• 16.01.2014, 12:27:25
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MAK-Jahrespressekonferenz 2014

150 Jahre MAK: Von der Vorbildersammlung zum interkreativen Inspirationsmuseum

Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK,
MAK-Jahrespressekonferenz, 16. Jänner 2014

Utl.: 150 Jahre MAK: Von der Vorbildersammlung zum interkreativen
Inspirationsmuseum =

Wien (OTS) - Mit radikal neuen räumlichen und geschärften
inhaltlichen Qualitäten präsentiert sich das MAK zu seinem
150-jährigen Jubiläum. Mehr als 2.300 Quadratmeter neugestaltete
permanente Ausstellungsfläche verführen zum Eintauchen in die
faszinierende Disziplin angewandte Kunst und ihr Potenzial als
Inspirationsquelle für andere Kunstsparten. Die völlige
Transformation der MAK-Studiensammlung zum dynamischen MAK DESIGN
LABOR, das als zentrales Jubiläumsprojekt exakt zum 150. Geburtstag
des Museums am 12. Mai 2014 eröffnet wird, ermöglicht innovative,
unmittelbare Zugänge zur weltberühmten MAK-Sammlung. Die neuen
MAK-Schausammlungen Asien und Teppiche, die ebenfalls 2014 eröffnet
werden, stärken den Modellcharakter des MAK als Mehrspartenmuseum mit
internationalem Profil. Neben den neuen permanenten Präsentationen
verdeutlichen die drei Jubiläumsausstellungen "VORBILDER. 150 Jahre
MAK: Vom Kunstgewerbe zum Design", "WEGE DER MODERNE. Josef Hoffmann,
Adolf Loos und die Folgen" und "HOLLEIN" aus unterschiedlichen
Perspektiven die Relevanz des MAK als interkreatives, einem positiven
Wandel verpflichtetes Globallabor.

Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK, anlässlich der
MAK-Jahrespressekonferenz am 16. Jänner 2014: "Der in den vergangenen
Jahren geschärfte Blick auf eine neue Moderne, in der die Digitalität
ähnlich weitreichende Auswirkungen hat wie die Industrialisierung für
die letzte Moderne, hat im MAK einen neuen Lebenszyklus, eine neue
Sichtweise in der Auseinandersetzung mit der unschätzbaren Sammlung
des Hauses in Gang gesetzt. Interdisziplinarität, die schon ein
Schlüssel zum Erfolg der Wiener Moderne war, versuchen wir nicht nur
aus dieser Perspektive heraus, sondern auch vor dem Hintergrund eines
zeitlich wie inhaltlich breit angelegten Designbegriffs verstärkt
voranzutreiben. Im neuen MAK DESIGN LABOR wird sich dieser Ansatz
erstmals erfahrbar manifestieren."

Ausgebreitet über das gesamte Untergeschoß des Gebäudes am
Stubenring setzt das MAK DESIGN LABOR angewandte Kunst, Design,
Architektur und Gegenwartskunst in neuartige Bezüge und
versinnbildlicht so die Bedeutung des MAK als Museum für Kunst und
Alltag. In Zusammenarbeit mit dem Wiener Designstudio EOOS und unter
kuratorischer Begleitung des IDRV-Institute of Design Research Vienna
entsteht ein völlig neues Raumerlebnis, das in einer inspirierenden,
vermittlungsorientierten Präsentation nicht wie bisher
sammlungsspezifisch, sondern sammlungsübergreifend thematische
Einstiege in die Vielfalt der angewandten Kunst ermöglicht und
interdisziplinäre Zusammenhänge begreifbar macht. Behandelt werden u.
a. Themenbereiche wie künstlerische Produktion, Industrial Design,
alternative Produktionsweisen, Küche, Tischkultur, Entwicklung von
Schrift und Comic. Weitere Schwerpunkte bilden Josef Hoffmann und das
Gesamtkunstwerk sowie das Werk des Modedesigners Helmut Lang.

