• 30.01.2014, 11:26:08
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US-Papierindustrie leidet unter explodierenden Gaspreisen

Biomasse-Verband: Kritik der Papierindustrie an Ökostromgesetz ist ungerechtfertigt

Utl.: Biomasse-Verband: Kritik der Papierindustrie an Ökostromgesetz
ist ungerechtfertigt =

Wien (OTS) - Die Gaspreise sind in den USA in zwei Jahren um 150
Prozent gestiegen - trotz Fracking-Aktivitäten. Nach Berichten
mehrerer US-Zeitungen schockiert dies energieintensive
Unternehmenszweige, wie z.B. die US-Papierindustrie. Es erfolgen
bereits Produktionsrücknahmen und Personalkürzungen. Zudem schreiben
seit fünf Jahren die meisten Unternehmen, die im Fracking-Bereich in
den USA tätig sind, nur Verluste. Diese betrugen bei den größten
Betreibern gemäß einer Studie von S&P Capital IQ allein im Jahr 2012
in Summe rund 50 Milliarden US-Dollar. Es könnte demnach zu einer
"Frackingblase", ähnlich der Immobilienblase, kommen. Die
Investitionen ausländischer Firmen in den USA, etwa für weitere
Bohrrechte, sind ebenfalls eingebrochen, auf 3,4 Milliarden
US-Dollar. Im Vergleich dazu betrug der Höchststand vor einigen
Jahren noch 30 Milliarden US-Dollar, berichtet Energieexperte Werner
Zittel von der Ludwig-Bölkow Stiftung. Auch die heimische
Papierindustrie betreibt eine energieintensive Reststoffverwertung,
die sich vornehmlich auf Importe fossiler Energieträger stützt. Etwa
fünf Prozent der in Österreich eingesetzten Energie werden dafür
benötigt, da für die Verarbeitung von einem Kubikmeter Holz zu
Papier, Pappe und Zellstoff in etwa der Energiegehalt von 220
Kubikmeter Erdgas nötig ist. Das ist mehr Energie als im Holz selbst
steckt. Das Beispiel USA zeigt deutlich auf, dass Fracking
langfristig keine Option ist und erneuerbare Energien der einzige
Ausweg sind.

Kommissionsvorschlag unakzeptabel

"Derzeit wird von der EU-Kommission Industriepolitik gegen den
Willen der Bevölkerung gemacht, man öffnet der Atomenergie Tür und
Tor und versucht, mit dem Schreckgespenst der Deindustrialisierung
die Energiewende zu verteufeln", zeigt sich Dr. Horst Jauschnegg,
Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes, entrüstet. Die
Entwicklungen in den USA zeigen deutlich, dass die Gier nach billigen
Rohstoffen auf Dauer nicht zu befriedigen ist. Das Europäische
Parlament muss sich entscheiden, ob es wie die Europäische Kommission
in Zukunft Politik für Energiekonzerne oder für die Bevölkerung
machen will. Die Stimmung ist eindeutig: 80 Prozent der Österreicher
sprechen sich für die Energiewende aus. Nur 12 Prozent sind der
Meinung, dass wir bei Öl, Kohle und Erdgas bleiben sollen. "Unsere
Forderungen für die künftige Energie- und Klimapolitik der EU liegen
bei 45 Prozent erneuerbarer Energien bis 2030, 30 Prozent
Energieverbrauchsreduktion gegenüber 2005 und eine CO2-Einsparung von
55 Prozent gegenüber 1990", erklärt Jauschnegg. "Das von der
Kommission vorgeschlagene 27 Prozent-Ziel bis 2030 ist eine Farce.
Noch vor wenigen Monaten hat die EU ein Erneuerbaren-Ziel von 30
Prozent bis 2020 in die Waagschale bei den weltweiten
Klimaschutzverhandlungen geworfen."

Biomasse-Branche erfüllt strengste Effizienzkriterien

Das Ökostromgesetz sieht nur einen moderaten Ausbau der Biomasse,
mit Fokus auf kleine dezentrale Anlagen mit Wärmenutzung, vor. Das
bestehende Ökostromgesetz garantiert, dass nur mehr jene Anlagen
einen Fördervertrag erhalten, die strengste Effizienzkriterien
erfüllen und eine praktisch ganzjährige Nutzung der Abwärme
nachweisen können. Ähnliches gilt für Bestandsanlagen, die einen
Nachfolgetarif wollen. Mit der Verordnung der Einspeisetarife für
2014 und 2015 hat das Wirtschaftsministerium stabile
Rahmenbedingungen geschaffen, die vor allem eine Weiterentwicklung
von dezentralen Anlagenkonzepten ermöglichen. "In den Anlagen der
Papier- und Plattenindustrie - den derzeit größten Kritikern des
Ökostromgesetzes - stecken hunderte Millionen Euro an Fördergeldern,
die Industrie profitiert von niedrigen Stromkosten sowie von
Millionen Euro an Erdgasabgabenrückvergütung. Hier von
Wettbewerbsverzerrungen zu sprechen, ist zynischer
Industrielobbyismus", erklärt Jauschnegg.

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