- 21.11.2013, 14:15:04
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Molkereivertreter fordern faire Preise für Milchprodukte
Petschar: Mehrwert durch hohe Qualität und gentechnikfreie Produktion abgelten
Utl.: Petschar: Mehrwert durch hohe Qualität und gentechnikfreie
Produktion abgelten =
Graz (OTS) - "Österreichische Milch und Milchprodukte sind sehr
wertvolle natürliche Lebensmittel. Im Rahmen des AMA-Gütesiegels
werden diese zusätzlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus
auf Qualität geprüft. Tatsache ist auch, dass die gesamte heimische
Milchwirtschaft gentechnikfrei produziert. Es muss uns aber bewusst
sein, dass diese Molkereiprodukte nur dann nachhaltig auf diesem
hohen Standard erzeugt werden können, wenn dieser Mehrwert auch zu
einem entsprechenden Preis führt. Hier sind Handel und Konsumenten
gefordert, unsere vorbildlichen Standards in der Herstellung durch
eine entsprechende Abgeltung auch abzusichern." Dies erklärt heute
der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter
(VÖM), Helmut Petschar, anlässlich des diesjährigen AMA-Milchforums
in Graz.
"Österreichische Milchprodukte enthalten viele essenzielle
Vitamine, Mineralien und hochwertiges Eiweiß. Ihre Natürlichkeit und
Ausgewogenheit in der Zusammensetzung sowie die hohe biologische
Verfügbarkeit sind der Schlüssel dafür, dass Milch für Nahrungszwecke
mehr ist als die Summe ihrer Bestandteile. Molkereiprodukte im Rahmen
einer ausgewogenen Diät zu sich genommen, gewährleisten die Aufnahme
von wichtigen Nährstoffen in höchster Qualität", stellte Petschar
fest.
"Milch wird in Österreich mit höchster Sorgfalt und Verantwortung
produziert und zu hochwertigen Erzeugnissen verarbeitet, sodass deren
voller Nährwert ungeschmälert zu den Verbrauchern gelangt.
Kleinteilige Produktion, strenge Tierschutz- und Umweltauflagen sowie
besondere Hygienestandards gewährleisten die hohe Qualität. Mit dem
Kauf von heimischer Milch wird die Pflege der Landschaft gesichert,
immerhin stammen 75% der Rohmilch aus Berg- und benachteiligten
Gebieten, auch das ist ein wichtiger Grund für den Konsum heimischer
Produkte", unterstrich der VÖM-Präsident.
Schließlich stünden heimische Milchprodukte auch für sehr hohe
Ansprüche bei der Verarbeitung und Innovation. "Als Beispiele für den
hohen Innovationsgrad unserer Milch gelten der international hohe
Anteil an Biomilch, die Tatsache, dass die gesamte heimische
Milchwirtschaft gentechnikfrei produziert, sowie laufend neue
Innovationen, wie etwa die Heumilch- und
Bio-Wiesenmilchproduktgruppe, und die vielen internationalen
Auszeichnungen", so Petschar.
2013: Stabile Entwicklung am Milchmarkt
Die stabile Entwicklung am Weltmilchmarkt hat in der Zwischenzeit
den europäischen und österreichischen Milchmarkt nach oben getrieben,
auch wenn die Preisanpassungen in Österreich vergleichsweise spät
oder geringer erfolgten, so Petschar. "Diese feste Marktentwicklung
stammt von einer Verknappung in wichtigen Produktionsgebieten zu
Beginn des heurigen Jahres und gleichzeitig von einer regen Nachfrage
am Weltmarkt. Die österreichischen Bauern und Verarbeiter konnten an
der internationalen Marktentwicklung aufgrund der restriktiven
Politik des heimischen Lebensmittelhandels nicht im entsprechenden
Ausmaß profitieren - und dies trotz der objektiv höheren
Produktionsstandards. Diese Entwicklung ist für unsere Milchbauern
und -verarbeiter nicht akzeptabel und kann in weiterer Folge zu
entsprechenden Umdisponierungen von Milchmengen führen", warnte der
Molkereichef.
Für die österreichischen Bauern sei eine entsprechende Entwicklung
der Milchgelder essenziell, es gehe um die Absicherung der heimischen
Höfe sowie die Abgeltung höherer Kosten im Futterbereich und bei
Betriebsmitteln. Auch sei es nicht zu vertreten, dass für höhere
Qualität nicht die entsprechenden Preisanpassungen gewährt werden,
wie dies auch für Standardqualitäten am Weltmarkt geschehe. "Im Sinne
der viel gepriesenen Regionalität, die zuletzt auch von heimischen
Handelsketten stark beworben wurde, wird hier eine
verantwortungsvollere Vorgangsweise eingemahnt", unterstrich
Petschar.
Österreichs Milchpreise steigen im internationalen Trend
Die Erzeugermilchpreise sind im Laufe des heurigen Jahres auch in
Österreich dem internationalen Trend folgend gestiegen - sie
erreichten mit September dieses Jahres im Durchschnitt 38,86 Cent
netto beziehungsweise 43,52 Cent brutto je kg und lagen damit um 12%
über den Vergleichswerten des Vorjahres, vor allem durch verbesserte
Erlöse im Export. Dennoch ist es, so der VÖM-Präsident, bis dato
nicht gelungen, die Dynamik des Weltmarktes auch in Österreich
entsprechend umzusetzen.
Milchprodukte immer noch sehr günstig
"Österreichische Milchverarbeiter können nur die
Molkereiabgabepreise beeinflussen, die Endverbraucherpreise werden
von den dominierenden Handelsketten festgelegt, deren Entwicklung
nicht unbedingt ident ist. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass
Milchprodukte in Österreich immer noch sehr günstig sind. Im
Preiseinstiegs-Segment sind sie heute billiger als vor 20 Jahren,
Butter kostet um 7,2%, Emmentaler um 19,4% weniger, obwohl im
gleichen Zeitraum die Inflation bei 47,8% lag und die
Durchschnittslöhne um 65,2% gestiegen sind", gab Petschar zu
bedenken. Moderate Preisanpassungen für Milchprodukte würden überdies
nur zu sehr überschaubaren Mehrkosten für die Konsumenten führen. 10
Cent mehr je l Trinkmilch würden EUR 8,- pro Jahr oder 66 Cent je
Monat zusätzlich bedeuten und ein Preisanstieg von EUR 1,- je kg
Butter und Käse hätte für die Konsumenten einen Mehraufwand von zirka
EUR 25,- pro Jahr oder EUR 2,- im Monat zur Folge.
"Gentechnikfreiheit, die Produktion in Berggebieten und höhere
Standards bewirken eine bessere Qualität, aber auch steigende Kosten,
die abgegolten werden müssen, ansonsten wird dieser Mehrwert
gefährdet. Daher ist die besondere Verantwortung des österreichischen
Lebensmittelhandels gefragt. Für unsere Milchbauern ist eine
Abgeltung ihrer Kosten wichtig, denn sonst können die hohen Standards
dauerhaft nicht gehalten werden", warnte Petschar.
(Schluss)
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