Neues Volksblatt: "Todesanzeige" von Markus EBERT

Ausgabe vom 13. Jänner 2014

Linz (OTS) - Warum ausgerechnet die ÖVP in unschöner Regelmäßigkeit unter Beweis stellen will, dass die Steigerungsstufe von Feind tatsächlich Parteifreund ist, ist und bleibt ein Rätsel. Klar indes ist: Keiner der Akteure übersteht die aktuelle Krise unbeschädigt. Ob Bundesparteiobmann Michael Spindelegger in der Nacht auf heute in einer Krisensitzung mit den Landesparteiobleuten die Vertrauensfrage stellen musste, ist eigentlich schon zweitrangig. Dass in der Öffentlichkeit von einigen nicht mitgetragen wird, was zuvor in den Gremien beschlossen wurde, ist ein Affront sondergleichen gegenüber dem Parteichef. Ihn auf diese Weise gleich einmal geschwächt in die Startphase der Regierung zu schicken, lässt viel an Gesamtverantwortung für die Bundespartei vermissen. Was besonders ärgerlich ist: Die nunmehrigen innerparteilichen Streitthemen Gesamtschule und Vermögensbesteuerung sind ganz sicher nicht die alles entscheidenden Themen für eine erfolgreiche Arbeit der Koalition und damit für eine gedeihliche Entwicklung Österreichs. Ganz sicher indes ist an der innerparteilichen Streitkultur der ÖVP zu arbeiten. Länderspezifische oder gar persönliche Verwerfungen sind raschest auszubügeln, denn Vertrauen genießt nur, wer auch ein Bild der Geschlossenheit vermittelt.
Ein Magazin hatte im Vorjahr die Todesanzeige für die ÖVP auf der Titelseite. Will man so eine Aktion wirklich nicht mehr Lügen strafen?

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001