Die WKÖ-Bundessparte Information und Consulting zum heutigen Europäischen Datenschutztag

Aktuelle Umfrage der WKÖ-Bundessparte Information und Consulting zeigt Wichtigkeit, Nachbesserungsbedarf, aber auch Skepsis bezüglich europäischer Vorhaben

Wien (OTS/PWK047) - Anlässlich des heutigen europäischen Datenschutztages hat die Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine Umfrage zum Thema "Datenschutz" in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse das Stimmungsbild der heimischen Wirtschaft zum Datenschutz widerspiegelt. Sie zeigt, dass das Thema "Datenschutz und IT-Sicherheit" in Unternehmen als sehr wichtig erachtet wird. Die aufsehenerregenden Fälle der letzten Zeit - von WikiLeaks bis hin zu den Spionageaktivitäten - haben auch zu einer wesentlich höheren Sensibilität in Bezug auf die Daten- und IT-Sicherheit geführt. "So gesehen haben die Vorfälle der jüngsten Zeit auch etwas Positives bewirkt", kommentiert Bundesspartenobmann Hans-Jürgen Pollirer diesen Punkt.

Gleichzeitig befürchten fast zwei Drittel der Befragten aber nun nachteilige, zu ihren Lasten gehende Regulierungen. Fast die Hälfte der befragten Unternehmer ist bezüglich der EU-Datenschutzgrundverordnung skeptisch und erwartet keine Verbesserung. "Der letzte Beschluss des zuständigen Ausschusses im Europaparlament lässt solche Rückschlüsse leider auch befürchten", meint Pollirer. So wird etwa vom Europaparlament das Aussetzen des Safe-Harbor-Abkommens mit den USA gefordert. Dadurch wird der internationale Datenverkehr der heimischen Wirtschaft wesentlich erschwert. Pollirer: "Die Politik sollte die Probleme rund um die Spionageaktivitäten diverser Geheimdienste nun nicht auf dem Rücken der Unternehmer austragen. Das Problem muss auf diplomatischer Ebene gelöst werden. Das Safe-Harbor-Abkommen darf nicht ausgesetzt werden." Pollirer appelliert an die österreichische Politik, bei den Verhandlungen in Brüssel auch den Wirtschaftsstandort zu berücksichtigen. "Man sollte aufgrund der Geheimdienstenthüllungen jetzt weder einem regulativen Fundamentalismus noch einem Fatalismus verfallen. Datenschutz muss lebbar und auch praktikabel bleiben, sonst wird das Thema nicht ernst genommen", so Pollirer.

In vielen Punkten sieht er hier noch gravierenden Nachholbedarf bei der EU-Datenschutzgrundverordnung. Beispielsweise in Bezug auf die Einholung von Zustimmungserklärungen, das Regulieren von Profiling oder auch bei den Strafen. Hinsichtlich des betrieblichen Datenschutzbeauftragten lehnt er jede verpflichtende Einführung ab. "Jedes Unternehmen sollte selbst entscheiden dürfen, ob es einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten einsetzen will oder nicht. Die Umfrage hat ergeben, dass fast 90 Prozent der Unternehmen klare Verantwortlichkeiten in Bezug auf den Datenschutz und die Datensicherheit haben. Das geht vom Geschäftsführer, der Rechtsabteilung oder IT-Abteilung bis hin zu externen Beauftragten. Dass sich in den Unternehmen niemand um Datenschutz kümmert, wie es oft behauptet wird, ist also nicht zutreffend", zeigt sich Pollirer von den Umfrageergebnissen in seiner bisherigen Position bestätigt.

Datenschutz und Datensicherheit - Jahresschwerpunkt der Bundessparte

Auch wenn die Umfrage der Bundessparte Information und Consulting gezeigt hat, dass die heimische Wirtschaft den Datenschutz und die Datensicherheit ernst nimmt, sieht auch Pollirer Verbesserungsbedarf. Rund 10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich zum Datenschutz als wenig informiert fühlen und 9 Prozent haben sich bis jetzt wenig darum gekümmert. "Da müssen wir ansetzen und eine Änderung herbeiführen", gibt Pollirer die "Marschrichtung" vor. Er hat für 2014 das Thema "Datenschutz und Datensicherheit" zum Arbeitsschwerpunkt gemacht. So wird die Bundessparte etwa einige Informationsveranstaltungen organisieren, weil "wir alle Unternehmen davon überzeugen müssen, dass Datenschutz und Datensicherheit in der Wissensgesellschaft für den wirtschaftlichen Erfolg und die unternehmerische Reputation genauso wichtig sind wie eine ordentliche Kosten- und Marketingplanung. Das werden wir künftig hin bei jeder Gelegenheit zu vermitteln versuchen", betont Pollirer.

Die Bundessparte Information und Consulting vertritt rund 119.000 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Kommunikation, Information und wissensbasierte Dienstleistungen in der Wirtschaftskammer Österreich, darunter IT- und Telekommunikationsunternehmen. (JR)

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