweltprogramm.
Alle bisherigen Programme waren in der Lage, die biologische
Landwirtschaft weiterzuentwickeln und die konventionelle
Landwirtschaft in umweltfreundlicher Produktion zu unterstützen.
Durch massive Umschichtungen von Budgetmitteln wie sie der Vorschlag
für das neue Programm vorsieht, sind diese Ansprüche nicht mehr
erfüllbar. Rudi Vierbauch: "Die Budgetverschiebungen von 100
Millionen Euro bedeuten ganz konkret, dass die Umweltleistungen der
heimischen Biobäuerinnen und Biobauern nicht mehr ausreichend
abgegolten werden können. Das heißt, es wird zu keiner
Weiterentwicklung, sondern vielmehr zu einem Rückgang der
Bio-Landwirtschaft in Österreich kommen."
Erfolgsgeschichte mit Wachstumspotenzial
Bio in Österreich ist eine weltweit einzigartige
Erfolgsgeschichte. Unter heimischen Konsumentinnen und Konsumenten
erfreut sich Bio stetig wachsender Beliebtheit. Mit einem
durchschnittlichen Pro Kopf Konsum in Höhe von 127 Euro belegt
Österreich mit dem fünften Rang auch hier einen Spitzenplatz im
weltweiten Vergleich. Die Bio-Landwirtschaft wird von den
Österreicherinnen und Österreichern als beste und
umweltverträglichste Landwirtschaftsform bewertet. Der überwiegende
Teil (69 Prozent) ist der Meinung, dass die Bio-Landwirtschaft
besonders gefördert werden sollte, um deren Anteil in Österreich
weiter zu erhöhen.
Und auch viele konventionell wirtschaftende Betriebe, vor allem
junge Bäuerinnen und Bauern, überlegen laut repräsentativer
Meinungsumfrage in Zukunft biologisch zu wirtschaften. Sechs Prozent
der konventionell wirtschaftenden Bäuerinnen und Bauern wollen "sehr
sicher", 27 Prozent "eventuell" auf biologische Landwirtschaft
umstellen. Voraussetzung dafür ist, dass ihre Leistungen entsprechend
abgegolten werden. Derzeit scheint es so, dass die geplante
Ausgestaltung kein Mehr an biobäuerlichen Betrieben zulässt.
Vierbauch: "Unter diesem Gesichtspunkt wird das geplante
Umweltprogramm weder seinem Namen noch den landwirtschaftlichen
Betrieben oder den Bürgerinnen und Bürgern gerecht. Auch der
heimischen Wirtschaft wird damit letztendlich kein Gefallen getan. Es
liegt jetzt an der Regierung, den derzeitigen Vorschlag zu
überarbeiten und eine Weiterentwicklung der Bio-Landwirtschaft wie im
Koalitionsabkommen definiert, umzusetzen.
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