- 29.11.2013, 10:05:30
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Rauchverbote retten Menschenleben
Offener Ärztebrief an den Bundespräsidenten und die Spitzen der Regierung - "Interessen der Gesundheit stehen über jenen der Wirtschaft"
Utl.: Offener Ärztebrief an den Bundespräsidenten und die Spitzen
der Regierung - "Interessen der Gesundheit stehen über jenen
der Wirtschaft" =
Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund der jüngsten OECD-Studie fordert ein
soeben gebildetes Ärztekomitee in einem offenen Brief an
Bundespräsident Heinz Fischer sowie Bundeskanzler Werner Faymann und
Vizekanzler Michael Spindelegger gesetzliche Grundlagen für ein
absolutes Rauchverbot in der Gastronomie in Österreich. Die Verbote
seien dann "mit den geeigneten Maßnahmen" durchzusetzen. ****
Nachstehend der offene Brief im vollen Wortlaut:
S.g. Herr Bundespräsident,
s.g. Herr Bundeskanzler,
s.g. Herr Vizekanzler,
in Österreich sterben jedes Jahr 14 000 Menschen an den Folgen des
Tabakkonsums und bis zu Tausend an den Folgen von Passivrauch.
In einer eben veröffentlichten Studie zeigt sich, dass unter 34
OECD-Staaten Österreichs Jugend beim Rauchen an der Spitze liegt. 29
Prozent der 15-jährigen Mädchen rauchen zumindest einmal pro Woche.
Alle Versuche der Gesundheitspolitik, daran etwas zu ändern, sind
bis dato gescheitert. Das Tabakgesetz wird in weiten Bereichen nicht
umgesetzt und bietet weder den Angestellten der Gastronomie noch den
Gästen ausreichend Schutz vor Passivrauch.
Rauchverbote helfen Rauchern, die Zahl der konsumierten Zigaretten
zu reduzieren beziehungsweise mit dem Rauchen ganz aufzuhören.
Rauchverbote tragen dazu bei, dass junge Menschen erst gar nicht mit
dem Rauchen beginnen. Rauchverbote retten daher Menschenleben. Die
Zahl der Herzinfarkte kann - wie zahlreiche Studien aus Ländern mit
Rauchverboten zeigen - sofort um bis zu 20 Prozent gesenkt werden.
Wirtschaftliche Interessen dürfen nie über den Interessen der
Gesundheit stehen. Wir fordern die nächste Regierung daher auf,
endlich klare gesetzliche Grundlagen für ein absolutes Rauchverbot in
der Gastronomie zu schaffen und die Verbote mit den geeigneten
Maßnahmen durchzusetzen.
Hochachtungsvoll,
Univ.-Prof. Dr. Gerald Maurer, Leiter der Klinischen Abteilung für
Kardiologie, Universitätsklinik für Innere Medizin II, Wien
Univ.-Prof. Dr. Michael Micksche, Präsident der Österreichischen
Krebshilfe Wien
Univ.-Prof. Dr. Arnold Pollak, Vorstand der Universitätsklinik für
Kinder- und Jugendheilkunde, Wien
Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder, Leiterin des Zentrums für Public
Health, Medizinischen Universität Wien
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen
Universität Wien
ao.Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für
Wien
Univ.-Prof. Dr. Bernhard Schwarz, Leiter des Instituts für
Gesundheitsökonomie der Karl Landsteiner Gesellschaft
Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Leiter der Klinischen
Abteilung für Onkologie, Vorstand der Universitätsklinik für Innere
Medizin I, Wien"
(hpp)
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