Bio spart Österreich ein Drittel an Agrar-Folgekosten

BIO AUSTRIA fordert Priorität für Ausbau der Bio-Landwirtschaft im Regierungsprogamm.

Wien (OTS) - Eine heute vorgestellte Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FIBL) beleuchtet erstmals die Kosten, die in Österreich aufgrund unterschiedlicher landwirtschaftlicher Praktiken der Gesellschaft durch Reparaturmaßnahmen wie z.B. der Trinkwasser-Aufbereitung entstehen. "Unseren Analysen zufolge kann eine großflächige Umstellung auf Bio-Landwirtschaft die Agrar-Folgekosten um etwa ein Drittel senken", erläutert Studienautor Christian Schader vom FIBL Schweiz. Die Studie zeigt damit, dass die Bio-Landwirtschaft nicht nur hochwertige Lebensmittel produziert und zum Umweltschutz beiträgt, sondern auch hilft, die Kosten für die Gesellschaft deutlich zu reduzieren. "Das in den nächsten Monaten zu beschließende zukünftige Agrarumweltprogramm für die Periode bis 2020 muss daher die Absicherung und den Ausbau des Bio-Anteils in Österreich sicherstellen", betont Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA. "Wir erwarten uns die Verankerung der Bio-Landwirtschaft als Priorität für die Agrarpolitik der kommenden Legislaturperiode im Regierungsprogramm", so Vierbauch unter Verweis auf die aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen.

Die heute gängige landwirtschaftliche Praxis geht mit den natürlichen Ressourcen nicht nachhaltig um. Die Folgen sind Humusabbau, Bodenverdichtung und Bodenerosion, stärkere Hochwassereignisse infolge verringerter Wasserpufferkapazität, Treibhausgasemissionen, Biodiversitätsverluste, Pestizid-Emissionen in Wasser und Luft sowie Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln. Da in diesen Fällen das Verursacherprinzip meist nicht konsequent angewendet wird, muss ein Großteil der Kosten für die Schadensbehebung von der Gesellschaft getragen werden. So zeigt sich am Beispiel Belastung des Grundwassers durch Nitrate und Pestizide aus der Landwirtschaft: Die Errichtung neuer Brunnen oder Aufbereitungsanlagen sowie ein erhöhtes Monitoring zur Prüfung der Wasserqualität wird in der Regel aus Steuermitteln und Gebühren finanziert.

Fallbeispiele zeigen, dass etwa die Errichtung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage zur Nitratentfernung 4,3 Millionen Euro kosten kann. Die biologische Landwirtschaft kann diese Kosten durch den Verzicht auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche mineralische Dünger erheblich reduzieren. Für den Gesundheitsbereich können aufgrund der schlechten Datenlage weder die Kosten noch das Einsparungspotenzial seriös beziffert werden. Karl Zwiauer, Primar und Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am Landesklinikum St. Pölten, ist jedoch überzeugt, dass biologische Lebensmittel zu essen die einfachste und effizienteste Art ist, die Schadstoffexposition möglichst gering zu halten.

Gemäß einer repräsentativen Umfrage unter konventionellen Landwirten besteht das Potenzial, den Anteil der biologischen Landwirtschaft in Österreich mittelfristig auf 40 Prozent zu steigern1. BIO AUSTRIA erwartet von der Politik, diese positive Entwicklung zu unterstützen und die damit verbundenen Chancen für Landwirtschaft und Gesellschaft optimal zu nutzen. Auch von den Österreicherinnen und Österreichern wird eine solche Vorgehensweise eindeutig eingefordert und unterstützt: 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher halten die Bio-Landwirtschaft für die "beste und umweltverträglichste Form der Landwirtschaft" und der überwiegende Teil der Bevölkerung (69 Prozent) ist der Meinung, dass die Bio-Landwirtschaft besonders gefördert werden sollte, um deren Anteil in Österreich weiter zu erhöhen2. "Eine wichtige Voraussetzung für ein ambitioniertes Agrarumwelt-Programm ist die ausreichende Dotierung des Österreichischen Programms für Ländliche Entwicklung für die Periode 2014-2020 durch die Bereitstellung von nationalen Mitteln für den Bio-Landbau im Ausmaß von 50 Prozent des Gesamtbudgets. Wenn die Mittel effizient und zielgerichtet verwendet werden, dann kommt diese Investition durch reduzierte Agrar-Folgekosten mehr als zurück. Wir fordern die zukünftige Regierung auf, hier Mut zu einer echten Weichenstellung zu beweisen!" so Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA.

Die Studie "Volkswirtschaftlicher Nutzen der Bio-Landwirtschaft für Österreich - Beitrag der biologischen Landwirtschaft zur Reduktion der externen Kosten der Landwirtschaft Österreichs" steht auf www.bio-austria.at als Download zur Verfügung.

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