- 05.02.2014, 11:18:06
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GPA-djp-Gotthartsleitner: "Her mit mehr Ausbildungsqualität!"
GPA-djp-Jugend startet Kampagne für bessere Rahmenbedingungen in der Lehre
Utl.: GPA-djp-Jugend startet Kampagne für bessere Rahmenbedingungen
in der Lehre =
Wien (OTS/ÖGB) - "Unser System der dualen Ausbildung ist gut und
wesentlicher Faktor, dass Österreich im Vergleich zu anderen Ländern
Europas eine geringe Jugendarbeitslosigkeit aufweist. Unterzieht man
die Lehrausbildung einer genauen Analyse, werden allerdings Mängel
offenkundig, die es rasch zu beseitigen gilt. Vor allem die Betriebe
müssen bezüglich Lehrlingsausbildung stärker in die Pflicht genommen
werden", erklärt Helmut Gotthartsleitner, Bundesjugendsekretär der
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
(GPA-djp).
Die Statistik der Wirtschaftskammer zeige schon einmal mehr ein
trauriges Bild, soweit es die Zahl der Lehrplätze angeht: So ist die
Zahl der Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, in der Zeit von 1990 bis
Jahresende 2012 von 46.320 auf 38.740 gesunken. Analog dazu
verringerte sich die Zahl der Lehrlinge von 194.000 im Jahr 1980 auf
125.228 im Jahr 2012, wobei bereits 9.500 Jugendliche zu diesem
Zeitpunkt ihre Ausbildung in einer überbetrieblichen
Ausbildungseinrichtung absolvierten. "Es geht uns aber nicht nur um
Quantität, sondern vor allem auch um Qualität in der Lehrausbildung",
erklärt Gotthartsleitner: "Viele Firmen nehmen ihre Verantwortung
wahr und bilden ihren Nachwuchs gut aus. Leider gibt es aber auch
immer mehr Unternehmer, deren Beitrag sich darin erschöpft, die
mangelnde Bildung der Jugendlichen zu kritisieren. Es ist natürlich
einfacher, zu behaupten, dass man keine geeigneten Lehrlinge findet,
anstatt die Ausbildung im eigenen Betrieb zeitgerecht und attraktiv
zu gestalten".
Ebenso beklagt die GPA-djp Jugend die mangelnde Qualitätskontrolle
oder Evaluierung der Lehrausbildung." Die laufende Überprüfung der
Ausbildung ist deswegen eine zentrale Forderung in der aktuellen
Informationskampagne der GPA-djp - unter dem Motto "Her mit mehr
Ausbildungsqualität! Her mit mehr Lehrstellen! Her mit mehr Kohle!",
so Gotthartsleitner.
Es brauche endlich ein zeitgemäßes Benchmarksystem. Betriebe müssen
verpflichtet werden, unter der Einbindung von Jugendvertrauensrat und
Betriebsrat einen Ausbildungsplan zu erstellen, dessen Einhaltung
auch überprüft bzw. dessen Missachtung sanktioniert wird. "Um die
Ausbildungsqualität nachhaltig sichern zu können, müsse im
Berufsausbildungsgesetz (BAG) verankert werden, alle drei bis vier
Jahre zu überprüfen, ob ein Betrieb die Voraussetzungen zur
Ausbildung von Lehrlingen erfülle", fordert Gotthartsleitner. Obwohl
die Lehrstellenförderung im Jahr 2008 neu organisiert worden sei,
werden jährlich rund 150 Millionen Euro ohne jegliche Bindung an die
Ausbildungsqualität an Unternehmen vergeben, kritisiert die GPA-djp
Jugend das Gießkannenprinzip im Fördersystem.
Dringend überdacht werden sollte, ob die Lehrlingsstellen bei den
Wirtschaftskammern die richtigen AnsprechpartnerInnen für die
Abwicklung des Lehrvertragswesens und die Lehrlinge seien, so
Gotthartsleitner weiter: "Wir brauchen endlich unabhängige Agenturen
zur Sicherung der Ausbildungsqualität, die auch das Lehrvertragswesen
abwickeln. Denn nur so kann sich auch qualitativ in der Ausbildung
etwas verbessern."
Weitere Forderungen, die mittels Postkarten in den kommenden Monaten
unter Jugendlichen verteilt werden, sind neben der Schaffung von mehr
Lehrstellen die Übernahme der Internatskosten während der
Berufsschulzeit durch die ausbildenden Betriebe und deutliche
Erhöhungen der Lehrlingsentschädigungen. "Wir wollen eine hochwertige
Ausbildung der Lehrlinge, um ihre Zukunftschancen am Arbeitsmarkt zu
verbessern", so Gotthartsleitner abschließend.
Informationen zur Kampagne "Her mit mehr Ausbildungsqualität! Her mit
mehr Lehrstellen! Her mit mehr Kohle!" unter
www.jugend.gpa-djp.at/hermitmehr
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