ÖGB-Foglar: Tief bewegt vom Ableben Josef Staribachers

Antifaschist, Bundesminister für Handel, Gewerbe und Industrie und Mitglied des ÖGB-Präsidiums

Wien (OTS/ÖGB) - Tief betroffen vom Ableben des ehemaligen Bundesministers und ÖGB- Präsidiumsmitglieds zeigt sich ÖGB-Präsident Erich Foglar. "Mit Josef Staribacher verliert der ÖGB einen bekennenden Antifaschisten und ehemaligen Langzeitminister der Ära Kreisky."

Josef Staribacher erlernte den Beruf des Stein- und Offsetdruckers, machte in Abendkursen die Matura und studierte an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Zur Zeit des Austrofaschismus unter Dollfuß war er wegen politischer Tätigkeiten eingesperrt und zudem nach dem Anschluss an das 3. Reich im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert.

Von 1958 an war er stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Lebens- und Genussmittelarbeiter, ab 1960 war er bis 1989 deren Vorsitzender und anschließend Ehrenvorsitzender Am 9. Mai 2006 erfolgte die Fusion der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss mit der Gewerkschaft Metall-Textil zur Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN). Seit diesem Zeitpunkt ist Dr. Staribacher auch Ehrenvorsitzender der GMTN, später PRO-GE. Zwischen 1967 und 1971 war er Mitglied im Vorstand der Internationalen Union der Lebens- und Genussmittelarbeitergewerkschaften. Ebenfalls seit 1960 war er Mitglied im ÖGB- Bundesvorstand und seit 1983 Mitglied im Präsidium des ÖGB.

Bruno Kreisky hat Staribacher 1970 in die Regierung geholt. In seiner 13 Jahre dauernden Ära als Handelsminister hat Staribacher die staatlichen Förderungen für Klein- und Mittelbetriebe ausgebaut und erste Schritte zu einer modernen Konsumentenpolitik unternommen, die in der Einführung des konsumentenpolitischen Beirats gipfelten. Den Spitznamen " Pickerl-Pepi" erlangte Josef Staribacher währender Ölkrise, als er einen autofreien Wochentag einführte, der durch eine Plakette an der Windschutzscheibe gekennzeichnet werden musste.

"Mit Josef Staribacher ist ein Pionier der Gewerkschaftsbewegung, ein Demokrat und Antifaschist aus tiefstem Herzen von uns gegangen. Unser ganzen Mitgefühl gilt angesichts des großen Verlustes nun seinen Angehörigen", sagt Foglar abschließend.

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