- 17.12.2013, 10:33:39
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Radiologie in Österreich: Nicht auf Kosten der Patienten sparen
FEEI warnt vor medizinischem Risiko durch Qualitätsminderung bei Geräten der Schnittbilddiagnostik. Niedergelassene Radiologen fordern adäquates Tarifmodell.
Utl.: FEEI warnt vor medizinischem Risiko durch Qualitätsminderung
bei Geräten der Schnittbilddiagnostik. Niedergelassene
Radiologen fordern adäquates Tarifmodell. =
Wien (OTS) - Der FEEI - Fachverband der Elektro- und
Elektronikindustrie fordert eine Qualitätssicherung im Bereich der
Schnittbilddiagnostik (Institute für Magnetresonanz- und
Computertomografie - MRT und CT). "Lebenswichtige, hochwertige
Leistungen der Radiologen müssen in einem Sozialstaat wie Österreich
weiter gewährleistet werden. Bessere Möglichkeiten in der
Bilddiagnostik verbessern die Heilungschancen für Patienten
drastisch. Investitionen in diesem Segment - vor allem bei
niedergelassenen Schnittbildinstituten - sind daher unerlässlich",
nimmt Dr. Manfred Müllner, stv. Geschäftsführer FEEI, Stellung zu den
gescheiterten Honorarverhandlung zwischen Krankenkassen und Ärzten.
"Es dürfen keine Konflikte auf dem Rücken der Patienten ausgetragen
werden", fordert Müllner.
Medizinisches Risiko durch Tarifstreit
Im Tarifstreit mit den Krankenkassen wollten die rund 110
Institute für Schnittbilddiagnostik erreichen, dass die Kassen in
diesem jahrelang vernachlässigten Bereich deutlich mehr investieren.
Niedergelassene Radiologen fordern zudem, dass neue Leistungen
bezahlt werden. Dazu zählt die zunehmend geforderte Sekundär- und
Tertiärprävention wie etwa Mamma- und Prostata-MR, Low Dose Thorax
CT, CT-Kolonographie oder Koronar-CT. "Wenn wir nicht deutlich in
diesen Bereich investieren, fällt Österreich im medizinischen
Standard im europäischen Durchschnitt weiter zurück. Dem aktuellen
Gesundheits-Index European Health Consumer Index (EHCI) zufolge haben
wir unseren Platz in den Top-Ten bei der Gesundheitsvorsorge bereits
verloren, auch unsere Top-Platzierung in den OECD-Gerätezahlen haben
wir seit 1995 verschlechtert und liegen heute eher abgeschlagen im
unteren europäischen Mittelfeld", fasst Müllner zusammen. An erster
Stelle rangieren die Niederlande.
Da keine Einigung zwischen den Kassen und Ärzten für die Zeit nach
dem 31.12.2013 zustande gekommen ist, droht Patienten ab 1. Jänner
2014 ein vertragloser Zustand. Ein medizinisches Risiko kommt durch
die überlangen Wartezeiten auf Patienten zu. 2009 lag die maximale
Wartezeit für einen Termin bei zwei Wochen, Ende 2012 schnellte diese
Zahl - je nach Bundesland - auf sechs bis neun Wochen hinauf. Derzeit
müssen Patienten mit bis zu 90 Tagen Wartezeit für einen
Untersuchungstermin rechnen. Dies minimiert die Chancen auf
Früherkennung drastisch und hat somit ungeahnte Folgen für
Krankheitsverläufe.
Sparkurs sorgt für schlechtere Versorgungslage
Der massive Sparkurs der Kassen hat Schnittbildinstitute im
niedergelassenen Bereich in wirtschaftliche Bedrängnis gebracht. Denn
die hohen Investitionen, die nötig sind, um Neuanschaffungen zu
tätigen wie auch die Modernisierung und Instandhaltung bereits
gekaufter Geräte zu sichern, müssen durch die Behandlungshonorare
eingenommen werden. Im Gegensatz zu den öffentlichen Krankenhäusern
werden Defizite hier nicht durch den Steuerzahler abgedeckt. Die
Institute müssen positiv bilanzieren, um von den Banken weiterhin
finanziert zu werden.
