- 20.01.2014, 13:26:42
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SPÖ-Klubtagung (4) - Freund: Europa ist ein großartiges Projekt
Zentrale Themen sind Verteilunggerechtigkeit und Kampf gegen Arbeitslosigkeit - Politik ist kein leichtes Geschäft
Utl.: Zentrale Themen sind Verteilunggerechtigkeit und Kampf gegen
Arbeitslosigkeit - Politik ist kein leichtes Geschäft =
Frauenkirchen (OTS/SK) - "Europa ist ein großartiges Projekt, Europa
steht vor großen Herausforderungen. Gemeinsam werden wir es
schaffen!" Mit diesen Worten präsentierte sich der
SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl im Mai, Eugen Freund, bei der
SPÖ-Klubtagung in Frauenkirchen und betonte, dass er sich freue, mit
einem bewährten Team zusammenzuarbeiten. Neben seinem Lebensweg
skizzierte Freund für ihn zentrale inhaltliche Punkte. Hierbei nannte
er vor allem die Themen Verteilungsgerechtigkeit und den Kampf gegen
hohe Jugendarbeitslosigkeit. ****
Zur bestehenden Unzufriedenheit mit der EU sagte Freund: "Die
EU-Institutionen haben auf dem Weg zu einem engeren Zusammenschluss
das Volk hinter sich gelassen. Viele Beschlüsse sind gefasst worden,
obwohl viele hier eine Art Stopp-Signal aufgestellt haben." Es
bestehe die Gefahr, dass sich die EU verzettle und auf große Fragen wie eine gemeinsame europäische Energiepolitik oder den Klimawandel vergesse. Ebenfalls betont wurde von Freund - bezugnehmend auf ein aktuelles Interview -, dass die Politik kein leichtes Geschäft sei
und dass er noch nie jeden einzelnen Politiker so bewundert habe wie
in den letzten Tagen. "Ich will jetzt positiv in die Zukunft schauen
und mich auf die kommende große Aufgabe voll konzentrieren", so
Freund.
Freund rekapitulierte seinen bisherigen Lebensweg von seinem
Heimatort St. Kanzian in Kärnten bis zu seiner Kandidatur als
Spitzenkandidat der SPÖ für die EU-Wahl. Als Sohn des Gemeindearztes
sei er in einer kleinen Wohnung in einer Schule aufgewachsen, in der
sich fünf Personen das Schlafzimmer mit den Medikamenten des Vaters
teilen mussten. Seine politische Sozialisierung fand durch den
Ortstafelkonflikt in Kärnten statt, geprägt wurde er durch
Persönlichkeiten wie Willy Brandt, Olof Palme und vor allem Bruno
Kreisky. Sein weiterer Weg führte ihn vom Journalismus in die Politik
als Pressesprecher von Außenminister Willibald Pahr und dann in den
Presse- und Informationsdienst der Republik Österreich in New York,
wo er versuchte, ein adäquates Österreichbild zu vermitteln.
Schließlich kehrte er in den ORF zurück. Nach seinem Ausscheiden aus
dem ORF wurde er von Bundeskanzler Werner Faymann gefragt, ein Stück
des Weges mit der Sozialdemokratie zu gehen und war "total
begeistert". Nach einer Nachdenkpause, in der er feststellte, dass er
mit zentralen Positionen der SPÖ übereinstimme, sagte er zu.
Diese Übereinstimmungen wurden von Freund konkret angesprochen:
"Europa ist am Papier der reichste Kontinent der Welt und trotzdem
geht die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander. So wie die
Sozialdemokraten glaube auch ich, dass die, die enorme Gewinne machen
und jetzt in der Krise noch zusätzlich profitiert haben, angemessen
besteuert werden müssen. Wohlstand und Gerechtigkeit sollen
gleichmäßig verteilt werden", so Freund, der auch die hohe
Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit ansprach. "Hier wächst
eine Generation heran, die den Glauben an die Gesellschaft langsam
verlieren könnte. Dagegen muss dringend etwas unternommen werden."
Österreich könne hier als Vorbild gelten. "Wir sollten unser Wissen
und unsere Kenntnisse an andere Länder in Europa weitergeben", so
Freund. Mit Sparpolitik alleine könne man jedenfalls keine
Arbeitsplätze sichern. Auch in Sachen Finanztransaktionssteuer und
der Bankenregulierung stimme er voll mit der SPÖ überein.
Als Journalist sei er es gewohnt, komplexe Sachverhalte zu
vermitteln, er werde den Diskurs sachlich und in Ruhe führen, was
Stärken des europäischen Projekts genauso wie die Schwächen betreffe.
Ebenfalls betonte Freund seine internationale Erfahrung. Vor allem
seine profunde Kenntnis über die USA wolle er in seiner zukünftigen
Tätigkeit einbringen. Freund nahm auch Bezug auf die Spionageskandal
der NSA und dass US-Präsident Obama der deutschen Kanzlerin Angela
Merkel zugesichert habe, nicht mehr abgehört zu werden. "Das ist zu
wenig", betonte Freund, "wir alle wollen nicht mehr von den
Amerikanern ausspioniert werden!" (Schluss) sas/mo/bj
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