GPA-djp-Gotthartsleitner: "Her mit mehr Ausbildungsqualität!"

GPA-djp-Jugend startet Kampagne für bessere Rahmenbedingungen in der Lehre

Wien (OTS/ÖGB) - "Unser System der dualen Ausbildung ist gut und wesentlicher Faktor, dass Österreich im Vergleich zu anderen Ländern Europas eine geringe Jugendarbeitslosigkeit aufweist. Unterzieht man die Lehrausbildung einer genauen Analyse, werden allerdings Mängel offenkundig, die es rasch zu beseitigen gilt. Vor allem die Betriebe müssen bezüglich Lehrlingsausbildung stärker in die Pflicht genommen werden", erklärt Helmut Gotthartsleitner, Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp).

Die Statistik der Wirtschaftskammer zeige schon einmal mehr ein trauriges Bild, soweit es die Zahl der Lehrplätze angeht: So ist die Zahl der Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, in der Zeit von 1990 bis Jahresende 2012 von 46.320 auf 38.740 gesunken. Analog dazu verringerte sich die Zahl der Lehrlinge von 194.000 im Jahr 1980 auf 125.228 im Jahr 2012, wobei bereits 9.500 Jugendliche zu diesem Zeitpunkt ihre Ausbildung in einer überbetrieblichen Ausbildungseinrichtung absolvierten. "Es geht uns aber nicht nur um Quantität, sondern vor allem auch um Qualität in der Lehrausbildung", erklärt Gotthartsleitner: "Viele Firmen nehmen ihre Verantwortung wahr und bilden ihren Nachwuchs gut aus. Leider gibt es aber auch immer mehr Unternehmer, deren Beitrag sich darin erschöpft, die mangelnde Bildung der Jugendlichen zu kritisieren. Es ist natürlich einfacher, zu behaupten, dass man keine geeigneten Lehrlinge findet, anstatt die Ausbildung im eigenen Betrieb zeitgerecht und attraktiv zu gestalten".

Ebenso beklagt die GPA-djp Jugend die mangelnde Qualitätskontrolle oder Evaluierung der Lehrausbildung." Die laufende Überprüfung der Ausbildung ist deswegen eine zentrale Forderung in der aktuellen Informationskampagne der GPA-djp - unter dem Motto "Her mit mehr Ausbildungsqualität! Her mit mehr Lehrstellen! Her mit mehr Kohle!", so Gotthartsleitner.

Es brauche endlich ein zeitgemäßes Benchmarksystem. Betriebe müssen verpflichtet werden, unter der Einbindung von Jugendvertrauensrat und Betriebsrat einen Ausbildungsplan zu erstellen, dessen Einhaltung auch überprüft bzw. dessen Missachtung sanktioniert wird. "Um die Ausbildungsqualität nachhaltig sichern zu können, müsse im Berufsausbildungsgesetz (BAG) verankert werden, alle drei bis vier Jahre zu überprüfen, ob ein Betrieb die Voraussetzungen zur Ausbildung von Lehrlingen erfülle", fordert Gotthartsleitner. Obwohl die Lehrstellenförderung im Jahr 2008 neu organisiert worden sei, werden jährlich rund 150 Millionen Euro ohne jegliche Bindung an die Ausbildungsqualität an Unternehmen vergeben, kritisiert die GPA-djp Jugend das Gießkannenprinzip im Fördersystem.

Dringend überdacht werden sollte, ob die Lehrlingsstellen bei den Wirtschaftskammern die richtigen AnsprechpartnerInnen für die Abwicklung des Lehrvertragswesens und die Lehrlinge seien, so Gotthartsleitner weiter: "Wir brauchen endlich unabhängige Agenturen zur Sicherung der Ausbildungsqualität, die auch das Lehrvertragswesen abwickeln. Denn nur so kann sich auch qualitativ in der Ausbildung etwas verbessern."

Weitere Forderungen, die mittels Postkarten in den kommenden Monaten unter Jugendlichen verteilt werden, sind neben der Schaffung von mehr Lehrstellen die Übernahme der Internatskosten während der Berufsschulzeit durch die ausbildenden Betriebe und deutliche Erhöhungen der Lehrlingsentschädigungen. "Wir wollen eine hochwertige Ausbildung der Lehrlinge, um ihre Zukunftschancen am Arbeitsmarkt zu verbessern", so Gotthartsleitner abschließend.

Informationen zur Kampagne "Her mit mehr Ausbildungsqualität! Her mit mehr Lehrstellen! Her mit mehr Kohle!" unter www.jugend.gpa-djp.at/hermitmehr

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