- 20.01.2014, 10:48:28
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Wintertagung 2014: Nein zu Hormonfleisch, Chlorhendl und Gentechnik - EU-USA Freihandelsabkommen braucht mehr Transparenz
61. Wintertagung des Ökosozialen Forums - Generalthema: "Österreich is(s)t besser! Wer garantiert, dass es so bleibt?"

Utl.: 61. Wintertagung des Ökosozialen Forums - Generalthema:
"Österreich is(s)t besser! Wer garantiert, dass es so bleibt?" =
Wien (OTS) - "Chlorhendl, Hormonfleisch und Gentechnik als
Alternative zu qualitativ hochwertigen Produkten aus Österreich? Das
wollen die Österreicherinnen und Österreicher nicht. Aber genau das
könnte mit dem EU-USA Freihandelskommen auf dem europäischen
Lebensmittelmarkt landen. Auch wenn diese Bedenken oft als Panikmache
abgetan werden, befürchte ich ernsthaft, dass mit Chlorlauge
desinfiziertes Geflügel oder Fleisch von geklonten Tieren dank des
Abkommens zukünftig ungehindert und ohne Kennzeichnung auf dem
europäischen Markt angeboten werden. Darum erwarte ich mir von der
Europäischen Kommission, dass sie sich von amerikanischen
Großkonzernen nicht in die Knie zwingen lässt und auf ihre Gesetze
und hohen hygienischen Standards beharrt", so der Präsident des
Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf heute anlässlich der 61.
Wintertagung.
Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter stellt bei der heutigen
Auftaktveranstaltung, die sich traditionsgemäß dem Thema Agrarpolitik
widmet, stellt klar fest: "Ich bin angetreten, um für ein
lebenswertes Österreich zu arbeiten. Dazu gehören saubere Luft, gutes
Wasser und vor allem qualitativ hochwertige Lebensmittel. Die
heimischen Lebensmitteln werden nach höchsten Standards produziert.
Wir sind in Europa das Bioland Nummer eins. Auch beim Tierschutz
liegen wir mit strengen Haltungsvorschriften im internationalen
Vergleich im Spitzenfeld. Diese hohen Standards dürfen nicht
gefährdet werden. Dafür werde ich mich mit ganzer Kraft einsetzen."
EU-USA-Freihandelsabkommen: Sind die österreichischen
Standards gefährdet?
Die USA und die EU haben hohe Standards im Bereich der
Lebensmittel- und Produktionssicherheit. Dennoch unterscheiden sich
beide. Ein Hauptunterschied ist das Vorsorgeprinzip, welches in der
EU zur Anwendung kommt. Dieses besagt, dass im Zweifelsfall
gesundheitsschädliche Produkte und Güter nicht zugelassen werden.
Dies kann auch dann geschehen, wenn wissenschaftliche Studien eine
Zulassung untermauern. Die USA verfolgt hingegen einen
risikobasierten Ansatz. Das heißt, dass ein Produkt zugelassen wird,
wenn keine schädlichen Auswirkungen nachgewiesen werden.
Die Abgeordnete zum Europäischen Parlament Elisabeth Köstinger
macht sich in Brüssel stark dafür, dass die österreichischen und
europäischen Interessen bei den Verhandlungen berücksichtigt werden:
"Das Freihandelsabkommen mit den USA könnte für Europa eine große
wirtschaftliche Chance sein. Bei den Verhandlungen müssen alle
europäischen Interessen gleichermaßen angesprochen und verteidigt
werden. Es darf kein Handelsabkommen der Einzelinteressen werden,
schon gar nicht, wenn es auf Kosten der heimischen Landwirtschaft
geht. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Lebensmittelproduktion muss gesichert sein, um weiterhin die
Versorgung, die höchste Qualität und die besten Produktionsstandards
zu garantieren."
Die 61. Wintertagung, die von heute bis Freitag stattfindet, steht
heuer unter dem Generalthema "Österreich is(s)t besser! Wer
garantiert, dass es so bleibt?". Mit dem Thema möchte das Ökosoziale
Forum den von Österreich eingeschlagenen Weg hervorheben und
unterstreichen, dass die österreichische Landwirtschaft gewisse
Trends nicht mitmacht.
Österreich setzt auf eine naturnahe und kleinstrukturierte
Landwirtschaft und nimmt in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein.
Abgesehen von einem hohen Selbstversorgungsgrad - durchschnittlich 95
Prozent - hat kein anderes Land einen höheren Anteil von unter
35-jährigen Landwirtinnen und Landwirten. Weiters gibt es seit 2005
in österreichweit einheitliches Tierschutzgesetz, während in anderen
Ländern innerhalb und außerhalb der EU viele Bereiche nicht geregelt
sind.
Die Wintertagung des Ökosozialen Forums ist die größte agrarische
Informations- und Diskussionsveranstaltung Österreichs. Bis Freitag
finden an fünf Veranstaltungsorten Diskussionsveranstaltungen zu acht
Schwerpunktthemen statt: Angefangen von Ackerbau, Geflügel- und
Schweineproduktion über Gemüse bis hin zu Grünland- und
Viehwirtschaft. Ein besonderes Highlight ist heuer der Fachtag
Kommunikation, der sich mit den Herausforderungen der
landwirtschaftlichen Öffentlichkeit auseinandersetzt. Weitere Infos
zu der Veranstaltung unter www.oekosozial.at.
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