Schatz zu Ausbildungspflicht: Gute Idee aber viele offene Fragen

Walser: Drohungen und Strafen sind der falsche Weg zu besserer Bildung

Wien (OTS) - "Die Ausbildungszeit für alle Jugendlichen bis zu ihrem 18. Lebensjahr zu verlängern ist prinzipiell eine gute Idee. Wir wissen, dass Menschen, die nur die Pflichtschulzeit hinter sicher gebracht haben im Laufe ihres Lebens ein enormes Risiko haben immer wieder arbeitslos zu werden und deshalb auch von materieller Armut betroffen zu sein", kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen die gestern von der Regierung beschlossene Ausbildungspflicht.

Allerdings gibt es eine Reihe offener Fragen. "Natürlich hängt der Erfolg einer solchen Maßnahme von den dafür bereitgestellten finanziellen Mittel ab. Wenn hier geknausert wird, besteht die Gefahr, dass die Jugendlichen in Alibiausbildungsstätten geparkt werden. Es ist also extrem wichtig, Qualitätsstandards für die Ausbildungspflicht zu definieren und diese auch zu kontrollieren", meint Schatz.

"Grundsätzlich ist mehr Ausbildung durchaus zu begrüßen, mit Drohungen und Strafen wird das Ziel besserer Bildung für alle jedoch verfehlt", sagt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, zur Ankündigung der Regierung eine Bildungspflicht bis 18 einzuführen. "Wir brauchen eine echte Bildungsreform, damit Schule und Lernen wieder als positiv und erfolgversprechende wahrgenommen werden, dann ist es auch leichter junge Menschen zu weiterer Bildung über die Pflichtschule hinaus zu motivieren", ist Walser überzeugt.

"Mit einer zweijährigen Kindergartenpflicht wird der Grundstein für einen positiven Schulbeginn gelegt. Ein kindgerechter Schulbeginn, der auf dem Vorwissen der Kinder aufbaut und individuelles Lerntempo ermöglicht, macht Schule zum Erfolgserlebnis. Und die Gemeinsame Schule der 10- bis 14-jährigen hilft, allen Kindern beste Bildungschancen zu gewährleisten. Dann können die Jugendlichen auch die persönlich richtige Bildungswegentscheidung treffen und gehen motiviert in die weitere Ausbildung", meint Walser und ergänzt: "Mit Drohungen und Strafen für Eltern wird man bei Jugendlichen nichts erreichen".

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