Mit seinem programmatischen Hintergrund, der Ursprungsidee zur
Entwicklung einer Vorbildersammlung und dem Fokus auf die Anwendung
von Kunst, unterlag das - am 12. Mai 1864 als Österreichisches Museum
für Kunst und Industrie eröffnete - MAK im Spiegel kultureller
Weichenstellungen Phasen der Redefinition. Die Jubiläumsausstellung
"VORBILDER. 150 Jahre MAK: Vom Kunstgewerbe zum Design"
(MAK-Aus-stellungshalle, 11. Juni - 5. Oktober 2014) skizziert die
Entwicklung des MAK von der Förder- und Bildungseinrichtung für das
österreichische Kunstgewerbe zu einem international anerkannten
Kompetenzzentrum für angewandte Kunst, Design, Architektur und
Gegenwartskunst. "VORBILDER" transferiert den historischen Anspruch,
eine beispielhafte Sammlung für innovatives Kunstgewerbe zu
entwickeln, in die Gegenwart und erforscht das MAK als
Inspirationsquelle und Verhandlungsort für eine zukunftsorientierte,
auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensgestaltung, in der Design neue
Aufgaben zu lösen hat. Flankierend zu "VORBILDER" setzt sich die
Ausstellung "NACHBILDER. 150 Jahre MAK: Ausstellungen im Bild"
(MAK-Kunstblättersaal, 11. Juni - 5. Oktober 2014) anhand
historischer und moderner Fotografien von MAK-Ausstellungen mit
Präsentationsformen von Ausstellungsinhalt und Raumkonzeption im
jeweiligen zeitgenössischen Kontext auseinander.

Die Kompetenz des MAK zur Wiener Moderne und die unverwechselbare
Qualität der MAK-Sammlung zu dieser Epoche, die seit September 2013
in der neukonzipierten MAK-Schausammlung Wien 1900 in noch nie
gebotener inhaltlicher Fülle erfahrbar ist, unterstreicht die zweite
große Jubiläumsausstellung "WEGE DER MODERNE. Josef Hoffmann, Adolf
Loos und die Folgen" (MAK-Ausstellungshalle, 10. Dezember 2014 - 19.
April 2015). Josef Hoffmann und Adolf Loos sind die einflussreichsten
Gestalter der Wiener Moderne nach Otto Wagner, wenn auch mit völlig
konträren Lösungsansätzen. Während Loos die Frage der Moderne auf
kultureller Ebene gelöst sehen wollte, war sie für Hoffmann eine
formal-stilistische Herausforderung. Die Aus-stellung zeigt die
Hauptwerke der berühmten Gestalter und das Weiterleben ihrer Ideen in
Werken von international bekannten Architektur- und Designschaffenden
bis heute.

Der im MAK konsequent verfolgte Dialog zwischen Tradition und
Avantgarde kommt deutlich in den Neueröffnungen der MAK-Schausammlung
Asien (ab 19. Februar 2014) und der MAK-Schausammlung Teppiche
(vormals MAK-Schausammlung Orient, ab 9. April 2014) zum Tragen.
Während die Asien-Sammlung des MAK, eine der umfangreichsten und
bedeutendsten europäischen Sammlungen für Kunst und Kunstgewerbe aus
dem asiatischen Raum, mit einer spektakulären künstlerischen
Gestaltung des japanischen Künstlers Tadashi Kawamata neu aufgestellt
wird, wird die hochkarätige Teppichsammlung des MAK, die mit einem
Schwerpunkt auf einzigartigen persischen und mamlukischen Teppichen
des 16. und 17. Jahrhunderts zu den berühmtesten ihrer Art weltweit
zählt, in einem beeindruckenden Raumkonzept des Wiener Designers
Michael Embacher und mit einer künstlerischen Intervention der
türkischen Künstlerin Füsun Onur neu inszeniert.

