- 16.01.2014, 13:16:53
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Schatz zu Ausbildungspflicht: Gute Idee aber viele offene Fragen
Walser: Drohungen und Strafen sind der falsche Weg zu besserer Bildung
Utl.: Walser: Drohungen und Strafen sind der falsche Weg zu besserer
Bildung =
Wien (OTS) - "Die Ausbildungszeit für alle Jugendlichen bis zu ihrem
18. Lebensjahr zu verlängern ist prinzipiell eine gute Idee. Wir
wissen, dass Menschen, die nur die Pflichtschulzeit hinter sicher
gebracht haben im Laufe ihres Lebens ein enormes Risiko haben immer
wieder arbeitslos zu werden und deshalb auch von materieller Armut
betroffen zu sein", kommentiert Birgit Schatz,
ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen die gestern von der Regierung
beschlossene Ausbildungspflicht.
Allerdings gibt es eine Reihe offener Fragen. "Natürlich hängt der
Erfolg einer solchen Maßnahme von den dafür bereitgestellten
finanziellen Mittel ab. Wenn hier geknausert wird, besteht die
Gefahr, dass die Jugendlichen in Alibiausbildungsstätten geparkt
werden. Es ist also extrem wichtig, Qualitätsstandards für die
Ausbildungspflicht zu definieren und diese auch zu kontrollieren",
meint Schatz.
"Grundsätzlich ist mehr Ausbildung durchaus zu begrüßen, mit
Drohungen und Strafen wird das Ziel besserer Bildung für alle jedoch
verfehlt", sagt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, zur
Ankündigung der Regierung eine Bildungspflicht bis 18 einzuführen.
"Wir brauchen eine echte Bildungsreform, damit Schule und Lernen
wieder als positiv und erfolgversprechende wahrgenommen werden, dann
ist es auch leichter junge Menschen zu weiterer Bildung über die
Pflichtschule hinaus zu motivieren", ist Walser überzeugt.
"Mit einer zweijährigen Kindergartenpflicht wird der Grundstein für
einen positiven Schulbeginn gelegt. Ein kindgerechter Schulbeginn,
der auf dem Vorwissen der Kinder aufbaut und individuelles Lerntempo
ermöglicht, macht Schule zum Erfolgserlebnis. Und die Gemeinsame
Schule der 10- bis 14-jährigen hilft, allen Kindern beste
Bildungschancen zu gewährleisten. Dann können die Jugendlichen auch
die persönlich richtige Bildungswegentscheidung treffen und gehen
motiviert in die weitere Ausbildung", meint Walser und ergänzt: "Mit
Drohungen und Strafen für Eltern wird man bei Jugendlichen nichts
erreichen".
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