- 27.11.2013, 12:18:41
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Gemeinnützige: Sozialer Wohnbau muss nationale Angelegenheit bleiben
Wien (OTS) - "Das österreichische Selbstverständnis eines sozialen
Wohnbaus ist darauf gerichtet, dass er für breite Schichten der
Bevölkerung leistbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum zur
Verfügung stellen kann", betonte heute Karl Wurm, Obmann des
Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen: "Wir lehnen daher alle
Initiativen der EU, über den Weg des Wettbewerbs- und Beihilfenrechts
den sozialen Wohnbau nur mehr für sehr einkommensschwache
Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, ab."
Die Gemeinnützigen unterstützen demgemäß voll den Vorstoß von
Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der als Präsident des europäischen
Rates der Gemeinden und Regionen in einer von 27 Bürgermeistern
großer europäischer Städte unterzeichneten Resolution die Einmischung
der EU in den alleinigen nationalstaatlichen Kompetenzbereich der
Wohnungspolitik kritisiert und vehement die Einhaltung des
Subsidiaritätsprinzips einfordert.
In Österreich habe sich, so Wurm, das System des geförderten
Wohnbaus, der sich nicht nur auf Einkommensschwache erstreckt,
sondern bis tief in den Mittelstand hinein reicht, voll bewährt. So
war es möglich, Tendenzen zur sozialen Segregation, einer
Konzentrierung von Menschen unterschiedlicher wirtschaftlicher
Leistungsfähigkeit in "teuren und billigen" Wohngebieten, weitgehend
zu unterbinden. Ist doch gerade die soziale Durchmischung, einer der
ganz wichtigen Voraussetzungen für den gesellschaftlichen
Zusammenhalt, erklärte der GBV-Obmann. Ein breiter sozialer
Wohnungsbau trage, so Wurm weiter, aber auch maßgeblich zur
wirtschaftlichen Stabilität bei, da er spekulative Entwicklungen auf
Wohnungsmärkten wirksam eindämme.
Mit seinen rd. 900.000 Wohnungen nimmt der soziale Wohnbau in
Österreich einen Anteil von 24% am gesamten Wohnungsbestand (60% des
Mietwohnungssektors) ein und liegt damit im EU-Vergleich an zweiter
Stelle. Mehr als zwei Drittel (68%) des sozialen Wohnbaus schultert
die gemeinnützige Wohnungswirtschaft. Mit fast 600.000 Mietwohnungen
und einem Anteil von 18% am gesamten Wohnungsbestand ist sie der bei
weitem gewichtigste Träger. Der Rest (6%) entfällt auf den kommunalen
Wohnungsbestand.
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