• 28.01.2014, 13:27:53
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Die WKÖ-Bundessparte Information und Consulting zum heutigen Europäischen Datenschutztag

Aktuelle Umfrage der WKÖ-Bundessparte Information und Consulting zeigt Wichtigkeit, Nachbesserungsbedarf, aber auch Skepsis bezüglich europäischer Vorhaben

Utl.: Aktuelle Umfrage der WKÖ-Bundessparte Information und
Consulting zeigt Wichtigkeit, Nachbesserungsbedarf, aber auch
Skepsis bezüglich europäischer Vorhaben =

Wien (OTS/PWK047) - Anlässlich des heutigen europäischen
Datenschutztages hat die Bundessparte Information und Consulting der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine Umfrage zum Thema
"Datenschutz" in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse das Stimmungsbild
der heimischen Wirtschaft zum Datenschutz widerspiegelt. Sie zeigt,
dass das Thema "Datenschutz und IT-Sicherheit" in Unternehmen als
sehr wichtig erachtet wird. Die aufsehenerregenden Fälle der letzten
Zeit - von WikiLeaks bis hin zu den Spionageaktivitäten - haben auch
zu einer wesentlich höheren Sensibilität in Bezug auf die Daten- und
IT-Sicherheit geführt. "So gesehen haben die Vorfälle der jüngsten
Zeit auch etwas Positives bewirkt", kommentiert Bundesspartenobmann
Hans-Jürgen Pollirer diesen Punkt.

Gleichzeitig befürchten fast zwei Drittel der Befragten aber nun
nachteilige, zu ihren Lasten gehende Regulierungen. Fast die Hälfte
der befragten Unternehmer ist bezüglich der
EU-Datenschutzgrundverordnung skeptisch und erwartet keine
Verbesserung. "Der letzte Beschluss des zuständigen Ausschusses im
Europaparlament lässt solche Rückschlüsse leider auch befürchten",
meint Pollirer. So wird etwa vom Europaparlament das Aussetzen des
Safe-Harbor-Abkommens mit den USA gefordert. Dadurch wird der
internationale Datenverkehr der heimischen Wirtschaft wesentlich
erschwert. Pollirer: "Die Politik sollte die Probleme rund um die
Spionageaktivitäten diverser Geheimdienste nun nicht auf dem Rücken
der Unternehmer austragen. Das Problem muss auf diplomatischer Ebene
gelöst werden. Das Safe-Harbor-Abkommen darf nicht ausgesetzt
werden." Pollirer appelliert an die österreichische Politik, bei den
Verhandlungen in Brüssel auch den Wirtschaftsstandort zu
berücksichtigen. "Man sollte aufgrund der Geheimdienstenthüllungen
jetzt weder einem regulativen Fundamentalismus noch einem Fatalismus
verfallen. Datenschutz muss lebbar und auch praktikabel bleiben,
sonst wird das Thema nicht ernst genommen", so Pollirer.

In vielen Punkten sieht er hier noch gravierenden Nachholbedarf
bei der EU-Datenschutzgrundverordnung. Beispielsweise in Bezug auf
die Einholung von Zustimmungserklärungen, das Regulieren von
Profiling oder auch bei den Strafen. Hinsichtlich des betrieblichen
Datenschutzbeauftragten lehnt er jede verpflichtende Einführung ab.
"Jedes Unternehmen sollte selbst entscheiden dürfen, ob es einen
betrieblichen Datenschutzbeauftragten einsetzen will oder nicht. Die
Umfrage hat ergeben, dass fast 90 Prozent der Unternehmen klare
Verantwortlichkeiten in Bezug auf den Datenschutz und die
Datensicherheit haben. Das geht vom Geschäftsführer, der
Rechtsabteilung oder IT-Abteilung bis hin zu externen Beauftragten.
Dass sich in den Unternehmen niemand um Datenschutz kümmert, wie es
oft behauptet wird, ist also nicht zutreffend", zeigt sich Pollirer
von den Umfrageergebnissen in seiner bisherigen Position bestätigt.

Datenschutz und Datensicherheit - Jahresschwerpunkt der
Bundessparte

Auch wenn die Umfrage der Bundessparte Information und Consulting
gezeigt hat, dass die heimische Wirtschaft den Datenschutz und die
Datensicherheit ernst nimmt, sieht auch Pollirer Verbesserungsbedarf.
Rund 10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich zum Datenschutz
als wenig informiert fühlen und 9 Prozent haben sich bis jetzt wenig
darum gekümmert. "Da müssen wir ansetzen und eine Änderung
herbeiführen", gibt Pollirer die "Marschrichtung" vor. Er hat für
2014 das Thema "Datenschutz und Datensicherheit" zum
Arbeitsschwerpunkt gemacht. So wird die Bundessparte etwa einige
Informationsveranstaltungen organisieren, weil "wir alle Unternehmen
davon überzeugen müssen, dass Datenschutz und Datensicherheit in der
Wissensgesellschaft für den wirtschaftlichen Erfolg und die
unternehmerische Reputation genauso wichtig sind wie eine ordentliche
Kosten- und Marketingplanung. Das werden wir künftig hin bei jeder
Gelegenheit zu vermitteln versuchen", betont Pollirer.

Die Bundessparte Information und Consulting vertritt rund 119.000
Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Kommunikation, Information und
wissensbasierte Dienstleistungen in der Wirtschaftskammer Österreich,
darunter IT- und Telekommunikationsunternehmen. (JR)

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