Arbeitgeber streichen Pendlerpauschale, weil das Chaos beim Pendlerrechner noch immer nicht gelöst ist

Linz (OTS) - "Das grenzt schön langsam an einen Skandal erster Klasse", ist AK-Präsident Dr. Jo-hann Kalliauer empört. Weil das Finanzministerium den "Pendlerrechner" trotz An-kündigung mit 1. Jänner noch immer nicht in Betrieb genommen hat, setzen viele Unternehmen das Pendlerpauschale in der Lohnverrechnung vorerst aus. Zahlreiche Arbeitnehmer/-innen haben sich darüber schon bei der Steuer-Hotline der Arbeiter-kammer beschwert. Kalliauer: "Die Unzulänglichkeiten des Finanzministeriums treffen jetzt voll die Beschäftigten. Es besteht dringender Handlungsbedarf!"

Damit die Arbeitgeber/-innen den Pendlereuro und das Pendlerpauschale bei der heurigen Lohnverrechnung berücksichtigen können, brauchen sie einen Ausdruck aus dem neuen Online-"Pendlerrechner". Das Finanzministerium hat versprochen, diesen mit 1. Jänner online zu stellen. "Jetzt haben wir schon Februar und es gibt ihn immer noch nicht", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die Folge: Viele Unternehmen berücksichtigen trotz altem Antrag aus dem Jahr 2013 vorläufig überhaupt keine Pendlerpauschale mehr, weil sie auf den Ausdruck des neuen Pendlerrechners warten. Damit verspätet sich die Auszahlung für Arbeitnehmer/-innen bis zur Aufrollung des Pauschales. Und die verzögert sich auch wieder: Denn mit einer Verordnung des Finanzministeriums wurde die Frist zur Aufrollung bis Ende September verlängert.

Das Finanzministerium wird deshalb von der AK Oberösterreich aufgefordert, das Pendlerrechner-Tohuwabohu rasch zu beenden und die Fristverlängerung in der Verordnung zurückzunehmen.

Wie überhaupt nach Ansicht des oberösterreichischen AK-Präsidenten die Pendlerförderung grundsätzlich zu überdenken ist: Der Freibetrag sollte in einen Absetzbetrag umgewandelt werden. Denn ein Freibetrag verringert die Steuerbemessungsgrundlage und begünstigt damit Höherverdienende weit mehr als Geringverdiener das ist eine eklatante Ungerechtigkeit. Der Absetzbetrag hingegen würde einfach von der zu bezahlenden Steuer abgezogen. In Zukunft soll sich also die Pendlerentschädigung nur mehr nach der Entfernung richten und nicht nach dem Einkommen. "Das wäre sozial viel gerechter", betont Kalliauer.

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