• 26.11.2013, 09:00:36
  • /
  • OTS0020 OTW0020

Oesterreichs Energie Trendforum startet Zukunftsdialog

Vier Szenarien thematisieren Entwicklung der Stromversorgung bis 2030

Utl.: Vier Szenarien thematisieren Entwicklung der Stromversorgung
bis 2030 =

Wien (OTS) - Erhaltung und Ausbau einer zukunftssicheren und
funktionierenden österreichischen Elektrizitätsversorgung ist ein
zentrales Anliegen der Interessenvertretung der E-Wirtschaft. Wie die
Elektrizitätswirtschaft sich bis 2030 entwickeln könnte, das
demonstrieren vier Szenarien für die Zukunft, die Oesterreichs
Energie am Montag, 25.11.2013 präsentierte. Damit startet
Oesterreichs Energie einen Zukunftsdialog, der sowohl branchenintern
als auch mit Experten und Interessenvertretern der Bürgergesellschaft
geführt werden soll.

Die vier Szenarien, die im Laufe des Jahres 2013 erstellt wurden,
sind Ausgangspunkt einer breit angelegten Zukunftsdiskussion der
Branche, erklärte EVN-Vorstandssprecher Peter Layr, Präsident von
Oesterreichs Energie. Die E-Wirtschaft stelle sich ihren Aufgaben,
aber auch die Gesellschaft müsse die Zukunftsziele mittragen. Layr:
"Die E-Wirtschaft hat große Verantwortung für das Funktionieren
unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft. Wir unterstützen die
Bemühungen zum Aufbau einer umweltfreundlichen Stromversorgung auf
der Basis erneuerbarer Energien. Damit wir unsere Verantwortung auch
zukunftssicher tragen können, brauchen wir aber passende
Rahmenbedingungen. Alleingelassen werden wir die Last nicht mehr
lange schultern können."
Prinzipiell erwartet Oesterreichs Energie, so Layr, dass der Weg zu
erneuerbaren, dezentralen Energien weiter gehen wird. Layr: "Drei der
vier Szenarien zeigen denkbare Entwicklungen auf, die von dieser
Annahme ausgehen." Österreichs E-Wirtschaft leistet schon heute
hervorragende Arbeit und bietet eine der umweltfreundlichsten und
sichersten Stromversorgungen Europas. Layr: "Österreichs E-Wirtschaft
investiert zudem intensiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien, in
Speicher und in Netze und bietet ihren Kunden faire Preise."

Umfassender Strukturwandel der Stromversorgung
Das System der Stromversorgung befindet sich im Umbruch. Der
Siegeszug der erneuerbaren Energien ist nicht mehr aufzuhalten -
bereits 2018 werden sie jüngsten Prognosen zufolge mehr als ein
Viertel zum weltweiten Energiemix beitragen. Wie jede Revolution
birgt aber auch dieser Umbau des Energiesystems seine Risiken, von
denen die E-Wirtschaft in besonderem Maße betroffen ist. Das zeigten
auch die Diskussionen im Zuge der Szenarienerstellung.
Massive Verwerfungen, die nach einer Lösung verlangen, sind bereits
heute spürbar: So stehen etwa die Stromnetze durch die ungebremste
Einspeisung aus erneuerbaren Quellen knapp an ihrer Belastungsgrenze
und müssen dringend ausgebaut werden. Die überdimensionale Förderung
erneuerbarer Energien in Deutschland hat zudem zu Marktverzerrungen
an den europäischen Strombörsen geführt. Konventionelle Kraftwerke
als Basis für die Systemsicherheit können oft nicht mehr
wirtschaftlich betrieben werden. Als Folge müssen dringend benötigte
Investitionen zurückgestellt werden, was wiederum die
Versorgungssicherheit gefährdet.

Antworten auf Zukunftsfragen gesucht
Wird es gelingen, ein neues, einheitliches europaweites Marktdesign
zu schaffen, wie es EU-Kommissar Günther Oettinger vorschwebt? Wird
es gelingen, die aktuellen Verwerfungen auf den Strommärkten zu
beseitigen und damit ein stabiles Versorgungssystem zu schaffen? Wie
könnten die entsprechenden Maßnahmen aussehen? Und zuletzt: Mit
welchen Herausforderungen muss die E-Wirtschaft dabei rechnen? Diese
Fragen standen im Zentrum des dritten Trendforums 2013 im Ares Tower
in Wien, das den Titel "Strom-Szenarien der Zukunft - Ausblick 2030"
trug. Die Zukunftsbilder sind aber erst das Zwischenergebnis des
Szenarienprozesses, den Oesterreichs Energie gestartet hat, um
Klarheit über künftige Entwicklungen zu gewinnen, für die in weiterer
Folge entsprechende Strategien ausgearbeitet werden können.

