JungforscherInnen stürmen steirische Forschungsinstitutionen - Herzerkrankungen durch Biomarker "erKennenLernen"

Innovatives Projekt soll das Interesse von SchülerInnen für Gesundheit und Forschung sowie für Berufsbilder und Karrieremodelle im naturwissenschaftlichen Bereich wecken

Graz (OTS) - Das Grazer Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI.HF) präsentiert Forschung hautnah für Kinder und Jugendliche. Dafür haben Assoz.-Prof. Frank Heinzel und MMag. Christina Ragossnig (LBI.HF) fünf regionale Unternehmen aus Wirtschaft und Wissenschaft, darunter auch das Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung der Med Uni Graz, und fünf Grazer Schulen für ein gemeinsames Projekt gewinnen können. In dem Projekt:
"Herzerkrankungen durch Biomarker erKennenLernen" (www.erkennenlernen.at) erhalten SchülerInnen unterschiedlicher Altersklassen Einblick in Methoden zur Erkennung, Erforschung und Behandlung von Herzerkrankungen und Biomarkern.

Ziele dieser Kooperation sind es, altersgerecht das Interesse für Gesundheit und Forschung zu wecken, die SchülerInnen für Berufsbilder und Karrieremodelle im naturwissenschaftlichen Bereich zu interessieren und Partnerschaften zwischen Schulen und den teilnehmenden Institutionen zu fördern. Die Lerninhalte wurden mit den LehrerInnen der teilnehmenden Schulen abgestimmt.

Biomarker in der Herzinsuffizienzforschung

Rund 200.000 Menschen in Österreich leiden unter Erkrankungen des Herzens. "Jährlich gibt es in Österreich etwa 10.000 neue Diagnosen", berichtet Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske, Leiter des LBI.HF an der Med Uni Graz. Biomarker (z.B. Eiweiß-Botenstoffe) sind in diesem Bereich in den Fokus der Forschung gerückt, da ein frühzeitiges Erkennen sowie individuelle Therapien von Herzerkrankungen durch diese Parameter möglich sind. In dem vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie kompetitiv ausgewählten und geförderten Projekt "Herzerkrankungen durch Biomarker erKennenLernen" werden interessierte Kinder und Jugendliche mit dem Alltag der Grazer WissenschafterInnen vertraut gemacht.

Wissenschaft und Wirtschaft stehen JungforscherInnen Rede und Antwort

Breit gefächert ist der Teilnehmerkreis am interdisziplinären Projekt. Insgesamt besuchen acht Schulklassen der fünf teilnehmenden Schulen - zwei Volksschulen, zwei Gymnasien und eine polytechnische Schule - die fünf Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft. Somit steht das Projekt einer breiten Altersgruppe zur Verfügung. Neben dem LBI.HF und dem Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung der Med Uni Graz nehmen das Institut für Physik der Uni Graz, CNSystems und G.L.Pharma Lannach an dem Projekt teil. "Bei den Besuchen lernen die SchülerInnen die einzelnen Berufsgruppen kennen, die bei der Erforschung von Herzerkrankungen und Interpretation von Biomarkern sowie bei der Entwicklung neuer Therapieansätze eng zusammenarbeiten", erläutert Christina Ragossnig eines der Projektziele. Schüler der Oberstufe nehmen so interessante Anregungen für den eigenen Berufseinstieg mit und lernen verschiedene Berufsfelder hautnah kennen. Ebenso wird das Berufsbild der "Frau in der Wissenschaft" gezielt durch persönliche Berichte der Mitarbeiterinnen vor Ort gestärkt. Durch die Einbindung von zwei integrativen Schulen sowie dem Besuch einer körperlich beeinträchtigten Forscherin am Arbeitsplatz wird auch dahingehend sensibilisiert, dass sich körperliche Beeinträchtigungen und eine Karriere in der Wissenschaft keinesfalls ausschließen.

"Hands-on" für den wissenschaftlichen Nachwuchs

In kleineren Gruppen besteht die Möglichkeit eines Zweitbesuches an einer der Institutionen. "Unter der Anleitung der WissenschafterInnen erhalten die JungforscherInnen die einzigartige Möglichkeit, selbst eigene Experimente an den wissenschaftlichen Geräten durchzuführen", beschreibt Frank Heinzel das Projekt weiter. Die Nachbereitung der Eindrücke erfolgt mit Begleitung einer erfahrenen Präsentationstrainerin - MMag. Dr. Jolanta Paltauf-Doburzynska, ACADEMIA - an den jeweiligen Schulen. Über die Laufzeit des innovativen Projektes hinaus wird ein Kurzfilm über die Erfahrungen der SchülerInnen in den Institutionen berichten. Ebenso werden Lehrmaterialen zum Thema auf einer interaktiven Website zur Verfügung gestellt. Zwischen den beteiligten Institutionen und den teilnehmenden Schulen ist eine nachhaltige Vernetzung der Projektbeteiligten in Form von Patenschaften geplant, um die Bereiche Wissenschaft und Wirtschaft permanent im Schulalltag zu implementieren.

Das Projekt "Herzerkrankungen durch Biomarker erKennenLernen" ist ein Beitrag zur 2. Ausschreibung "Talente regional" der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.

Über das LBI.HF

Das Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI.HF) unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske ist ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und erforscht Ursachen und neue Therapien zur Behandlung von Herzmuskelschwäche. Die Partner des LBI.HF sind die Medizinische Universität Graz, Bayer HealthCare, das AIT Austrian Institute of Technology, die Karl-Franzens-Universität Graz, die Steiermärkische Gebietskrankenkasse (GKK) und die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes).

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute) in den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften.

Derzeit betreibt die LBG 17 LBI und 5 Cluster mit rund 400 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten (LBI) für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Christina Ragossnig
Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung
Tel.: +43 316 385 72709
christina.ragossnig@heart.lbg.ac.at

www.erkennenlernen.at

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