Die umfangreiche Ausstellung "HOLLEIN" (MAK-Ausstellungshalle, 25.
Juni - 5. Oktober 2014) wirft neue Perspektiven auf das vielfältige
Werk des Künstlers, Architekten und Designers Hans Hollein.
Anlässlich seines 80. Geburtstags wird insbesondere seine
künstlerisch-anthropologische Arbeitsweise, mit der er an die
MAK-immanente Verbindung von Kunst und Alltag anknüpft, beleuchtet.
Schwerpunkte der Schau sind Holleins Vorreiterrolle in der
Museumsarchitektur und die von ihm kuratorisch wie architektonisch
gestalteten Ausstellungen und Biennale-Beiträge. Umfassendes Material
aus Holleins Archiv wird zum ersten Mal veröffentlicht und macht den
Entstehungsprozess seiner Arbeiten sichtbar. Neue Fotografien
ausgewählter Räume und Bauten Holleins, die zeitgenössische
KünstlerInnen wie Aglaia Konrad und Armin Linke für die Ausstellung
erarbeiten, machen das Werk, ergänzend zu den Originalmaterialien,
aus neuer Perspektive erlebbar.
Als offenes Labor für Interkreativität widmet sich das MAK NITE Lab
auch im Jahr 2014, unter anderem im Kontext ausgewählter
Ausstellungsprojekte, aktuellen Fragestellungen des Museums.

Social Media-Jubiläumsprojekt über 150 Jahre MAK
Kollektive Erinnerungen gehören zum Kern jeder Kultur. Vor dem
Hintergrund seiner traditionsreichen Geschichte soll das MAK als Teil
des kulturellen Gedächtnisses dargestellt werden. Menschen vor allem
in Zentraleuropa werden im Rahmen eines eigenen Social
Media-Jubiläumsprojekts über 150 Jahre MAK eingeladen, ihr privates
historisches Foto- und Filmmaterial (und das ihrer Vorfahren) über
Kanäle der Social Media zur Verfügung zu stellen, um eine
Aufbereitung der 150-jährigen Geschichte des Museums zu ermöglichen.
In der Folge wird Peter Weibel das eingelangte Material zu einem
künstlerischen Film verdichten, der im Oktober 2014 im MAK und über
Social Media präsentiert wird.

MAK-Kooperationen
Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Initiativen im
Kunst- und Kulturbereich wird auch im Jahr 2014 fortgesetzt. Die
Kooperation design> neue strategien von MAK und departure - Die
Kreativagentur der Stadt Wien feiert 2014 selbst ein kleines
Jubiläum. Seit fünf Jahren bietet die Zusammenarbeit eine Plattform
für Präsentationen zukunftsfähiger Ideen und dient als
Wissensgenerator an der Schnittstelle von angewandter Kunst und
Wirtschaft. Gemeinsame Workshops und Talks werden fortgesetzt, neue
Strategien und methodische Inhalte, die jeweiligen
Jubiläumsschwerpunkte betreffend, vorgestellt. Die in Kooperation mit
der Universität für angewandte Kunst entwickelte Reihe "ANGEWANDTE
KUNST. HEUTE" wird mit soma Architecture (MAK-Galerie, 13. Mai - 14.
September 2014) und Valentin Ruhry (MAK-Galerie, 8. Oktober 2014 -
11. Jänner 2015) fortgeführt. Bereits zum dritten Mal realisiert
sound:frame im Rahmen des Festivals 2014, das unter dem Titel "A
MATTER OF..." Reflexionsprozesse zum audiovisuellen Kunstwerk und
dessen Rezeption in Gang setzt, in Kooperation mit dem MAK eine
Ausstellung zum Festival-Thema (MAK-Ausstellungshalle, 26. März - 13.
April 2014). Die spartenübergreifende Museumsarbeit im Spannungsfeld
zwischen angewandter Kunst, Architektur und Design unterstreicht
außerdem die im MAK schon traditionelle Präsentation des Wettbewerbs
"100 BESTE PLAKATE 13. Deutschland Österreich Schweiz"
(MAK-Kunstblättersaal, 22. Oktober 2014 - 25. Jänner 2015).

MAK-Außenstellen
In der dritten Auflage der 2012 etablierten Reihe präsentiert der
"MAK DESIGN SALON", der seit 2013 vom DOROTHEUM unterstützt wird,
zeitgenössische Interventionen im Kontext des biedermeierlichen
Ensembles der MAK-Expositur Geymüllerschlössel. Der aus Wien
stammende, in Paris lebende und arbeitende Designer Robert Stadler
interessiert sich in seinem Ausstellungsprojekt (13. September - 30.
November 2014) für die im Biedermeier neu geschaffenen
Wohnsituationen, die eigenen Aktivitäten zugeordnet waren und sich in
der Anordnung von "Wohninseln" und Ensembles wiederspiegelten.

Im Josef Hoffmann Museum, Brtnice, einer gemeinsamen Expositur der
Mährischen Galerie in Brno und des MAK begibt sich die Ausstellung
"KOLLEGIALITÄT UND KONTROVERSE. Josef Hoffmann und die Architekten
der Mährischen Moderne aus der Wagner-Schule in Wien" (27. Mai - 26.
Oktober 2014) auf die Spuren der Beziehungen Hoffmanns zu seinen
Landsleuten in Mähren und Wien.

Das MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles trägt auch
heuer mit einem vielschichtigen Programm zum interkulturellen
Austausch zwischen der US-Westküste und dem zentraleuropäischen Raum
bei. Neben einem dichten Programm im Schindler House, das mit "A CITY
IN A CITY: Steven Holl's Urban Blocks" (30. Jänner - 9. März 2014),
"AV: Andrea Fraser and Vanessa Place" (10. April - 1. Juni 2014),
"TONY GREENE: Room of Advances" (20. Juni - 7. September 2014) und
"GROUNDSWELL: Fukushima in Process" (23. Oktober 2014 - 4. Jänner
2015) vier Ausstellungen eröffnet, wird unter anderem auch die
Ausstellungsreihe "GARAGE EXCHANGE VIENNA - LOS ANGELES"
weitergeführt. In jährlich zwei Ausstellungen bespielen
österreichische ehemalige Schindler-StipendiatInnen in Zusammenarbeit
mit in Los Angeles ansässigen KünstlerInnen und ArchitektInnen ihrer
Wahl das zu einem Ausstellungsraum ausgebaute Garagendach der Mackey
Apartments. Heuer werden Positionen von Gerhard Treml (18. April -
16. August 2014) und Andreas Fogarasi (7. November 2014 - 7. März
2015) gezeigt. (Details unter MAKcenter.org)

"Mit den Jubiläumsprojekten 2014 wollen wir die Neupositionierung
des MAK nachhaltig sichtbar machen: Schausammlungsräume inhaltlich
schärfen und perspektiven- und erkenntnisreicher gestalten, vor dem
Hintergrund der riesigen Sammlung als Labor einen neuen, umfassenden
Designbegriff entwickeln und den Dialog zwischen den Sparten
systematisch vorantreiben, um zur positiven Weiterentwicklung unserer
Gesellschaft beizutragen. Wir schaffen damit zugleich die
Voraussetzungen für eine künftige Biennale für positiven Wandel, die
als erste Biennale überhaupt zeitgenössische bildende Kunst und
Medien-Kunst mit Design, Architektur und anderen angewandten
Disziplinen verbindet. Unser besonderes Augenmerk gilt der
Vermittlung, also innovativen Lern- und Mitwirkungsprogrammen, um das
MAK für ein breit gefächertes Publikum attraktiv zu machen, das
Menschen unterschiedlichster Generationen, Herkunft und Bildung
vereint. Unser Ziel ist es, die erhöhte Aufmerksamkeit im
Jubiläumsjahr zu nützen, um das MAK als inspirierendes Museum für
Kunst und Alltag im Bewusstsein der Menschen zu verankern", so
Christoph Thun-Hohenstein.

Der Pressetext sowie Bildmaterial stehen unter MAK.at/presse zum
Download bereit. Details zum Ausstellungsprogramm finden sich laufend
aktualisiert auf MAK.at.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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