• 05.12.2013, 10:22:27
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Bio spart Österreich ein Drittel an Agrar-Folgekosten

BIO AUSTRIA fordert Priorität für Ausbau der Bio-Landwirtschaft im Regierungsprogamm.

Utl.: BIO AUSTRIA fordert Priorität für Ausbau der
Bio-Landwirtschaft im Regierungsprogamm. =

Wien (OTS) - Eine heute vorgestellte Studie des Forschungsinstituts
für biologischen Landbau (FIBL) beleuchtet erstmals die Kosten, die
in Österreich aufgrund unterschiedlicher landwirtschaftlicher
Praktiken der Gesellschaft durch Reparaturmaßnahmen wie z.B. der
Trinkwasser-Aufbereitung entstehen. "Unseren Analysen zufolge kann
eine großflächige Umstellung auf Bio-Landwirtschaft die
Agrar-Folgekosten um etwa ein Drittel senken", erläutert Studienautor
Christian Schader vom FIBL Schweiz. Die Studie zeigt damit, dass die
Bio-Landwirtschaft nicht nur hochwertige Lebensmittel produziert und
zum Umweltschutz beiträgt, sondern auch hilft, die Kosten für die
Gesellschaft deutlich zu reduzieren. "Das in den nächsten Monaten zu
beschließende zukünftige Agrarumweltprogramm für die Periode bis 2020
muss daher die Absicherung und den Ausbau des Bio-Anteils in
Österreich sicherstellen", betont Rudi Vierbauch, Obmann von BIO
AUSTRIA. "Wir erwarten uns die Verankerung der Bio-Landwirtschaft als
Priorität für die Agrarpolitik der kommenden Legislaturperiode im
Regierungsprogramm", so Vierbauch unter Verweis auf die aktuell
laufenden Koalitionsverhandlungen.

Die heute gängige landwirtschaftliche Praxis geht mit den
natürlichen Ressourcen nicht nachhaltig um. Die Folgen sind
Humusabbau, Bodenverdichtung und Bodenerosion, stärkere
Hochwassereignisse infolge verringerter Wasserpufferkapazität,
Treibhausgasemissionen, Biodiversitätsverluste, Pestizid-Emissionen
in Wasser und Luft sowie Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln. Da in
diesen Fällen das Verursacherprinzip meist nicht konsequent
angewendet wird, muss ein Großteil der Kosten für die
Schadensbehebung von der Gesellschaft getragen werden. So zeigt sich
am Beispiel Belastung des Grundwassers durch Nitrate und Pestizide
aus der Landwirtschaft: Die Errichtung neuer Brunnen oder
Aufbereitungsanlagen sowie ein erhöhtes Monitoring zur Prüfung der
Wasserqualität wird in der Regel aus Steuermitteln und Gebühren
finanziert.

Fallbeispiele zeigen, dass etwa die Errichtung einer
Trinkwasseraufbereitungsanlage zur Nitratentfernung 4,3 Millionen
Euro kosten kann. Die biologische Landwirtschaft kann diese Kosten
durch den Verzicht auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und
leicht lösliche mineralische Dünger erheblich reduzieren. Für den
Gesundheitsbereich können aufgrund der schlechten Datenlage weder die
Kosten noch das Einsparungspotenzial seriös beziffert werden. Karl
Zwiauer, Primar und Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am
Landesklinikum St. Pölten, ist jedoch überzeugt, dass biologische
Lebensmittel zu essen die einfachste und effizienteste Art ist, die
Schadstoffexposition möglichst gering zu halten.

Gemäß einer repräsentativen Umfrage unter konventionellen
Landwirten besteht das Potenzial, den Anteil der biologischen
Landwirtschaft in Österreich mittelfristig auf 40 Prozent zu
steigern1. BIO AUSTRIA erwartet von der Politik, diese positive
Entwicklung zu unterstützen und die damit verbundenen Chancen für
Landwirtschaft und Gesellschaft optimal zu nutzen. Auch von den
Österreicherinnen und Österreichern wird eine solche Vorgehensweise
eindeutig eingefordert und unterstützt: 80 Prozent der
Österreicherinnen und Österreicher halten die Bio-Landwirtschaft für
die "beste und umweltverträglichste Form der Landwirtschaft" und der
überwiegende Teil der Bevölkerung (69 Prozent) ist der Meinung, dass
die Bio-Landwirtschaft besonders gefördert werden sollte, um deren
Anteil in Österreich weiter zu erhöhen2. "Eine wichtige Voraussetzung
für ein ambitioniertes Agrarumwelt-Programm ist die ausreichende
Dotierung des Österreichischen Programms für Ländliche Entwicklung
für die Periode 2014-2020 durch die Bereitstellung von nationalen
Mitteln für den Bio-Landbau im Ausmaß von 50 Prozent des
Gesamtbudgets. Wenn die Mittel effizient und zielgerichtet verwendet
werden, dann kommt diese Investition durch reduzierte
Agrar-Folgekosten mehr als zurück. Wir fordern die zukünftige
Regierung auf, hier Mut zu einer echten Weichenstellung zu beweisen!"
so Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA.

Die Studie "Volkswirtschaftlicher Nutzen der Bio-Landwirtschaft
für Österreich - Beitrag der biologischen Landwirtschaft zur
Reduktion der externen Kosten der Landwirtschaft Österreichs" steht
auf www.bio-austria.at als Download zur Verfügung.

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