Burgtheater-Aufsichtsrat: Die Entlassung von Silvia Stantejsky war notwendig

Wien (OTS) -

  • Ende Februar 2014 liegen die Untersuchungsergebnisse vor.
  • Die Burgtheater-Bilanz 2012/2013 wird bis Ende April 2014 veröffentlicht.
  • Nächste Aufsichtsratssitzung für 10. Februar 2014 festgesetzt.

Der Aufsichtsrat der Burgtheater GmbH unter Vorsitz von Georg Springer hat in seiner heutigen Sitzung mit einer Gegenstimme (Belegschaftsvertreter) zustimmend zur Kenntnis genommen, dass die fristlose Entlassung der früheren kaufmännischen Geschäftsführerin und stellvertretenden Direktorin des Burgtheaters, Silvia Stantejsky, rechtlich notwendig war. Die Burgtheater-Geschäftsführung wurde zudem beauftragt, alle Schritte zu setzen, um eine ordnungsgemäße Bilanzierung des Geschäftsjahres 2012/2013 bis 28. April 2014 zu gewährleisten.

Georg Springer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Burgtheater GmbH und Geschäftsführer der Bundestheater-Holding GmbH: "Dem Aufsichtsrat wurde heute ein Zwischenbericht zur Gebarungsprüfung des Burgtheaters 2012/2013 vorgelegt. Diesem Zwischenbericht zufolge hat Frau Silvia Stantejsky in ihrer Funktion als kaufmännische Geschäftsführerin und stellvertretende Direktorin in der Burgtheater GmbH unter Missachtung des Vier-Augen-Prinzips und ohne Wissen des zweiten Geschäftsführers Matthias Hartmann ein buchhalterisches "Parallelsystem" etabliert, das in weiten Teilen nicht annähernd den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung entspricht. Die Entlassung von Silvia Stantejsky war unter anderem auszusprechen, da Frau Stantejsky nicht in der Lage war, eine plausible Erklärung für Transaktionen auf ihr privates Konto zu liefern."

Diese Vorwürfe sind, so Springer, seit 11. November 2013 bekannt. "Ich habe daraufhin am nächsten Tag, dem 12. November 2013, die Interne Revision der Bundestheater-Holding eingeschalten. Noch am selben Tag wurde Silvia Stantejsky auf Weisung der Bundestheater-Holding vom Dienst suspendiert. Nachdem sich die Vorwürfe nicht aufklären ließen, war ich am 18. November 2013 gezwungen, der Geschäftsführung des Burgtheaters nahe zu legen, Frau Stantejsky fristlos zu entlassen." Der Aufsichtsrat der Burgtheater GmbH hat sich am 25. November 2013 in einer außerordentlichen Sitzung mit den bekannt gewordenen Vorwürfen beschäftigt.

In der Folge hat die Burgtheater-Geschäftsführung in Abstimmung mit der Bundestheater-Holding am 18.Dezember 2013 einer internationalen Wirtschaftsprüfungskanzlei einen umfangreichen Prüfauftrag erteilt. "Valide Endergebnisse erwarten wir bis Ende Februar 2014", so Springer weiter. "Sollten die Vorwürfe, die zur Entlassung von Frau Stantejsky geführt haben, damit entkräftet werden, steht auch aus Sicht des Aufsichtsrates einer Einigung mit Frau Stantejsky in welcher Form auch immer nichts im Wege."

Bilanz 2012/2013 liegt bis Ende April vor

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Burgtheaters angewiesen, alle notwendigen Maßnahmen zu setzen, um eine Erstellung einer ordnungsgemäßen Jahresbilanz 2012/2013 bis zum Stichtag 28. April 2014 zu ermöglichen.

Die Spekulationen um ein mögliches Defizit des Burgtheaters in zweistelliger Millionenhöhe wolle er zu diesem Zeitpunkt nicht kommentieren. "Wir veröffentlichen und kommentieren unsere Zahlen wie jedes Jahr, wenn sie fertig sind. Das Burgtheater arbeitet äußerst erfolgreich und ist in keiner Weise in seiner Existenz gefährdet. Das Publikum honoriert den künstlerischen Weg von Matthias Hartmann", so Springer.

Der Aufsichtsrat wird nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse die weitere Vorgehensweise besprechen und hat dazu für den 10. Februar 2014 die nächste Aufsichtsratssitzung festgesetzt. Georg Springer: "Wir bitten um Verständnis, dass wir vorher zu Detailfragen, die diesen Prüfauftrag betreffen, keine Auskunft geben."

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