• 19.11.2013, 21:00:34
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Neues Volksblatt: "Kahlschlag" von Markus Ebert

Ausgabe vom 20. November 2013

Utl.: Ausgabe vom 20. November 2013 =

Linz (OTS) - Manchmal dauern Schrecksekunden eben länger, so auch im
Fall der Pensionsprivilegien in der Nationalbank: Mit dem Anprangern
von Supergagen dieser Art und anderen Privilegien hat der politische
Aufstieg von Jörg Haider vor fast 30 Jahren begonnen. Dass eine
Übergangsregierung im Jahr 2013 drauf kommt, dass es gar nicht gut
ausschaut, wenn ein einziger Pensionskaiser im Monat mehr einsackelt
als ein ASVG-Pensionist im ganzen Jahr, lässt auf einen langen
Lernprozess schließen. Aber: Besser spät als gar nicht - wobei im
gleichen Atemzug hinzugefügt werden muss, dass die Causa
Nationalbank-Pensionen wohl nur der Beginn der Aufräumarbeit in
Sachen Privilegien sein kann.
Wobei Einschnitte, die gesetzlich zu rechtfertigen sind, nur das eine
sind. Auf einem anderen Blatt steht, wie es zu - im Vergleich mit dem
Durchschnitt - unmoralisch hohen Gagen oder Pensionen im öffentlichen
und halböffentlichen Bereich kommen konnte. Das ist ja schließlich
alles nicht vom Himmel gefallen, sondern basiert auf Beschlüssen,
Genehmigungen oder was auch immer. Auch wenn die Verantwortung dafür
weit in der Vergangenheit liegt, resultiert für die, die heute das
Sagen haben, daraus auch eine hohe Verantwortung: Nämlich ein für
allemal den Privilegiendschungel nicht nur zu durchforsten, sondern
ihn auch abzuholzen. Nur ein Kahlschlag ist glaubwürdig - und eine
lohnende Aufgabe für eine Regierung des neuen Stils.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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