Gute Diagnostik verbessert jedoch nicht nur die Qualität der
medizinischen Behandlung. Präzise und verlässliche
Untersuchungsgeräte sorgen dafür, dass Diagnosen genauer und damit
entscheidend früher gestellt werden können. Aufwändige
Nachfolgeuntersuchungen werden in Folge weniger und Fachärzte sind
schneller in der Lage, die richtigen therapeutischen Maßnahmen zu
treffen. Durch das derzeitige Tarifmodell ist es den Instituten
allerdings nicht mehr möglich, in höherpreisige State of the
art-Geräte zu investieren bzw. bereits angeschaffte Geräte umfassend
zu warten. Fehlende Investitionen verhindern mittelfristig, dass
Bilddiagnostik-Institute einen Betrieb auf hohem Qualitätsniveau
dauerhaft garantieren können. Die Versorgungslage der Bevölkerung
würde sich dadurch noch weiter verschlechtern.
Ertragslage der Institute dramatisch verschlechtert
Der FEEI registriert seit 2008 ein deutlich geändertes
Investitionsverhalten der österreichischen Bilddiagnostik-Institute:
Während bis dahin nach relativ kurzer Nutzungsdauer Neugeräte mit
allen aktuellen Optionen von den Betreibern angeschafft wurden,
unterbleiben seit damals Investition weitgehend völlig.
Ersatzbeschaffungen erfolgen so spät wie möglich und erst, wenn für
die Wartung der Geräte seitens der Lieferfirmen keine
Ersatzteilgarantie mehr abgegeben werden kann oder die Geräte nicht
mehr reparabel sind. Daraus schließen die Mitgliedsfirmen des FEEI,
dass sich die Ertragslage der Institute dramatisch verschlechtert
hat.
Österreich verhält sich derzeit bei der Investition in CT- und
MRT-Geräte nicht so, wie es von einer hochentwickelten
Volkswirtschaft zu erwarten wäre. Aktuell geht man im FEEI davon aus,
dass die Investitionssumme in 2013 um ca. 30% hinter jener der
Vorjahre liegt. Dieser Spardruck ist im Sinne einer modernen und
strahlenschonenden Schnittbilddiagnostik kontraproduktiv.
Der FEEI befürwortet im Rahmen des derzeitigen Tarifkonflikts der
Institute die Tarife so zu gestalten, dass eine kontinuierliche
Verbesserung der Geräteausstattung ermöglicht wird. Dies ist zum
einen die Grundlage, auch zukünftig die diagnostische Qualität zu
steigern. Zum anderen sind neue Geräte - und damit strahlenarme
MRT-und CT-Systeme - wesentlich für die kontinuierliche Absenkung der
Gesamtdosisbelastung.
Über die Sparte Medizintechnik - Bildgebende Diagnostik des
FEEI
Die Sparte Medizintechnik - Bildgebende Diagnostik ist ein Teil
des FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie. Das
Forum versammelt die wichtigsten Hersteller und Importeure
bildgebender Medizingeräte. Dazu zählen Siemens AG Österreich,
Philips Medical Systems Austria, GE Healthcare, Toshiba Medical
Systems, Agfa HealthCare, Carestream Health und Fujifilm Medical
SystemsZiel des Forums ist, die wirtschaftlichen Interessen der
Mitglieder zu fördern und marktwirtschaftlichen Wettbewerb
sicherzustellen. Dazu zählen unter anderem gemeinsame
Marketingaktivitäten und die Erörterung zukünftiger und anstehender
Gesetzesinitiativen.Das europäische und österreichische Kartellrecht
zielen darauf ab, wirksamen Wettbewerb im Markt sicherzustellen. Das
Bekenntnis zur Einhaltung der kartellrechtlichen Vorschriften ist ein
wesentlicher Teil der Mitgliedschaft in der Sparte Medizintechnik.
Über den FEEI - Fachverband der Elektro- und
Elektronikindustrie
Der FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
vertritt in Österreich die Interessen von 270 Unternehmen der
österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie mit knapp 60.000
Beschäftigten und einem Produktionswert von 12,7 Milliarden Euro
(Stand 2012). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern - dazu gehören u.
a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation
(FMK), das UFH, das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband
Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der
Bahnindustrie (bahnindustrie.at) - ist es das oberste Ziel, die
maßgeblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
mitzugestalten, um die Position der österreichischen Elektro- und
Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu
stärken.
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