• 03.12.2013, 17:48:12
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Expertenforum zur unterirdischen Abwasser-Infrastruktur Giganten unter der Erde

Rekordzeit für Asperner Kanalbau aus Betonrohren

Utl.: Rekordzeit für Asperner Kanalbau aus Betonrohren =

Wien (OTS) - Kanalsysteme sorgen dafür, dass verschmutzte Abwässer
nicht ins Grundwasser gelangen, denn ohne der Sammlung von Abwässern
wächst die Gefahr von sich rasch ausbreitenden Bodenverunreinigungen,
Seuchen und Epidemien enorm. Wien war bereits 1739 Europas erste
vollständig kanalisierte Stadt. Österreich verfügt aktuell über ein
unter-irdisches Kanalnetz von über 100.000 Kilometern. "Die
Kanalisierung Österreichs begann bereits im 18. Jahrhundert und ist
mit einem Entsorgungsgrad von über 90 Prozent weitgehend
abgeschlossen. Um eine zuverlässige Funktion zu halten, müssen bei
den laufend notwendigen Sanierungen wieder die innovativsten
Entwicklungen eingebaut werden", erklärt DI Gernot Brandweiner,
Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Beton- und
Fertigteilwerke (VÖB). Über die Rahmen-bedingungen von der
Finanzierung bis zum Ende des Lebenszyklus diskutierten kürzlich
Experten in Langenlois, NÖ.

Vorgestellt wurde auch ein völlig neues Kanalbauverfahren mit
Rekordbauzeit am Beispiel des Sammelkanals Aspern, Wien.

Wiener Seestadt Aspern: in 84 Tagen 900 Meter

Für das neue Stadtgebiet wurde ein Superkanal aus Betonrohren mit
1,8 m Durchmesser gebaut, der 4.700 l Abwasser pro Sekunde
umwelt-freundlich abtransportieren wird. "Ein 1,7 km langer Rohrkanal
wurde mit einer modernen unterirdischen Bohr- und Presstechnik
errichtet", beschreibt DI Michael Daehn, Geschäftsführer Brochier
Spezialtiefbau. Der Tunnel wurde mit einem grabungslosen Verfahren -
mit der sogenannten Hydroschildmaschine, an deren Kopf ein Schneidrad
montiert ist - gebohrt. Dabei schieben gewaltige Pressen mit einem
Druck von 6.500 to Betonfertigteilrohre nach und treiben den Bohrkopf
voran. In sechs Metern Tiefe wurden in nur 84 Tagen 900 m
Baufortschritt erreicht.

Forderung nach Ausbau der Kanalsanierung

DI Harald Hofmann, Amt der niederösterreichischen Landesregierung
und Key Note Speaker beim Expertenforum, sieht einen Trendwechsel vom
Neubau zur Sanierung von Kanalanlagen. Es ist zwar nur mehr ein
kleiner Teil von Siedlungsgebieten zu versorgen, diese liegen
dezentral oder in strukturell schwierigen Bereichen. Hofmann fordert
großes Augenmerk auf die Sanierung zu legen, um die
Qualitätsstandards zu halten. "Jährlich sollten rund zwei Prozent des
Netzes erneuert werden, nicht einmal ein Prozent wird erreicht. Eine
Steigerung ist dringend nötig, es handelt sich um Daseinsvorsorge",
betont Hofmann. "Nach einer Investitionskostenerhebung bei den
Gemeinden sollten in den kommenden zehn Jahren bundesweit rund sieben
Milliarden Euro investiert werden. Das wird so nicht möglich sein, da
derzeit die Fördertöpfe gestutzt sind", moniert Hofmann. "Wir
fordern, ab 2015 ein neues, modernes Förderinstrument auf Bundes- und
Landesebene mit Fokus auf Sanierungen einzurichten."

Betonrohre eine sichere, wirtschaftliche Lösung

"Betonrohre eignen sich mit ihrer Langlebigkeit und
Wirtschaftlichkeit für die Abwasser-Infrastruktur sehr gut", so
Günter Leuthner, HABA Beton. "Betonrohre werden älter als 100 Jahre,
sind widerstandsfähig, biegesteif und dauerhaft dicht. Auch
Hochdruckspülungen halten sie problemlos stand, ebenso wie hohen
Temperaturen." Nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer sind sie einfach
recyclebar und können als Baustoff wiederverwendet werden. Eine
breite Palette an Fertigteil-Modellen aber auch maßgefertigte
Lösungen erlauben die Umsetzung unterschiedlichster statischer und
abwassertechnischer Anforderungen in allen Dimensionen.

Hochleistungsbeton immun gegen chemischen Angriff

Die Ableitung von Schmutzwässern birgt eine Reihe von
Anforderungen an die Produktqualität. Neben mechanischen Belastungen
und statischen Ansprüchen ist vor allem die chemische
Widerstandsfähigkeit zu beachten. "Die Aggressivitätsbeständigkeit
ist neben anderen Kriterien auch in der ÖNORM B5074 festgelegt. Für
diese Anforderungen wurden eigens Hochleistungsbetone entwickelt",
erklärt DI (FH) Reinhard Pamminger, Materialprüfanstalt Hartl.

Sparsamkeit beim Material führt zu Mehrkosten

"Die Wirtschaftlichkeit von Projekten ist in der gesamten
Planungsphase zu berücksichtigen. Allerdings ist der Druck zur
Sparsamkeit in den letzten Jahren höher geworden", erläutert DI
Herbert Kraner, Ingenieurkonsulent für Kulturtechnik und
Wasserwirtschaft. "Diskussionen um Einsparungen beim Rohrmaterial
sind kontraproduktiv, da minderwertige Materialien schon kurzfristig
zu hohen Kosten führen. Gleichzeitig sind die Qualitätsstandards
bedroht."

Weitere Infos: Versetzanleitungen und Checklisten zum Download
unter www.voeb.com. Kostenlose Seminare im VÖB e-Learning System
unter www.betonwissen.at.

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