SPÖ-Klubtagung (4) - Freund: Europa ist ein großartiges Projekt

Zentrale Themen sind Verteilunggerechtigkeit und Kampf gegen Arbeitslosigkeit - Politik ist kein leichtes Geschäft

Frauenkirchen (OTS/SK) - "Europa ist ein großartiges Projekt, Europa steht vor großen Herausforderungen. Gemeinsam werden wir es schaffen!" Mit diesen Worten präsentierte sich der SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl im Mai, Eugen Freund, bei der SPÖ-Klubtagung in Frauenkirchen und betonte, dass er sich freue, mit einem bewährten Team zusammenzuarbeiten. Neben seinem Lebensweg skizzierte Freund für ihn zentrale inhaltliche Punkte. Hierbei nannte er vor allem die Themen Verteilungsgerechtigkeit und den Kampf gegen hohe Jugendarbeitslosigkeit. ****

Zur bestehenden Unzufriedenheit mit der EU sagte Freund: "Die EU-Institutionen haben auf dem Weg zu einem engeren Zusammenschluss das Volk hinter sich gelassen. Viele Beschlüsse sind gefasst worden, obwohl viele hier eine Art Stopp-Signal aufgestellt haben." Es

bestehe die Gefahr, dass sich die EU verzettle und auf große Fragen wie eine gemeinsame europäische Energiepolitik oder den Klimawandel vergesse. Ebenfalls betont wurde von Freund - bezugnehmend auf ein aktuelles Interview -, dass die Politik kein leichtes Geschäft sei

und dass er noch nie jeden einzelnen Politiker so bewundert habe wie in den letzten Tagen. "Ich will jetzt positiv in die Zukunft schauen und mich auf die kommende große Aufgabe voll konzentrieren", so Freund.

Freund rekapitulierte seinen bisherigen Lebensweg von seinem Heimatort St. Kanzian in Kärnten bis zu seiner Kandidatur als Spitzenkandidat der SPÖ für die EU-Wahl. Als Sohn des Gemeindearztes sei er in einer kleinen Wohnung in einer Schule aufgewachsen, in der sich fünf Personen das Schlafzimmer mit den Medikamenten des Vaters teilen mussten. Seine politische Sozialisierung fand durch den Ortstafelkonflikt in Kärnten statt, geprägt wurde er durch Persönlichkeiten wie Willy Brandt, Olof Palme und vor allem Bruno Kreisky. Sein weiterer Weg führte ihn vom Journalismus in die Politik als Pressesprecher von Außenminister Willibald Pahr und dann in den Presse- und Informationsdienst der Republik Österreich in New York, wo er versuchte, ein adäquates Österreichbild zu vermitteln. Schließlich kehrte er in den ORF zurück. Nach seinem Ausscheiden aus dem ORF wurde er von Bundeskanzler Werner Faymann gefragt, ein Stück des Weges mit der Sozialdemokratie zu gehen und war "total begeistert". Nach einer Nachdenkpause, in der er feststellte, dass er mit zentralen Positionen der SPÖ übereinstimme, sagte er zu.

Diese Übereinstimmungen wurden von Freund konkret angesprochen:
"Europa ist am Papier der reichste Kontinent der Welt und trotzdem geht die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander. So wie die Sozialdemokraten glaube auch ich, dass die, die enorme Gewinne machen und jetzt in der Krise noch zusätzlich profitiert haben, angemessen besteuert werden müssen. Wohlstand und Gerechtigkeit sollen gleichmäßig verteilt werden", so Freund, der auch die hohe Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit ansprach. "Hier wächst eine Generation heran, die den Glauben an die Gesellschaft langsam verlieren könnte. Dagegen muss dringend etwas unternommen werden." Österreich könne hier als Vorbild gelten. "Wir sollten unser Wissen und unsere Kenntnisse an andere Länder in Europa weitergeben", so Freund. Mit Sparpolitik alleine könne man jedenfalls keine Arbeitsplätze sichern. Auch in Sachen Finanztransaktionssteuer und der Bankenregulierung stimme er voll mit der SPÖ überein.

Als Journalist sei er es gewohnt, komplexe Sachverhalte zu vermitteln, er werde den Diskurs sachlich und in Ruhe führen, was Stärken des europäischen Projekts genauso wie die Schwächen betreffe. Ebenfalls betonte Freund seine internationale Erfahrung. Vor allem seine profunde Kenntnis über die USA wolle er in seiner zukünftigen Tätigkeit einbringen. Freund nahm auch Bezug auf die Spionageskandal der NSA und dass US-Präsident Obama der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zugesichert habe, nicht mehr abgehört zu werden. "Das ist zu wenig", betonte Freund, "wir alle wollen nicht mehr von den Amerikanern ausspioniert werden!" (Schluss) sas/mo/bj

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