- 20.11.2013, 10:30:32
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Wissenschaftsrat empfiehlt Fortentwicklung des Universitätsrechts zur Stärkung der österreichischen Universitäten
Wien (OTS) -
- Nachjustierung der universitären Governance-Strukturen
- Tenure-Track nach internationalem Vorbild
- Verbesserung der inneruniversitären Kommunikation und der
Partizipationschancen
Unter dem Titel "Governance und Partizipation" steht in der
jüngsten Empfehlung des Wissenschaftsrates diesmal die autonome
Universität und ihre internen Governance- und Personalstrukturen im
Zentrum. Analysen zur Entscheidungs- und Personalstruktur der
Universität nach dem UG 2002, zu den Möglichkeiten akademischer
Karrieregestaltung und der Mitbestimmung führen zu einem Bündel an
Empfehlungen, durch die die österreichischen Universitäten
leistungsfähiger und an die internationalen Entwicklungen besser
angepasst werden sollen. Diese Empfehlungen richten sich auch an die
neue, künftige Bundesregierung, welche die Zukunftsaufgabe
"Universität" zu ihrem Anliegen machen muss.
Kurz gefasst wurden die zentralen Empfehlungen vom stv.
Vorsitzenden des Wissen-schaftsrates, Prof. Walter Berka,
federführend in der Erarbeitung dieser Empfehlungen, und von Prof.
Rainer Blatt, engagiertes Mitglied seiner Arbeitsgruppe "Governance".
Berka: "Das UG 2002 hat sich bewährt, dennoch gab es immer wieder
Kritik. So wurde von manchen Universitätsangehörigen ein Verlust an
Mitbestimmungsmöglichkeiten formuliert. Dieser Vorwurf wurde von uns
ernst genommen und war u.a. Anstoß für eine Weiterentwicklung der
Organisationsstrukturen im Rahmen des UG 2002. Wir haben uns das
Zusammenspiel der Verantwortlichkeiten des Universitätsrats, der
Aufgaben des Senates und des Rektorates sowie die Mitwirkungsrechte
der Universitätsangehörigen genau angesehen. Der Wissenschaftsrat
empfiehlt die teilweise Neuinterpretation dieser Aufgabenteilung, wie
z.B. die des Senates als strategisches Beratungsorgan für den Rektor.
Auf der Ebene der nachgeordneten Organisationseinheiten empfehlen wir
zur Stärkung der Partizipation der Universitätsangehörigen die
Einführung eines Fakultätsrats, dem in Kooperation mit dem Rektorat
gewisse Entscheidungsbefugnisse zukommen. Die fachliche Kompetenz des
Universitätsrats sollte gestärkt und seine Besetzung 'entpolitisiert'
werden."
Blatt: "Neben einer effizienten Organisation von Forschung und
Lehre ist die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine der
wichtigsten Aufgaben der Universitäten, die mit hoher Verantwortung
verbunden ist. Der Wissenschaftsrat empfiehlt hier eine
Fortentwicklung des im Kollektivvertrag angelegten Laufbahnmodells,
zu einem tatsächlichen Tenure Track-Modell nach internationalem
Vorbild; den damit verbundenen Qualitätsanforderungen muss man sich
nicht erst bei der Professur, sondern auf allen Ebenen stellen."
Kommentiert wurden die Empfehlungen aus der universitären Praxis:
von Univ. Prof. Gerhard Kirchmair vom Institut für Experimentalphysik
der Universität Innsbruck:
Kirchmair: "Die Universität Innsbruck hat in Zusammenarbeit mit
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mir und einem
Kollegen erstmals ermöglicht, eine dem Tenure Track-Modell gemäße
Laufbahn einzuschlagen. Das bietet mir eine Zukunfts-perspektive, die
es so an unseren Universitäten bisher nicht gibt. Damit erhalten wir
neben den Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Karriere eine
angemessene Mitbestimmung in allen Belangen. Generell wird die
Einführung eines solchen Laufbahnmodells die Kommunikationskultur an
den Universitäten stärken. Organisation, Karriereentwicklung und
Mitbestimmung sind, das bestätigt die Praxis, eng miteinander
verknüpft."
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