Massive Herausforderung durch politische Vorgaben
Die politischen Vorgaben in Richtung einer Ökologisierung der
Energieversorgung stellen insbesondere für die E-Wirtschaft eine
massive Herausforderung dar. Sechs Jahre vor dem Zieldatum 2020 sind
die Entwicklung neuer Strategien und die Neuausrichtung der
Rahmenbedingungen notwendig. Im Rahmen des Szenarienprozesses wurden
55 Faktoren diskutiert und vier Szenarien erarbeitet, die jeweils ein
denkbares Branchenbild des Jahres 2030 darstellen. Wie in der
Szenarienerstellung üblich, wurden bildhafte Vergleiche gesucht und
dafür verschiedene "Gärten" gewählt.

Szenario Hightech-Garten - Game change durch Innovation
Das erste Szenario, der "Hightech-Garten" unterscheidet sich von den
drei anderen vor allem dadurch, dass darin - als Absicherung
gegenüber unerwarteten Trendbrüchen - eine Abkehr vom Vorrang des
Ausbaus der erneuerbaren Energien angenommen wurde. Das Auftauchen
einer neuen innovativen Technologie oder eine völlige Veränderung des
politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Kontexts haben
dabei zu einem völligen Paradigmenwechsel in Fragen der
Energieversorgung geführt. Eine sichere Stromversorgung mit günstigen
Preisen ist zwar gewährleistet, die plötzlichen Veränderungen haben
allerdings neue Machtstrukturen und womöglich neue gesellschaftliche
Konflikte zur Folge.

Szenario Dschungel - Business as usual
Die anderen drei Szenarien bauen alle auf der Grundannahme auf, dass
der Trend zu mehr erneuerbaren Energien unumkehrbar ist. Im zweiten
Szenario, das als "Der Dschungel" betitelt wurde, gehen die Experten
von einem " Sich-Weiter-Durchwursteln" aus. Die Welt der E-Wirtschaft
präsentiert sich im Jahre 2030 als unübersichtlich, ohne
einheitlichen Rahmen für den Transformationsprozess in Richtung einer
nachhaltigen Energiewirtschaft, mit dominierenden nationalen
Einzelinteressen, regionalen Fördersystemen und einer
Überregulierung, die den Wettbewerb verzerrt. Der E-Wirtschaft fällt
es immer schwerer, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Szenario Barockgarten - Nationale Alleingänge
Das dritte Szenario, das den symbolischen Titel "Barockgarten" trägt,
skizziert eine Zukunft, in der die Energiepolitik vor allem von
nationalen Alleingängen geprägt ist. Der Strom-Binnenmarkt wurde
ausgehebelt, es dominieren Abschottung, einzelstaatliche
Ökostromregelungen, Bremsen für grenzüberschreitende Stromgeschäfte
wurden eingebaut. Im Gegensatz zu dem Szenario "Der Dschungel"
gelingt es dabei der E-Wirtschaft, jederzeit Strom in ausreichender
Menge und Qualität zu liefern, wie es moderne Industriestaaten
benötigen.

Szenario Landschaftsgarten - Weiterentwicklung des europäischen
Binnenmarktes
Im vierten Szenario, wofür die Strategieberater das Symbolbild des
"Landschaftsgartens" gewählt haben, ist es der EU gelungen, die
nationalen Alleingänge einzuschränken und den Energiemarkt europaweit
zu koordinieren. Die Unsicherheiten der ersten beiden Szenarien
werden dadurch verringert, die Zukunft wird für die E-Wirtschaft
planbarer. Der Umbau der Stromversorgung führt zwar zu Belastungen,
dafür wird aber die Versorgungssicherheit gewährleistet. Allerdings
besteht hier die Gefahr einer Zwei-Klassen-Stromversorgung, bei der
es unterschiedliche Stufen der Versorgungssicherheit zu
unterschiedlichen Preisen gibt.

"Diese Szenarien sind ein erstes Ergebnis des von uns initiierten,
umfangreichen Strategieprozesses, der der E-Wirtschaft ein Werkzeug
in die Hand geben soll, um auf die Herausforderungen der Zukunft
besser reagieren zu können", erklärte Barbara Schmidt,
Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. "Sie sind als
Diskussionsgrundlage gedacht, um gemeinsam Zukunftsstrategien
entwickeln zu können, um auf die großen Herausforderungen
entsprechend zu reagieren. In diesem Zusammenhang sei es wichtig zu
betonen, so Schmidt, "dass es sich dabei weder um Prognosen noch
Präferenzen oder Sichtweisen handelt, die wir uns wünschen würden. Im
Gegenteil: Diese Szenarien wurden wertneutral auf Basis bestehender
Fakten und Zusammenhänge entwickelt, um Entscheidungsträger darauf
vorzubereiten, Unsicherheiten, Trendbrüche und allenfalls
Extremereignisse rechtzeitig zu antizipieren."

Informationen und Grafiken zu den Szenarien finden Sie unter
www.oesterreichsenergie.at.
Twitter: #OeEnergieTF

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVE

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel