- 20.12.2013, 10:08:48
- /
- OTS0047 OTW0047
ÖGfE-Schmidt: Europäische Union für Österreichs Jugend komplex, aber wichtig
72 Prozent sehen sich als EU-Bürger - 74 Prozent von EU-Mitgliedschaft überzeugt - größte Skepsis an Berufsschulen - Umfrage
Utl.: 72 Prozent sehen sich als EU-Bürger - 74 Prozent von
EU-Mitgliedschaft überzeugt - größte Skepsis an Berufsschulen
- Umfrage =
Wien (OTS) - "Die EU wird unter Jugendlichen vor allem als
kompliziert aber auch als fern wahrgenommen, gleichzeitig als sozial
und wichtig eingestuft - auch für das eigene Leben. Signifikant sind
dabei die Unterschiede zwischen den verschiedenen Schultypen", fasst
Paul Schmidt, Leiter der Österreichischen Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE), die österreichweite Umfrage zusammen, die die
ÖGfE im Rahmen der Wanderausstellung "Die EU und DU" bereits im
fünften Jahr in Schulen (in der Altersgruppe von 15 bis 19 Jahren)
durchgeführt hat.
72 Prozent der 1047 befragten Jugendlichen fühlen sich als
EU-Bürgerin oder -Bürger. (Nur 8 Prozent stimmen dem gar nicht zu.)
In Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) sind es sogar 84 Prozent, in
Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) 80 Prozent, in Berufsschulen
dagegen nur 63 Prozent.
Die befragten Schülerinnen und Schüler sind mehrheitlich von der
EU-Mitgliedschaft Österreichs überzeugt: 74 Prozent verneinen die
Aussage, dass es besser für ihre Zukunft wäre, wäre Österreich nicht
EU-Mitglied. 23 Prozent stimmen zu - in BHS nur 13 Prozent, in
Berufsschulen jedoch 33 Prozent. "Gerade die politische Bildung an
den Schulen ist hier gefordert, auf die unterschiedliche
EU-Wahrnehmung zwischen den Schultypen gezielt zu reagieren", meint
Schmidt.
Insgesamt positive EU-Wahrnehmung
Wagen die Jugendlichen auch den Blick über die Grenzen? Insgesamt
63 Prozent der Befragten zeigen Interesse daran, wie die Jugend in
anderen EU-Ländern lebt, lernt und arbeitet. BHS-Schülerinnen und
-Schüler sind mit 78 Prozent überdurchschnittlich interessiert. In
den AHS sinkt der Wert auf 63 Prozent und in den Berufsschulen auf 58
Prozent.
Konfrontiert mit vorgegebenen Gegensatzpaaren wirkt die EU auf
knapp drei Viertel der Befragten "kompliziert", wird jedoch auch von
mehr als zwei Drittel als eher "wichtig" und "sozial" bezeichnet.
Jeweils mehr als 60 Prozent assoziieren die EU außerdem mit
"Freiheit" (anstatt "Zwang": 20 Prozent) und entscheiden sich
tendenziell für "modern", "nötig", "einflussreich" und "solidarisch".
Die Werte "stark", "sicher" und "jung" bewegen sich zwischen 50 und
60 Prozent, "schwach", "unsicher" und "alt" zwischen 25 und 32
Prozent. Gleichzeitig empfindet die Hälfte der jungen Erwachsenen die
EU als eher "fern" und "fremd" ("nahe" und "vertraut": jeweils 32
Prozent).
Große Unterschiede zwischen Schultypen - BHS top
"Bei der Betrachtung nach Schultypen zeigt sich eine
überdurchschnittlich positive EU-Wahrnehmung der Gruppe der BHS. Über
80 Prozent bezeichnen die EU als eher "wichtig" "solidarisch",
"nötig" und "sozial", wenn auch "kompliziert", erklärt Schmidt. Im
Vergleich zur Grundgesamtheit empfindet eine größere Anzahl der
BHS-Schülerinnen und Schüler die EU auch als "interessant" (66 zu 48
Prozent) und stuft sie als "offen" (60 Prozent) ein. Die Werte für
"fremd" (59 Prozent) und "fern" (64 Prozent) liegen jedoch ebenfalls
über dem Gesamtergebnis.
AHS: EU jung und modern
In etwas abgeschwächter Form gilt dieses Profil auch für Befragte
aus AHS, wobei die EU hier am öftesten als "jung" (zwei Drittel) und
"modern" (78 Prozent) wahrgenommen wird. Im Vergleich zur BHS finden
AHS-Schülerinnen und Schüler die EU aber weniger "interessant" (56
versus 66 Prozent).
Berufsschulen: diffuses Bild der EU
In der Wahrnehmung der befragten Berufsschülerinnen und -schüler
ist die EU ebenfalls "kompliziert" (62 Prozent), aber nur noch für 51
Prozent "sozial" und für durchschnittlich 48 Prozent "wichtig",
"modern" und mit "Freiheit" verbunden. Zwischen Gegensätzen wie
solidarisch-unsolidarisch, offen-verschlossen oder
interessant-langweilig wurden keine eindeutigen Entscheidungen
getroffen. Insgesamt ist das Stimmungsbild diffuser und kritischer.
Bei den Assoziationen zur EU enthielten sich die Befragten in den
Berufsschulen rund drei bis viermal öfter als in den anderen
Schultypen. "Der Anteil derer, die die EU nicht genau einordnen
können oder wollen, ist relativ gesehen hoch. Mit verstärkter
Informationsarbeit könnte daher den Schülerinnen und Schülern
insbesondere an den Berufsschulen eine bessere Orientierungshilfe im
Hinblick auf europäische Entwicklungen gegeben werden", meint Schmidt
abschließend.
Die Umfrage wurde in Rahmen der Wanderausstellung "Die EU und DU"
2013 österreichweit durchgeführt. 1047 Schülerinnen und Schüler
wurden schriftlich befragt: 16 Prozent 15 Jahre oder jünger, 65
Prozent 16 bis 18 Jahre und 19 Prozent 19 Jahre und älter; Überhang
an Teilnehmerinnen (55 Prozent); alle Schultypen (25 Prozent AHS, 10
NMS, 19 BHS und 46 Berufsschule) einbezogen. Bundesländerverteilung
in Prozent: Burgenland: 2, Kärnten: 1, Niederösterreich: 22,
Oberösterreich: 12, Salzburg: 3, Steiermark: 11, Tirol: 1,
Vorarlberg: 9, Wien: 39. Die Ausstellung "Die EU und DU"
(www.die-eu-und-du.at) ist ein Projekt der Österreichischen
Gesellschaft für Europapolitik, des Bundesministeriums für
europäische und internationale Angelegenheiten und der Vertretung der
Europäischen Kommission in Österreich. 2013 war sie in 36 Schulen zu
sehen, 2800 Jugendliche nahmen an Diskussionsveranstaltungen teil.
In der Summe entspricht bei allen Fragen jeweils die Differenz auf
100 Prozent dem Anteil jener, die keine Angabe machten.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GEP






