• 20.12.2013, 09:01:15
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  • OTS0022 OTW0022

Europas Bauwirtschaft erreicht Talsohle - günstiger Ausblick für österreichischen Wohnungsneubau

Wien (OTS/WIFO) - Das europäische Bauvolumen wird laut Prognosen des
Bauforschungsnetzwerkes Euroconstruct ab 2014 wieder mäßig zunehmen
(+0,9%). In den Folgejahren wird sich das Wachstum dank der
Konjunkturbelebung beschleunigen. Nach dem empfindlichen Einbruch in
den Vorjahren geht dieser Zuwachs allerdings von niedrigem Niveau
aus. Der Hochbau profitiert in fast allen europäischen Ländern von
der Stabilisierung der Gesamtwirtschaft, im Tiefbau wird der
Investitionsrückstau der letzten Jahre aufgearbeitet. Die
österreichische Bauwirtschaft entwickelt sich überdurchschnittlich,
vor allem weil der Wohnungsneubau aktuell wieder deutlich an Dynamik
gewinnt.

Das europäische Bauforschungsnetzwerk Euroconstruct stellte am 29.
November im Rahmen seiner 76. Konferenz in Prag die aktuelle Prognose
für das Bauwesen in den 19 europäischen Mitgliedsländern vor.

Die Bauwirtschaft verzeichnete in den letzten Jahren in Europa
krisenbedingt empfindliche Einbußen. Vor allem der öffentliche
Spardruck sowie Verwerfungen infolge der Staatsschuldenkrise und
Unsicherheiten über den weiteren Konjunkturverlauf wirkten dämpfend.
2013 sank die Produktion neuerlich (-3%, 2014 wird jedoch angesichts
der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Aussichten mit einem
mäßigen Wachstum von 0,9% gerechnet. 2015 und 2016 wird die
Aufwärtstendenz an Dynamik gewinnen, weil das Wirtschaftswachstum
stabil bleibt.

In allen Sparten - Wohnbau, sonstiger Hochbau und Tiefbau - setzt
2014 eine Trendwende ein, die Expansion geht allerdings von einem
sehr niedrigen Niveau aus. Der Wohnbau wird die Turbulenzen der
vergangenen Jahre in fast allen Ländern überwinden. Der sonstige
Hochbau profitiert ab 2015 und somit etwas verzögert vom Wachstum der
Gesamtwirtschaft und vom daraus folgenden erwarteten Anstieg der
Unternehmensgewinne. Notwendige Infrastrukturmaßnahmen und
Investitionen zum Erreichen von energiepolitischen Zielen wirken dem
anhaltenden öffentlichen Spardruck entgegen, ab 2014 wird somit auch
die Tiefbauproduktion wieder wachsen.

In den einzelnen Ländern entwickelt sich die Bauwirtschaft derzeit
sehr unterschiedlich: Sie schrumpft weiterhin in jenen Ländern, in
denen sich der Immobilienmarkt und die Gesamtwirtschaft besonders
ungünstig entwickeln. 2013 verzeichneten nur wenige Länder eine
Steigerung der Bauproduktion, insbesondere nordische (z. B. Norwegen,
Dänemark) und mitteleuropäische Länder (z. B. Deutschland,
Österreich, Schweiz).

Dank des stabileren Umfeldes sind die Aussichten für die
österreichische Bauwirtschaft besser als im europäischen
Durchschnitt, sie bleiben aber gedämpft. 2013 wuchs die Bauproduktion
um 0,5%, 2014 und 2015 wird sich die Expansion auf etwas über +1%
beschleunigen. Während sich der sonstige Hochbau nur langsam erholt,
entwickelt sich insbesondere der Wohnbau äußerst dynamisch. Nach +2%
2013 dürfte er aber in den nächsten Jahren mit geringerer Rate
ausgeweitet werden. Darauf weist die gute, wenn auch deutlich
volatilere Entwicklung der Baubewilligungen hin: 2011 wurden
insgesamt 44.300 Wohneinheiten in neuen Wohngebäuden bewilligt (+16%
gegenüber dem Vorjahr), 2012 nur 38.700. 2013 dürfte der Indikator
wesentlich stärker angezogen haben als im Juni 2013 prognostiziert,
weil die Zahl der Baubewilligungen im 1. Halbjahr 2013 besonders hoch
war und sich die Rahmenbedingungen positiv verändert haben. Insgesamt
dürften im Jahr 2013 43.400 Einheiten bewilligt worden sein. Knapp
zwei Drittel davon entfallen auf den Mehrgeschoßbau. 2014 wird sich
die Zahl der Baubewilligungen kaum verändern und etwa bei 43.100
liegen.

Übersicht 1: Bauvolumen nach Sparten in den 19 Euroconstruct-Ländern
- auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/47088)

Übersicht 2: Entwicklung der Wohnbaubewilligungen in Österreich und
im internationalen Vergleich - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/47088)

Bauforschung im Rahmen des Euroconstruct-Netzwerkes

Dem Euroconstruct-Netzwerk gehören Bau- und
Konjunkturforschungsinstitute aus 19 europäischen Ländern an,
darunter auch das WIFO. Zweimal jährlich werden im Rahmen einer
Konferenz Analysen und Prognosen zur Baukonjunktur und zur
Entwicklung in den einzelnen Sparten (Wohnbau, sonstiger Hochbau,
Tiefbau) vorgelegt.

Als die "19 Euroconstruct-Länder" werden hier 15 westeuropäische
Länder (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich,
Portugal, Schweden, Schweiz und Spanien) und 4 ostmitteleuropäische
Länder bezeichnet (Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn).

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO

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